Tourismus in diesem Jahr im Aufwind

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Reit im Winkl - "Außerordentlich ermutigend" nannte der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Chiemgau, Michael Lücke, die Tourismuszahlen 2012.

"Wir haben den richtigen Ort für die Veranstaltung gewählt, hier liegt bereits der Schnee, den wir im Winter brauchen", sagte Landrat Hermann Steinmaßl, Vorsitzender des Chiemgau Tourismus e.V. Der vierte Tourismustag im Festsaal Reit im Winkl war mit über 200 Teilnehmern sehr gut besucht.

Zunächst stand die Mitgliederversammlung im Zeichen des Rückblicks auf das Jubiläum 100 Jahre Tourismusverband Chiemgau. Das Leitbild für den Chiemgau - "Bayerns Lächeln" unter dem Motto "Der Tradition verpflichtet. Der Zukunft zugewandt" - stand im zweiten Teil im Mittelpunkt (ein eigener Bericht erscheint in einer unserer nächsten Ausgaben).

Der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Chiemgau, Michael Lücke, nannte die Tourismuszahlen 2012 außerordentlich ermutigend. Von Januar bis September 2012 stiegen die Übernachtungen seinen Angaben zufolge um 5,4 Prozent. Die Auslastung, die eine Wertsteigerung für die Vermieter bedeute, sei auf 38 Prozent gestiegen. "Der positive Schub durch die Biathlon-Weltmeisterschaft konnte in den Sommer mitgenommen werden." Ein Umfrage bei Vermietern, darunter überwiegend Kleinvermietern, habe allerdings ergeben, dass etwa 20 Prozent ihre betriebliche Zukunft unter anderem durch Nachfolgeprobleme nicht als gesichert ansehen. Schulungen und Betriebsberatungen für Kleinvermieter sehe der Chiemgau Tourismus als Schwerpunktaufgaben an.

Lücke ließ die zahlreichen Veranstaltungen und Aktivitäten zum 100. Jubiläum des Tourismusverbandes Chiemgau Revue passieren. Der Zukunftskongress am 4. Mai im "K1" in Traunreut bot "Best-Practice-Beispiele" aus Südtirol, Allgäu und Hochschwarzwald. Am 16./17. Juni feierte Inzell und das Berchtesgadener Land "24 Stunden von Bayern". Der erste Chiemsee-Triathlon am 1. Juli zog zahlreiche Sportler und Gäste an. Der Geburtstag wurde am 13. Juli auf der "MS Edeltraud" gefeiert, dem größten Schiff der Chiemsee-Flotte. Der Chiemgau mit Traunstein hat sich als Filmstandort für die Dreharbeiten "Die Himmelsstürmer" der der Bavaria Film präsentiert. Zum dritten Chiemgauer Almumtrieb auf der Winklmoosalm kamen 6000 Besucher.

Zum Abschluss des Jubiläumsjahres wird die Chronik "Zeitreise durch 100 Jahre Tourismus im Chiemgau" des Reisejournalisten Karl Stankiewitz am 8. Dezember in Ruhpolding mit einer Lesung öffentlich präsentiert. Mehr Informationen enthält der Geschäftsbericht 2012, der über den Chiemgau Tourismus (www.chiemgau-tourismus.de) angefordert werden kann.

Die "Chiemgau Card" soll zukünftig den öffentlichen Personennahverkehr stärken und Wandertouren ohne Auto unterstützen. Mit Marketing den Chiemgau bekannt zu machen und eine hohe Beliebtheitsquote zu erreichen, sei Ziel des Chiemgau Tourismus. "Es muss sich lohnen für die wirtschaftlichen Akteure", so Lücke.

"Es geht aufwärts, in den letzten Jahren sind die richtigen Weichen gestellt worden", sagte Vorsitzender Steinmaßl. Der Tourismus trage zur hohen Lebensqualität bei, die Kulturlandschaft brauche Nachhaltigkeit. Der Chiemgau hoffe auf große Projekte mit Leuchtturmfunktion. Der Landrat betonte aber auch die Stärke der kleinen Betriebe, deren Gäste die Dörfer beleben würden.

"Es liegt nicht am Chiemgau, dass es holpert mit dem gemeinsamen Weg. Es gibt genug Vorschläge von unserer Seite", sagte Steinmaßl zur Zusammenarbeit mit anderen Verbänden. Wichtig sei, die Stärken des Chiemgaus, der Seen und Berge, über alle Jahreszeiten herauszustellen und jedes Jahr Schwerpunkte zu setzen. Dazu gehöre auch die Jugend als nachwachsende Tourismus-Gesellschaft, für die Festivals veranstaltet werden.

Dr. Johann Pentenrieder, Bayerischer Kommunaler Prüfungsverband, erläuterte den Prüfungsumfang des Jahresabschlusses 2011. Die Bilanzsumme umfasste 788000 Euro (Vorjahr 518000 Euro), der Jahresüberschuss 228000 Euro (Vorjahr 73000 Euro). Vom 1. November 2010 bis 31. Oktober 2011 besuchten rund 742000 Gäste, die vier Millionen Übernachtungen einlegten, den Chiemgau.

Geschäftsführer Lücke stellte anschließend den Haushalt 2013 vor, der 1,8 Millionen Euro umfasst. Darin sind enthalten eine Million Zuschuss des Landkreises, 506000 Euro Mitgliedsbeiträge der Gemeinden und ein Übertrag aus dem Vorjahr von 313000 Euro. Die Ausgaben sehen 1,2 Millionen Euro für Marketing, Personalkosten von 520000 Euro und 100000 Euro für Verwaltung und Sachkosten vor. Das Marketing-Budget soll mit je 200000 Euro für die Themen "Rad", "Wandern" und "Winter" verwendet werden. Jeweils 30000 sind für "Kultur/Genuss" und "Sommer/Eventmarketing Wasser" vorgesehen. Für die Grundlagenwerbung/Image sind 490000 angesetzt. 50000 Euro sind als Reserve eingeplant.

Bürgermeister Konrad Schupfner, Tittmoning, hielt den Betrag für Kultur wegen der "Oberbayerischen Kulturtage 2013" im Landkreis Traunstein für zu niedrig. Bürgermeister Rudi Jantke, Grassau, vermisste in dem zur Versammlung zugesandten Leitbild das Ökomodell Achental, insbesondere als Bioenergie-Region, die Zusammenarbeit mit anderen Verbänden und herausragende Betriebe, wie das Sporthotel Achental mit Goldplatz in Grassau oder die Chiemgau-Klinik in Marquartstein. "Das Energiethema gehört zum Leitbild", stimmte Steinmaßl zu. Bestimmte Größen von Betrieben, wie das Sporthotel Achental, seien wichtig. Gespräche zur Zusammenarbeit seien offen.

"Beim Buchungssystem IRS rumort es gewaltig, weil die Kleinvermieter aus der Internetseite des Chiemgau Tourismus rausgefallen sind," sagte Unterwössens Bürgermeister Hans Haslreiter. Lücke wies auf eine entsprechende Entscheidung des Marketing-Beirates hin, nur noch Online-Betriebe anzuzeigen. Über die jeweiligen Gemeinde-Seiten könnten die Kleinbetriebe erreicht werden. bre

Rubriklistenbild: © pa

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