Justus Pfeifer ist neuer JU-Vorsitzender

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v.l.: Christian Hunklinger, Ehrenvorsitzenden Andreas Hallweger, Hans Siglbauer, Marcus Demmelmair, Justus Pfeifer, Ferdinand Fiedler jun., Dr. Michael Schuhbeck, Maria Huber, Sigi Walch, Christian Böhnke, Kreisgeschäftsführer Hans- Peter Dangschat, JU-Vorsitzender Siegsdorf Josef Bauer

Ruhpolding - Neben den Neuwahlen zur Jahreshauptversammlung diskutierte die Junge Union auch mit Dr. Michael Schuhbeck über das Hoteldorf und den anstehenden Bürgerentscheid.

Der scheidende Ortsvorsitzende Christian Böhnke konnte eingangs stolz auf ein ereignisreiches und aktives Jahr des Ortsverbandes zurückblicken. Im Rahmen des Kinderferienprogramms war die Fahrt mit 25 Kindern in die Allianz-Arena München ein voller Erfolg, da die Zahl der Anfragen die vorhandene Kapazität weit überschritt.

Weitere Aktivitäten im Jahr 2010 waren die Aufstellung von Warnplakaten zum Schulanfang in Nähe der Volksschule, die Organisation und Aufstellung eines Christbaumes im HPZ sowie die Einrichtung einer regelmäßigen Kolumne im Gemeindeanzeiger, in welcher der Ortsverband auf Missstände in der Gemeinde hinweist oder die Mitglieder ihre Vorstellung von Entwicklungsperspektiven für den Ort skizzieren.

Auch überörtlich war der Ortsverband sehr aktiv, so schaffte es die Initiative zur Wehrungerechtigkeit von Justus Pfeifer bis hin zur offiziellen Position der JU Bayern. Auch konnte sich der Ortsverband damit rühmen, für die landkreisweite Unterschriftenaktion zum Ausbau der A8 den größten Beitrag geleistet zu haben, wofür sich der ebenfalls anwesende Kreisvorsitzende Sigi Walch noch einmal herzlich bedankte.

Eine Änderung in der Unionsführung

Junge Union Ruhpolding

Nachdem anschließend die Vorstandschaft ihren Bericht für das abgelaufene Jahr ablegte und dafür einstimmig entlastet wurde, stand mit der Neuwahl des Ortsvorstandes der wohl wichtigste Punkt der Sitzung an.

Christian Böhnke wurde mit einem großen Dank aus seinem Amt verabschiedet, da er aus beruflichen Gründen nicht mehr für den Ortsvorsitz kandidierte. Sein Amt übernahm der bisherige Stellvertreter Justus Pfeifer, der in seiner Antrittsrede noch einmal die gute Zusammenarbeit im Ortsverband lobte und als einige der wichtigsten Ziele für seine Amtszeit die Intensivierung der Zusammenarbeit mit der CSU-Fraktion des Gemeinderates oder auch die weitere Ausarbeitung des Ruhpoldinger Familienmodells nannte.

Zu seinen Stellvertretern wurden Maria Huber und Christian Böhnke gewählt. Die neue Schatzmeisterin ist Sophia Buchstaller, zum Schriftführer wurde Hans Siglbauer gewählt. Als Beisitzer zur Vorstandschaft wurden Marcus Demmelmair, Christian Hunklinger, sowie Ferdinand Fiedler jun. berufen.

Den formalen Teil der Versammlung beendete Sigi Walch, er dankte dem Ortsverband Ruhpolding für das langjährige aktive Engagement auch auf Kreisebene. Er sei sich sicher, dass auch in Zukunft in Ruhpolding viele „kantige Typen“ die Diskussionen auf Kreisebene bereichern werden.

Im Anschluss daran hatte der Ortsverband den Vorsitzenden der Bürgerinitiative „Hoteldorf Zell – so nicht!“ (BI), Dr. Michael Schuhbeck, eingeladen, um den Mitgliedern die Ziele der BI zu erläutern. So nannte er als oberstes Credo der Initiative, dass sie nicht grundsätzlich gegen die geplante Errichtung des Hoteldorfs in Zell sei, jedoch vor allem die mangelnde Öffentlichkeitsarbeit und Information der Gemeindeverwaltung in der Planungsphase anprangern wolle.

Die BI verfolge das Ziel, die aus ihrer Sicht subjektive und lückenhafte Betrachtung der Thematik zu objektivieren und so die Bürger dazu aufzufordern, sich über alle wichtigen Punkte Gedanken zu machen. Dazu gehöre unter anderem die mangelnde Offenlegung der Finanzierung, die zu erwartende schwierige Parkplatzsituation oder auch das fragwürdige Preis-Leistungs-Verhältnis und damit die Frage, ob für den Betrag von ca. 30 Mio. Euro ein qualitativ hochwertiges Hotel mit einer langen Zukunftsperspektive tatsächlich errichtet werden könne.

