Ältester Verein wird 150 Jahre alt

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Die noch lebenden Schlechinger Kriegsteilnehmer mit Bürgermeister und Schirmherr Josef Loferer und der jetzigen Vorstandschaft der Krieger- und Soldatenkameradschaft Schleching, darunter der Ehrenvorstand Georg Genghammer (erste Reihe, Zweiter von rechts), rechts daneben Franz Strohmayer, mit 96 Jahren der Älteste, dahinter der jetzige Vorsitzende Emil Huber.

Schleching - Die Krieger- und Soldatenkameradschaft Schleching, der älteste Schlechinger Verein, feiert am Samstag, 19. September, ihr 150. Jubiläum.

Das Programm beginnt um 16.30 Uhr mit der Aufstellung der Vereine und der übrigen Festteilnehmer am Dorfplatz. Um 17.30 Uhr führt der Festzug zum Kriegerdenkmal zur Ehrung der Gefallenen und Vermissten. Um 19 Uhr beginnt der Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Remigius mit Pfarrer Josef Kreuzpointner. Ab 20 Uhr ist im Gasthof "Zur Post" der Festabend. Die musikalische Gestaltung übernimmt die "Dorfmusik Schleching". Außerdem tritt der Shanty-Chor aus Bremen auf.

Ein großes Jubiläum ist immer ein Anlass, um Rückschau zu halten. Die herausragenden Ereignisse hat Heimatpfleger Hartmut Rihl, Schriftführer der Kameradschaft, in einer Chronik zusammengefasst, aus der hier auszugsweise zitiert wird.

Den "Militärverein" gründeten am 6. Januar 1859 Mathias Graf, Lutz, Engelbert Aschl, Lehrersohn und Schreiner, und Matthias Samweber, Tierarzt und Drechsler, mit 57 Mitgliedern. Im Paragraf eins der Statuten steht als Zweck der Vereinsgründung: "Zum Gedächtnis der verstorbenen Veteranen und Soldaten ist ein jährliches Amt in der Kirche zu Schleching und beim Tod eines Mitglieds ein Gottesdient zu halten. Im Anschluss an die jährliche Gedächtnisfeier ist nachmittags und abends Unterhaltung durch Gesang und Tanz im Wirtshaus vorgesehen."

Es waren ursprünglich die von den Napoleonischen Kriegen heimgekehrten Soldaten, die sich in Veteranenvereinen, wie in dem 1838 gegründeten "Militairverein im Thale Marquartstein", zusammenschlossen. Bald trennten sich von diesem Achentaler Verein etliche Orte ab - zum Beispiel 1845 Übersee, 1859 Schleching und 1871 Wössen. Damals lebten in Schleching nur 650 Einwohner. Der Verein überlebte vier Kriege, die Abschaffung der Monarchie und die Diktatur des Dritten Reiches sowie den enormen technischen Wandel.

Höhepunkte im Vereinsleben waren die Siegesfeier mit den 13 heimgekehrten Schlechingern aus dem Krieg 1870/71, 1876 die bis heute 133 Jahre bestehende gegenseitige Patenschaft mit dem Veteranenverein Sachrang, 1909 die 50-Jahr-Feier und 1959 das 100. Jubiläum mit der jeweiligen Fahnenweihe. Dazwischen herrschte große Trauer um die 41 beziehungsweise 99 Schlechinger Kriegsteilnehmer, die aus den beiden Weltkriegen nicht mehr in die Heimat zurückkehrten. Sehr erfreulich war die Entwicklung seit dem Zweiten Weltkrieg mit der Festigung der Freundschaft mit dem Kössener Kameradschaftsbund und weiteren benachbarten Tiroler Vereinen. Patenverein ist die Krieger- und Soldatenkameradschaft Sachrang.

Um sich den Zeitumständen anzupassen, erhielt der Krieger- und Veteranenverein im Jahr 1972 den neuen Namen "Krieger- und Soldatenkameradschaft (KSK)". Zu dem jährlichen Jahrtag kam ab 1963 die Jahreshauptversammlung am Volkstrauertrag als organisatorisches Treffen dazu. Die Jahrtage, jeweils am dritten Sonntag nach Ostern in Schleching und am Pfingstmontag in Sachrang, sind Ausdruck einer langen Tradition. Während die Teilnehmer früher zu Fuß mit den Fahnen über den Dalsen-Sattel hinüber und herüber zogen, fährt man heute mit dem Auto um den Berg herum. Immer waren es die Vorstände mit ihren Vorstandschaften, die in vorbildlicher ehrenamtlicher Weise die festlichen und gesellschaftlichen Ereignisse vorbereiteten und durchführten.

bre/Chiemgau-Zeitung

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