Pläne für neues Gewerbegebiet

Schadet ein Hagebau Grassau? So denken unsere User

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An der Bahnhofstraße ein Hagebau und eine Tankstelle, weiter südlich neue Gewerbe- und Wohnbauten - die alte Industriehalle wird dagegen abgerissen, so die vorläufigen Pläne.

Grassau - Die Gemeinde plant ein neues, großes Gewerbegebiet - fix mit dabei: ein Hagebaumarkt. Die Meinungen im Ort und bei unseren Lesern gehen dazu aber ziemlich auseinander.

Ende nächsten Jahres soll es soweit sein: Neben der Lidl-Filiale beim östlichen Kreisverkehr in Grassau sollen eine Tankstelle und ein Hagebaumarkt eröffnen. Die beiden Ansiedlungen sind nur ein Teil eines neuen, großen Gewerbegebietes, doch vor allem der Hagebaumarkt ist umstritten. 

LokaleEinzelhändler im ganzen Achental sammelten in den vergangenen Wochen Unterschriften, um Bürgermeister Jantke klarzumachen: "Wir wollen keinen großen Baumarkt in Grassau!" Befürchtet wird, dass damit verschiedene Einzelhändler auf Dauer verschwinden könnten und das Ortszentrum ausstirbt. Der Baumarkt plant mit einer Fläche von 1300 Quadratmetern Verkaufsfläche plus Außenanlagen.

"Wertet ein Hagebaumarkt Grassau auf oder schadet er dem Ort?" haben wir am Mittwoch auch unsere Leser gefragt. Über 1000 Stimmen flossen in die Umfrage ein, das Ergebnis ist äußerst knapp: 54 Prozent sehen einen neuen Hagebaumarkt als positiv für Grassau, 46 Prozent sind genau der gegenteiligen Meinung.

Hier nur eine kleine Auswahl aus Zuschriften und Kommentaren unter dem Artikel vom Mittwoch und via Facebook.

Pro Hagebau: "Baumarkt kann Grassau nur gut tun"

- "Ein Baumarkt vor Ort kann Grassau nur gut tun, denn da gibt es vieles, was es eben jetzt am Ort nicht gibt, zum Beispiel Baumaterial, für das ich ansonsten nach Rottau fahren muss, nachdem die BayWa ihr diesbezügliches Angebot geschlossen hat. Der geplante Hagebau kann nur dazu beitragen, Kaufkraft am Ort zu halten, die ortsansässigen Geschäfte wie Welte sehe ich dadurch keinesfalls in Gefahr. Ich werde auch dort Kunde bleiben. Ich fühle mich dort gut bedient, und das werden viele andere Kunden auch bestätigen." (Thomas)

- "Ich wäre auf alle Fälle für einen Baumarkt! Sind ja auch Arbeitsplätze! Und dann stellt sich noch die Frage, ob die ganzen Gegner ihr Konsumgüter auch nur in Grassau kaufen?" (Brumsumsl)

- "Ich fände es praktisch alles auf einmal erledigen zu können... Tanken, Getränke holen, Aldi, Lidl, Fressnapf, dm und jetzt noch Hagebau." (Claudia Abend)

Contra Hagebau: Die Qualität der kleinen Betriebe

"Ich selbst ärgere mich schon lange, dass es bei uns (in Traunstein) keine Eisenwarenhändler mehr gibt, weil man da oft die ausgefallensten Dinge haben konnte. Aber da kam das verständliche Argument vom Eigentümer (Kreiller), dass es unproduktiv sei, einen Laden mit teurem Fachpersonal zu leiten,in den die 'Kunden' kommen um sich fachmännisch beraten zu lassen um anschließend im Baumarkt das benötigte Material zu kaufen. Der Denkfehler dieser Menschen ist aber, dass die großen Baumärkte längst nicht so hervorragende Qualität liefern. Das Bedenken die meisten Käufer erst wenn es zu spät ist." (Ironie)

"Wir haben Welte und Welte hat alles! Ich bleib bei denen und brauche keinen Hagebau. Außerdem müssen wir kleine, gut arbeitende Betriebe unterstützen, finde ich." (Mathilda Mayer)

"Wer auf Qualität wert legt und auf gute Beratung, der kauft weiterhin beim Fachhandel. Ich weiß nicht, ob sich die Grassauer damit einen Gefallen tun den Baumarkt abzulehnen. Denn wie könnte Plan B aussehen?" (marci marc)

Knapp 60.000 Quadratmeter werden insgesamt neu gestaltet

Diesen theoretisch denkbaren Plan B brachte wiederum User "Ironie" ins Spiel: Die lokalen Geschäfte sollten zusammen das Grundstück im neuen Gewerbegebiet kaufen und dort in Offenbauweise dem Kunden alles anbieten. User Marcus Michalski brachte außerdem noch ins Spiel, dass möglichst auch Wohnraum für Einheimische entstehen sollte: "Das wäre viel notwendiger als so ein Hagebau."

Nicht nur Gewerbe, auch Wohnbau geplant

Tatsächlich plant die Marktgemeinde südlich vom Gewerbegebiet auch ein neues, reines Wohngebiet mit mehrgeschoßigen Häusern, Ein- und Zweifamilienhäusern und Reihenhäusern. Allerdings werden noch etwa drei Jahre bis zur Realisierung des Wohngebietes vergehen.

xe

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