Tiroler Ache soll Erlebnisbereich bekommen

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Die Arbeiten für die neue Fuß- und Radwegbrücke über die Tiroler Ache haben begonnen. Derzeit sind die Tiefgründungen für die neue Brücke im Bau. Spundwände und Bohrpfähle werden in den Deich so verankert, dass sie bei Hochwasser nicht unterspült werden können. Zeitgleich mit den Arbeiten an der Brücke soll der Uferbereich zwischen den Brücken neu gestaltet werden.

Marquartstein - Im Zuge des Neubaus der Fuß- und Radwegbrücke über die Tiroler Ache soll der Uferbereich zwischen der alten Brücke und der neuen Brücke neu gestaltet werden.

In der letzten Gemeinderatssitzung stellte Wolfgang Schuardt vom Planungsbüro in Traunstein sein Konzept vor, das vom Gemeinderat einstimmig gebilligt wurde.

Ziel der Planung ist es, auf einer Länge von 500 Metern "den Erlebniswert an der Tiroler Ache zu steigern und den Fluss mehr in das Ortsbild zu integrieren", so Schuardt. Zurzeit gibt es kaum Zugangsmöglichkeiten zum Fluss, denn das linke Ufer ist durch eine monotone Linie von Wasserbausteinen weitgehend technisch befestigt. Das rechte Ufer war bis vor kurzem von dichtem Gehölz gesäumt, so dass der Fluss kaum vom Uferweg zu sehen war. Im Zuge der Unterhaltsmaßnahmen ließ das Was-serwirtschaftsamt inzwischen einen Teil der Büsche roden und auflichten, so dass vom Deich aus die Sicht auf den Fluss und die umliegenden Berge gegeben ist. Eine Abwechslung in dem sonst begradigten und verbauten Fluss stellt bisher lediglich die Kiesbank unterhalb der alten Brücke dar, die so belassen werden soll, wie sie ist.

Neu geplant sind am linken Ufer zwei Sitzstufenanlagen aus Natursteinquadern, durch die die Linie der Uferverbauung unterbrochen wird. Vor den Sitzstufen soll eine ebene Fläche aus Steinquadern noch etwas in den Fluss hineinreichen, so dass man sich - je nach Wasserstand - hier aufhalten kann. Auf dieser Podestfläche sind Rinnen und kleine Becken vorgesehen, in die das Flusswasser einlaufen kann, damit sich der Bereich auch gut zum Spielen eignet. Etwas zurückversetzt werden in der Nische am Ende der Hochwasserschutzmauer Holzpodeste zum Sitzen eingerichtet, umgeben von Bäumen und Sträuchern.

Am rechten Ufer ist die bestehende Verbauung mit Flussbausteinen bereits stark ausgeschwemmt, so dass das Wasserwirtschaftsamt die Ufersicherung durch Flussbausteine erneuern will. Geplant ist, dass die Fußgänger viel besser als bisher den Fluss erreichen können. In einem Teilbereich sollen Trampelpfade und Natursteintreppen vom Deich zum Fluss führen. Statt der bisherigen rauen Flussbausteine werden quaderförmige, besser begehbare Steinblöcke zur Uferbefestigung verwendet. Der Wasserstand der Tiroler Ache ist hier meistens niedrig, so dass Findlinge und Steinblöcke in geringem Abstand zum Ufer so in den Fluss eingebaut werden, dass sie auch als Hüpfsteine dienen können, aber auch kleinen Fischen Unterschlupf bieten.

Sogenannte "Störsteine", größere Findlinge, sollen einzeln und in Gruppen im Fluss angeordnet werden, damit einerseits optisch die Struktur bereichert wird, andererseits aber zum Beispiel die an der Ache häufigen Wasseramseln von hier auf der Suche nach Nahrung ins Wasser tauchen können.

Entlang der Spazierwege auf den Deichen sollen Infotafeln über den Fluss, seine Geschichte und die geologischen Verhältnisse informieren. Eine Besonderheit seien die vielen "superschönen" bunten Kieselsteine an der Tiroler Ache, betonte Schuardt.

Auf der Dammkrone am linksseitigen Ufer sollen Bäume gepflanzt werden, die den Abschnitt zwischen den beiden Brücken gliedern.

Bürgermeister Andreas Dögerl erklärte, dass nichts Gekünsteltes entstehen solle, sondern lediglich der Bereich zwischen den Brücken attraktiver gestaltet werde. Aus Haftungsgründen würden keinerlei Spielgeräte gebaut, sondern lediglich Aufenthaltsflächen geschaffen. Es seien nur Maßnahmen geplant, für die keine Unterhaltskosten anfallen. Zeitliches Ziel sei es, dass die Ufergestaltung etwa zeitgleich mit der neuen Brücke Ende Juli fertig sein soll.

Zum Beleuchtungskonzept erklärte der Planer, dass beide Wege entlang der Tiroler Ache durch Mastleuchten erhellt werden sollen, so dass sie auch in der Dunkelheit zum Spazierengehen einladen. Die Fußgängerbrücke werde durch ein spezielles Beleuchtungskonzept besonders betont. Zu denken sei auch an Strahler an der Hochwassermauer und indirekte Effektbeleuchtungen beispielsweise von Baumkronen, so Schuardt.

Die Kosten für die neue Ufergestaltung belaufen sich insgesamt auf 340.000 Euro, wobei mit dem positiven Gemeinderatsschluss nun die Förderung beantragt werden kann. 42.000 Euro der Gesamtkosten sind für die Beleuchtung eingeplant. Auf die Frage von Peter Lloyd nach den Stromkosten, sagte Dögerl, dass sich der Stromverbrauch bei den geplanten sparsamen LED-Leuchten in Grenzen halte.

gi/Chiemgau-Zeitung

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