Keine Bannerwerbung für Pizzeria

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Marquartstein - Eine Pizzeria in Marquartstein hat jetzt für die Aufstellung einer "Bannerwerbeanlage" an der Bundesstraße eine Ablehnung vom Gemeinderat erhalten. Der Grund:

Eine Gestaltungsänderung zum Anbau des neuen Bettenhauses an der Chiemgauklinik im Marquartsteiner Ortsteil Geisenhausen hat der Gemeinderat in jüngster Sitzung einstimmig genehmigt. Abgelehnt hat das Gremium dagegen den Antrag einer Pizzeria auf Aufstellung

Auf Antrag der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See wird an das bestehende Hauptgebäude südlich vor dem neuen Erweiterungsbau ein halbrunder Turm angebaut, der sich im oberen Teil zu einem Vollturm erweitert. Optisch soll der Anbau zu den beiden, bereits vorhandenen Türmen der Chiemgauklinik passen. So können auf drei Stockwerken je zwei Zimmer erweitert und eine verglaste Loggia als Aufenthaltsraum für die Patienten geschaffen werden. Der Anbau des 800 Quadratmeter großen neuen Bettenhauses direkt am Westgiebel des Hauptgebäudes ist im Rohbau fertig. Hier entstehen Patientenzimmer mit 39 Betten für den stationären Betrieb der Klinik. Voraussichtlich ist der Bau heuer im August fertiggestellt.

Bürgermeister Andreas Dögerl wies darauf hin, dass sich die Chiemgauklinik bei allen Bauangelegenheiten besonders bemühe, gestalterisch ansprechend zu bauen. In den letzten 30 Jahren seien insgesamt rund 30 Millionen Euro an Baumaßnahmen für die Klinik investiert worden, angefangen vom neuen Bewegungsbad, der Cafeteria, dem Umbau des Haupthauses, Gymnastikhalle, neuem Speisesaal bis zu dem jetzt entstehenden neuen Bettenhaus. Die Chiemgauklinik sei der größte Arbeitgeber im Ort und stelle 60 Prozent aller Gästeübernachtungen.

Negativ, das heißt mit zwei Gegenstimmen, beschied der Gemeinderat den Antrag einer Pizzeria auf Aufstellung einer "Bannerwerbeanlage" an der Bundesstraße vor dem Hinterberger-Bau. Wegen des neuen Beschilderungskonzepts der Gemeinde musste die Pizzeria die bisherigen Werbeschilder an der Bundesstraße entfernen und wollte nun eine Fahnenstange in 3,50 Höhe und einer 85 mal 120 Zentimeter großen Fahne errichten. In einem ausführlichen Schreiben an den Gemeinderat erläuterten die Betreiber des seit 20 Jahren bestehenden Restaurantbetriebs, dass sie stark auf Touristen und Durchfahrende angewiesen seien, so dass eine Werbeanlage an der Bundesstraße unbedingt notwendig sei. Bereits jetzt sei eine deutliche Abnahme der Gäste zu bemerken.

Der Gemeinderat war der Auffassung, dass das mühsam erarbeitete Beschilderungskonzept der Gemeinde nicht ad absurdum geführt werden dürfe. Auf den genormten neuen Pfostenschildern werde zweimal deutlich sichtbar auf die Pizzeria hingewiesen. Bauamtsleiter Eric Oberhorner erläuterte, dass gerade die Gastronomiebetriebe durch die rot-orangen Hinweisschilder ins Auge fallen, während auf öffentliche Gebäude schwarz-weiße Schilder und ultramarinblaue Schilder auf Gewerbebetriebe aufmerksam machen. Insgesamt werde die neue Beschilderung in Marquartstein von einem Großteil der Bevölkerung gut aufgenommen, so Oberhorner. Noch sei das Konzept nicht im gesamten Gemeindegebiet umgesetzt. Die Gemeindeverwaltung bemühe sich, vorsichtig und nicht im Hauruckverfahren vorzugehen, damit sich die Leute langsam an die neue Beschilderung gewöhnen könnten.

Beim Punkt "Bekanntgaben und Anfragen" berichtete der Bürgermeister von der Anfrage der DAV-Sektion Achental, den Gemeindebus nutzen zu können. Auch andere überörtliche Vereine hätten bereits nachgefragt. Der Gemeinderat war sich einig, dass örtliche Vereine den Vorrang haben sollten. Über eine genauere Regelung soll in einer der nächsten Sitzungen abgestimmt werden.

Weiter berichtete Dögerl, dass derzeit ein Bergpfaderlebnisweg auf der Hochplatte erarbeitet werde. Das Konzept werde dem Rat ebenso in einer der nächsten Sitzungen vorgestellt.

gi/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Achental

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser