Niemand wolle einen Hagebaumarkt

Widerstand gegen geplantes Gewerbegebiet: "Grassau stirbt"

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
An der Bahnhofstraße ein Hagebau und eine Tankstelle, weiter südlich neue Gewerbe- und Wohnbauten - die alte Industriehalle wird dagegen abgerissen, so die vorläufigen Pläne.

Grassau - Die Gemeinde hat große Pläne für die knapp 60.000 Quadratmeter Industriefläche im Osten Grassaus: Vor allem die Ansiedlung eines Hagebau stößt nun aber auf breiten Widerstand. *Mit Voting*

540 Unterschriften hat er in den vergangenen zwei Wochen inzwischen gesammelt, am morgigen Donnerstag will man damit beim Bürgermeister Druck machen: Eisenwarenhändler Alexander Welte ist einer von vielen Grassauer Geschäftsleuten, die etwas gegen die neuen Pläne der Gemeinde haben. Am Kreisverkehr im Osten der Ortschaft soll ein neuer Gewerbepark entstehen, schon jetzt steht fest, dass sich eine Tankstelle und ein Hagebaumarkt ansiedeln werden.

Knapp 60.000 Quadratmeter werden neu gestaltet.

"Der Bürgermeister hat den Ort inzwischen so schön hergerichtet, alles ist picobello. Aber mit dem neuen Baumarkt wird Grassau dann der nächste Ort, der stirbt. Alle werden draußen einkaufen", vermutet Welte. Vor allem bei den Grassauer Haushaltswarenhändlern, Gartencentern, Baustoffgeschäften oder Holzvertreibern geht die Angst um. Doch Geschäftsleute, die gegen die Baumarktpläne mobil machen, finden sich auch bis hinein nach Unterwössen. Natürlich: es geht auch um die Existenz.

"Das ganze Achtental will keinen Hagebaumarkt"

Als "Eisenwarenhändler, der Stimmung macht" habe ihn Bürgermeister Rudi Jantke bezeichnet. Doch Welte klingt nicht so, als hätte er ein großes Problem damit. "Das ganze Achental will keinen Hagebaumarkt. 95 Prozent meiner Kunden sind dagegen", meint er. Jantke ist anderer Meinung: Wer in Prien beim Hagebau einkaufe, treffe ganz Grassau, so der Bürgermeister sinngemäß.

Welte wird außerdem bei dem Tempo skeptisch, mit dem die Gemeinde das Projekt vorantreibe. "Da gab es nur eine interne Ausschusssitzung davor. Warum muss das alles so schnell gehen?", fragt er. Womöglich wird ihm Jantke selbst am Donnerstag eine Antwort darauf geben können. Dann will Welte bei einer Sitzung vom "Aktiven Grassau" die rund 1000 Unterschriften, die überall zusammengekommen sind, übergeben.

Was meinen Sie?

xe

Zurück zur Übersicht: Grassau

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser