Raiten: Neuer Dorfplatz eingeweiht

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Schleching - Lange wurde am Dorfplatz in Raiten gearbeitet, jetzt ist die Dorferneuerung aber abgeschlossen - und das musste natürlich gefeiert werden:

„Raiten - Flurneuordnung - Dorferneuerung 2002 bis 2013“ steht auf dem Gedenkstein, den Pfarrer Klaus Wernberger zum feierlichen Abschlussfest weihte. Am neu gestalteten Dorfplatz feierte die Raitener Dorfgemeinschaft mit der Geistlichkeit, dem Stellvertretenden Landrat Josef Konhäuser, Vertretern der Ländlichen Entwicklung Oberbayern, des gleichnamigen Verbandes, des Staatlichen Bauamtes Traunstein, des Forstbetriebes Ruhpolding und der Gemeinde mit Gemeinderat, Altbürgermeister Fritz Irlacher sowie Bürgermeister Hans Haslreiter, Unterwössen. Die Musikkapelle Schleching begleitete in großer Besetzung die Feier musikalisch.

Der Festtag begann mit einem Gottesdienst in der Raitener Kirche „Maria zu den sieben Linden“, den Pfarrer Klaus Wernberger mit Diakon Heiner Vogl aus Raiten zelebrierte. „Neben der Dorferneuerung sollte auch eine Erneuerung unseres Glaubens und unseres geistlichen Lebens erfolgen,“ sagte der Pfarrer in seiner Predigt. Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernahmen die jungen Raitener Weisenbläser. Die Mezzosopranistin Stefanie Iranyi aus Raiten, inzwischen weltweit auf vielen Bühnen unterwegs, sang „Die Himmel rühmen“ (Ludwig van Beethoven) und „Er weidet seine Herde“ aus Messias (Georg Friedrich Händel), begleitet von Maria Blank auf der Orgel.

„Das bürgerschaftliche Engagement in Raiten begann bereits lange vor der Dorferneuerung,“ so Bürgermeister Josef Loferer. Von den zahlreichen Aktivitäten nannte der Bürgermeister unter anderem die jährliche Trachtenwallfahrt des Chiemgau Alpenverbandes, das Aufräumen nach dem Hochwasser im Dorf und der Flur, den Bau des Radweges zwischen Raiten und Unterwössen und nun die eigenständige Ausrichtung der Schlussfeier der Dorferneuerung. „Jeder einzelne ist ein Baustein vom Mosaik, das „Raiten“ heißt. Besonders würdigte Loferer den unermüdlichen Einsatz von Alois Steiner als Kümmerer und quasi Bürgermeister von Raiten, der spontanen Applaus erhielt.

Abschlussfest zur Dorferneuerung in Raiten

Seitens des Kreistages Traunstein und des Landrats Hermann Steinmaßl gratulierte der Stellvertretende Landrat Josef Konhäuser. Er betonte die Bedeutung der Flurneuordnung für die Ortsumfahrung der Bundesstraße 307 um Raiten mit der Entlastung des Ortskerns. Die Bundesstraße mit der neuen Umfahrung biete für Berufspendler und Touristen eine wichtige Anbindung an Tirol. Erst durch die erfolgreiche Ausgliederung des Durchgangsverkehres in Raiten konnte der Startschuss für die Dorferneuerung gegeben werden. Die Gemeinde Schleching, in der bereits mehrere Dorferneuerungen erfolgreich abschlossen wurden, sei ein positives Beispiel, aktiv die Zukunftssicherung anzugehen, Lebensraum zu erhalten und zu schaffen und die Region zu stärken.

Gratulation, Dank und Anerkennung sprach Baudirektor Sebald König vom Staatlichen Bauamt Traunstein der Raitener Dorfgemeinschaft und der Gemeinde Schleching aus. Er überreichte Bürgermeister Loferer ein Luftbild von Raiten und Fotos von der früheren Verkehrssituation im Dorf mit Bussen und Lastkraftwagen. Er erinnerte an die jahrzehntelangen hartnäckigen Bemühungen schon vor dem Beginn des Verfahrens, eine Umgehungsstraße zu erhalten.

Das Resümee des Vorstandsvorsitzenden der Dorferneuerungsverfahren in der Gemeinde Peter Oster, Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern, war nach einem schwierigen Anfang eine tolle Zusammenarbeit und ein herausragendes Ergebnis für Raiten als Portal ins Schlechinger Tal. Oster war unermüdlicher Ebner der großen Aufgabe der Flurneuordnung und der Dorferneuerung auch in Raiten nach den erfolgreichen Verfahren in Mettenham und Schleching. Die Besonderheit der Flurneuordnung in Raiten waren die Grundstücksverhältnisse von 160 Besitzständen und 258 Beteiligten, darunter viele „Auswärtige“, bei einer relativ kleinen Fläche von 142 Hektar. Das große Ziel war, im Rahmen der Flurneuordnung eine Umgehung der B307 um Raiten zu verwirklichen. Flächen wurden nicht nur für die Umgehungsstraße bereitgestellt, auch für den Geh- und Radweg zwischen Raiten und Zellersee und für die Berme entlang der Tiroler Achen. 400 Meter Asphaltstraßen und 1,9 Kilometer Kieswege sowie ein Erdbecken und Pflanzungen sind entstanden. 533 Flurstücke wurden auf 415 zusammengelegt, neugeordnet und erschlossen.

In der Dorferneuerung wurde die Buskehre neu gebaut, der Kirchweg und der Dorfplatz mit Tretbecken des Raitener Baches neu gestaltet und bepflanzt. Viele historische landwirtschaftliche Anwesen erhielten Hoftafeln. Eine Ortsgestaltungssatzung wurde ausgearbeitet. Zuletzt beteiligte sich das Amt am neuen Buswartehäuschen.

Am Ende stand Osters Dank an eine lange Reihe von Mitwirkenden von der Planung bis zum Vermessen, an seine Kollegen im Vorstand und im Amt. Sachgebietsleiter Land- und Dorfentwicklung Heinrich Schneider würdigte ebenfalls den erfolgreichen Abschluss des Verfahrens und überreichte an die Mitglieder des Vorstandes der Dorferneuerung Urkunden. Bürgermeister Loferer sprach an alle seinen Dank aus, die zum guten Gelingen dieser Gemeinschaftsaufgabe beigetragen haben.

Nach den Ansprachen bewegte sich der Festzug mit der Musikkapelle bis um die Buskehre und zum Festzelt beim „Feichten“-Hof der Familie Zaiser zum gemütlichen Ausklang.

bre

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