Grünen-Ortsgruppe gegründet

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Christoph Köhler führt die neue Ortsgruppe von Bündnis 90/Die Grünen in Marquartstein.

Marquartstein - Eine neue Ortsgruppe von Bündnis 90/Die Grünen ist im Gasthof "Poseidon" gegründet worden. Die rund 20 Anwesenden wählten Christoph Köhler zum Ortsvorsitzenden.

Der 46-Jährige hat seit August vergangenen Jahres seinen Wohnsitz in Marquartstein.

Wie der Lehrer für Mathematik und Physik berichtete, hatte er vor 20 Jahren eine Ortsgruppe der Grünen in Kirchseeon gegründet, war aber besonders in Bürgerinitiativen wie "David gegen Goliath" aktiv. Für seine Fraktion war er 14 Jahre lang im Kirchseeoner Gemeinderat. Der Vater einer kleinen Tochter unterrichtet an der Waldorfschule in Prien.

In der Diskussion wurden Themen genannt, mit denen sich die Ortsgruppe besonders befassen will, zum Beispiel Atomkraft, Gentechnik, Lebensmittelskandale, Finanzen und Regionalwährung. Köhler sagte, dass die Grünen vor Ort nur dann ein überregionales Thema aufgreifen sollten, wenn auch Handlungsmöglichkeiten gezeigt werden könnten, "wie der Einzelne durch sein Tun das Große mit beeinflussen kann", so der Vorsitzende.

Den meisten Anwesenden waren kommunalpolitische Themen wichtiger als überregionale. "Wir müssen uns in die Kommunalpolitik einmischen", hieß es. Als besonders aktuell soll das Gewerbegebiet Nord in Marquartstein behandelt werden, über das Gemeinderat Peter Lloyd kurz berichtete. Das geplante Gewerbegebiet sei nur ein Aspekt der innerörtlichen Entwicklung.

In der Diskussion beklagten einige, dass die Bürgerbeteiligung unter der Bezeichnung "Leben findet innen statt" inzwischen eingeschlafen sei. Die Ideen der Bürger seien nur bruchstückhaft und in Prestigeobjekten umgesetzt, so ein enttäuschter Bürger. Beschlossen wurde, dass auch ortspolitische Themen wie Energiepolitik und Verkehr behandelt werden sollten. Die Mitglieder der Ortsgruppe einigten sich auf einen regelmäßigen Grünen-Stammtisch der einmal pro Monat im Gasthof Poseidon stattfinden soll. Der erste Stammtisch ist am Dienstag, 8. Februar, um 19.30 Uhr.

Als Einstieg zur Gründungsversammlung hielt der Vorsitzende der Ortsgruppe des Bund Naturschutz Achental und langjährige Kreisvorstand, Hermann Eschenbeck, einen Vortrag zum Thema "Atomkraft brauchen wir nicht". Anhand vieler Beispiele zeigte er die großen Risiken der Atomkraft auf und verwies auf die höchst gefährlichen Auswirkungen von Kernschmelzen, terroristischen Anschlägen und die ungeklärten Fragen der Endlagerung. Er zeigte auf, dass ein Abschalten von zwei Kernkraftwerken pro Jahr wegen der ständig zunehmenden regenerativen Energien und der vorhandenen Überkapazitäten zu keinerlei Engpässen bei der Stromerzeugung führen würde.

gi/Chiemgau-Zeitung

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