Ferner sei es fraglich, ob die durch das Projekt erhofften Mehreinnahmen bei öffentlicher Hand und Gewerbe so realisiert werden könnten, wie sie in der Gemeindeverwaltung erwartet würden. Jedoch räumte Schuhbeck ein, dass mit fortschreitender Planung in der Informationsveranstaltung am 17. Februar ein Modell des Hoteldorfs vorgestellt wurde, bei dem essenzielle Punkte, welche die BI angeprangert hatte, miteinbezogen wurden und sich allein deshalb die Gründung der BI gelohnt habe.

Dr. Schuhbeck schloss seinen Vortrag mit dem Appell an die Jugend, sich umfassend über weitreichende Entscheidungen wie eben den Bau des Hoteldorfs zu informieren und sich dafür zu engagieren, dass ein Projekt optimal geplant und ausgeführt werde, da die Fehler von heute die Kosten von morgen verursachen.

Schlechte Aussicht auf Einzelinvestor

In der anschließenden Diskussion stellte sich Dr. Schuhbeck noch den Fragen der einzelnen Teilnehmer. Justus Pfeifer wollte wissen, wer denn aus Sicht der BI als Investor in Frage käme. Dr. Schuhbeck antwortete, dass es wohl schwierig sein werde, einen so großen Einzelinvestor zu finden, daher befürchte er, dass dafür nur ein Immobilienfonds in Frage kommen würde. In einem solchen Fall wies er jedoch auf einen Vergleichsfall hin, der den meisten Ruhpoldingern bekannt sein dürfte, nämlich den Investor des derzeit im Bau befindlichen Seniorenheims auf dem ehemaligen Neuwirtgelände.

Aufgrund der mangelnden Solvenz dieses Investors, sei es dort zu einem monatelangen Baustopp gekommen. Das wirft die bis heute unbeantwortete Frage auf, was passiert, wenn es beim Investor des Hoteldorfs ähnliche Probleme gebe. Eine weitere Anmerkung kam von Ferdinand Fiedler jun., nämlich den ambivalenten Forderungen der BI, einerseits ein qualitativ hochwertiges Objekt zu bauen, das andererseits dementsprechend höhere Kosten verursache und somit die Findung eines solventen Investors zusätzlich erschwere.
Auf die Frage von Hans Siglbauer, warum die BI denn nicht selbst in die Investorensuche eingreife und so konstruktiv zur Problemlösung beitrage, erwiderte Dr. Schuhbeck, dass er es nur als seine Aufgabe sehe, Missstände aufzuzeigen, nicht jedoch, Lösungsansätze zu präsentieren.

Erfahrungen als Außenstehender konnte Sigi Walch, gleichzeitig Dritter Bürgermeister von Inzell, einbringen. Auch dort habe sich aufgrund der gemeindlichen Planungen für das Feriendorf eine Bürgerinitiative gegründet, auch dort seien mit deren Mithilfe Missstände aufgedeckt und behoben worden und somit konnte Inzell ein wohl qualitativ hochwertigeres Feriendorf planen. Er lobte die dortige Initiative, ohne deren Engagement die Planungen wohl nicht zu einem solch guten Ende gekommen wären.

Christian Hunklinger kritisierte die umständliche Formulierung der Fragestellung auf den Abstimmungszetteln. Dr. Schuhbeck erklärte jedoch, dass es rechtlich vorgeschrieben sei, dass die Frage bei einem Bürgerentscheid so gestellt sein müsse, dass das Anliegen der BI dadurch unterstützt wird, dass der Bürger sein Kreuz bei „Ja“ macht und daher die Formulierung unglücklich, aber leider aus rechtlichen Gründen so erforderlich sei.

Auf die Nachfrage von Justus Pfeifer, ob das geplante Hotel tatsächlich eine Konkurrenz für die ansässigen Vermieter darstelle, erwiderte Dr. Schuhbeck, dass zwar offiziell von der Betreiberseite beabsichtigt sei, eine neue Zielgruppe zu erschließen, er jedoch die Befürchtung hege, dass bei Ausbleiben der Gäste der Betreiber die Preise senken und somit schließlich doch zur Konkurrenz für die einheimischen Vermieter werde. Sigi Walch und Christian Böhnke setzten die Schlusspunkte der Diskussion mit ihren Anmerkungen, dass Konkurrenz oder auch nur deren drohendes Aufkommen das Geschäft belebe und somit davon auch jeder profitieren würde.

Sollte das Hoteldorf keine Konkurrenz darstellen, so würde es auch keine Konflikte geben, die zu lösen wären. Im Schlusswort von Dr. Schuhbeck appellierte dieser an alle Beteiligten, ob es nicht vielleicht grundsätzlich besser wäre, in Ruhpolding neben der Ansiedlung und Investitionen in den Tourismus, sich auch ein zweites Standbein z. B. durch die Ansiedlung von weiteren Gewerbebetrieben zu schaffen. Im Anschluss an diese sehr intensive und anregende Diskussion besuchten die Teilnehmer der Versammlung noch die Party im Kurhaus. Die JU möchte sich an dieser Stelle herzlich bei Martin Fritzenwenger für die Ermäßigung des Eintrittspreises bedanken.

Pressemitteilung Junge Union Ruhpolding

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