"BayWa" plant Neubau auf Roßanger

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Die "BayWa" Grassau platzt aus allen Nähten. Große Landmaschinen müssen auch bei Regen draußen repariert werden. Das Unternehmen möchte am "Roßanger" ein Grundstück kaufen und neu bauen. Am bestehenden Stadort ist kein Platz für eine Erweiterung.

Grassau - Die "BayWa" möchte umsiedeln und sich vergrößern. Als passendes Grundstück scheint das freie Feld gegenüber von Shell-Tankstelle und Autohaus denkbar.

Mit drei Gegenstimmen sprach sich der Marktgemeinderat grundsätzlich für den geplanten "BayWa"-Standort aus.

Laut Bürgermeister Rudi Jantke bemühe sich die "BayWa" seit geraumer Zeit um die Verlagerung ihres örtlichen Betriebsareals. Ein Grundstück im Gewerbegebiet komme nicht in Frage, da diese nur auf Erbpacht vergeben würden, die "BayWa" aber ein Grundstück kaufen möchte. Zum Erwerb habe das Unternehmen nun ein ausreichend großes Grundstück an der Rottauer Straße gegenüber der Shell-Tankstelle in Aussicht. Dort möchte die "BayWa" Jantke zufolge ein neues Werkstattgebäude für Landmaschinen bauen.

Konkretisiert wurden die Planabsichten in der jüngsten Sitzung vom Regionalleiter der "BayWa", Franz Auer. Er schilderte dem Gremium die Probleme am jetzigen Standort am Mitterbachweg. Die "Riesenschlepper", so Auer, passten nicht in die Werkstatt und müssten im Freien repariert werden, wobei die Mechaniker, nur mit einem Regenschirm gewappnet, auch bei schlechtem Wetter draußen arbeiten würden.

Die Halle sei sehr beengt, die Verkehrssituation unbefriedigend, obwohl sie sich durch den Ausbau der Straße etwas entspannt habe. Auch für die Anwohner sei es nicht angenehm, wenn die riesigen Schlepper dort fahren.

Für die Umsiedlung des Betriebs werde ein 3000 Quadratmeter großes Grundstück benötigt. Hier könnte dann laut Auer eine größere Werkstatt verwirklicht werden. Vorgesehen seien zudem ein Verkaufsraum, ein Ersatzteillager, ein Büro und ein Verkaufsbüro.

Beschäftigt werden am Standort Grassau nach Angaben des Regionalleiters derzeit vier Mechaniker, ein Auszubildender und drei Kaufleute, zum Teil in Teilzeit. Drei zusätzliche Arbeitsplätze sollen durch den Neubau geschaffen werden.

Auer stellte fest, dass die Kapazität am derzeitigen Standort ausgereizt und ein Wachstum nicht mehr möglich sei. Es müsse investiert werden, um langfristig auf dem Markt bestehen zu können. Verkauft werde, was nachgefragt werde - nur Baustoffe nicht.

Es könne nur grundsätzlich über den Standort beraten werden, betonte Jantke. Das Bauamt des Landratsamtes habe sich dem Vorhaben gegenüber positiv geäußert, informierte Jantke nach Rücksprache mit der Kreisbaumeisterin.

Zudem habe die Marktgemeinde die Vorgabe, dass sich der Ort nach Norden entwickeln solle, erinnerte der Bürgermeister. Wichtig sei aber, dass das Gebiet nicht mit dem Ortsteil Kucheln zusammenwachse.

Auch erinnerte Jantke an den Bürgerentscheid von 2004, bei dem die Aussiedlung eines Discounters auf dem Gebiet Roßanger verhindert worden war. Seiner Meinung nach müsste ein Konzept für das gesamte Gebiet erarbeitet werden.

Die Erhaltung der Durchlüftungsschneise ist Mehdi Akabari (UGL) wichtig. Wenn diese erhalten werde, könne er sich für das "BayWa-Vorhaben entscheiden, kündigte Akabari in der Diskussion an. Was mit dem derzeitigen "BayWa"-Standort nach dem Neubau geschehe, interessierte Hans Jawurek (AE). Laut Auer ist die "BayWa" bereit, dieses Grundstück zu verkaufen.

Xaver Schreiner (SPD) bedauerte, dass ein neues Gebiet "angerissen" werde, obwohl andere Gewerbeflächen in Grassau derzeit nicht genutzt würden.

Eine Bebauung sei nur über eine Gesamtplanung sinnvoll, ergänzte Hans Hornberger (SPD). Sicher würden viele, so Hornberger, lieber eine "grüne Wiese" haben, man müsse aber "zwischen Stillstand und Entwicklung abwägen". Er werde unter dem Vorbehalt eines Gesamtkonzepts zustimmen, wobei die übrigen Flächen nicht in kurzer Zeit bebaut werden sollten. "Wenn wir die landwirtschaftlichen Betriebe stützen möchten, brauchen wir auch eine Kfz-Werkstatt für Landmaschinen", führte Jantke ein weiteres Argument an.

Schließlich votierte der Rat mehrheitlich für den geplanten Neubau. Allerdings müsse ein Nutzungskonzept für das gesamte Grundstück vorliegen.

tb/Chiemgau-Zeitung

Zurück zur Übersicht: Achental

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser