Offener Brief vom Miteigentümer der Garni-Hotelanlage

"Der Bürgermeister muss den Tourismusort Aschau schützen"

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Aschau im Chiemgau - Heribert Lang, Miteigentümer in der Garni-Hotelanlage Hotel Hohenaschau, nimmt Stellung zur Unterbringung von 150 Flüchtlingen in der Anlage. Er droht rechtliche Schritte an. 

"Mein Name ist Heribert Lang und ich bin Miteigentümer in der Garni-Hotelanlage Hotel Hohenaschau, die eventuell zu einer Asylunterkunft mit ca. 150 Flüchtlingen umgewidmet werden soll. Gleichzeitig bin ich Eigentümer und Betreiber des Restaurants zur Burg im unter Denkmalschutz stehenden Altbaugebäude Burghotel Aschau, welches über die Hotelhalle mit dem Hotel Hohenaschau unmittelbar verbunden ist.

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Anfang November 2015 wurden bereits 20 Flüchtlinge ohne Ankündigung durch einen Miteigentümer in den laufenden Hotelbetrieb einquartiert, der dadurch beeinträchtigt wurde. Von Miteigentümern wurde daraufhin vehement und lautstark über die Presse die Rückgängigmachung dieser Einquartierung gefordert. Doch anstatt alle zur Verfügung stehenden rechtlichen Möglichkeiten gegen den verursachenden Miteigentümer auszuschöpfen, um dieser Einquartierung entgegenzuwirken, hat ein Großteil der Miteigentümer aus reinem Renditestreben seine Meinung geändert und will den gesamten Bettentrakt in eine Flüchtlingsunterkunft umfunktionieren.

Damit würde der Tourismusort Aschau sein größtes Hotel und sicher auf nicht absehbare Zeit als preisgekrönter Tourismusort wesentlich an Attraktivität verlieren. Zudem steht keine vergleichbare Hotelqualität in dieser Größenordnung mehr am Ort zur Verfügung.

Ein negativer Einfluss mit Rückgang der Übernachtungszahlen auch bei den übrigen Vermietern und gravierende Einbußen bei allen im Tourismus unmittelbar oder mittelbar involvierten Unternehmen werden die Folge sein. Die Gemeinde wird auf erhebliche Einnahmen aus der Gewerbesteuer, dem Fremdendenverkehrsbeitrag und der Kurabgabe aus ca. 20.000 Übernachtungen verzichten müssen.

Wir als Eigentümer des denkmalgeschützten Altbaus Burghotel haben in den letzten 25 Jahren sehr große Summen aufgewendet, um dem Denkmalschutz gerecht zu werden und das einzigartige Erscheinungsbild des aus dem Jahre 1914 stammenden Burghotels am Fuße der Kampenwand und des Schlosses Hohenaschau zu erhalten. 

Da es bereits 2014 Bestrebungen gab, das Burghotel Aschau in eine Asylunterkunft umzuwidmen, gab unser Regierungspräsident, Herr Christoph Hillenbrand öffentlich, auch gegenüber dem Bürgermeister Herrn Solnar sein Wort und klares Versprechen, dass dieses Objekt keine Asylunterkunft wird. Dieses Versprechen muss auch heute noch seine Gültigkeit haben und muss eingehalten werden. 

Ich kann an dieser Stelle nur nochmals an die politischen Entscheidungsträger, wie Landrat, Regierungspräsident, Landtags- und Bundestagsabgeordnete appellieren, die für Aschau so wichtige Hotelkapazität zu erhalten.

Insbesondere fordere ich unseren ersten Bürgermeister, Herrn Peter Solnar auf, sich endlich und unmissverständlich schützend vor den Tourismusort Aschau zu stellen. Das Wohl der Gemeinde Aschau gebietet, das Hotel Hohenaschau für den Tourismus zu erhalten. Platz für Asylbewerber ist in Aschau auch anderweitig gegeben, nämlich im sogenannten Weißbräu.

Ich meinerseits werde in jedem Fall aufgrund hausinterner Regelungen gegen eine weitere Umnutzung gerichtlich vorgehen, sollte es tatsächlich zum Abschluss weiterer Mietverträge kommen, da die Festlegungen aus dem öffentlich-rechtlichen Baubauungsplan, dass lediglich fremdenverkehrsmäßige Nutzungen in dem Objekt zulässig sind, auch in zivilrechtlichen Verträgen im Geltungsbereich der Wohnungseigentümergemeinschaft festgeschrieben sind.

gezeichnet

Heribert Lang"

Quelle: rosenheim24.de

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