Erhaltenswerte Bäume bleiben stehen

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Bereits 2007 war nach Angaben der Gemeinde dieser westliche Teil der Thujen an der südlichen Grundstücksgrenze des "Marquette"-Areals bis auf die Stümpfe zurückgeschnitten worden. Der Durchmesser der Stümpfe lässt ahnen, wie hoch die Thujen waren.

Prien - Eine Baumfällaktion auf dem Grundstück des "Haus für Kinder Marquette" hat Anfang Februar das Landratsamt gestoppt. Jetzt wurden die Arbeiten fortgesetzt.

Mitarbeiter der Gemeinde haben in diesen Tagen die Arbeiten an einer wuchernden, mehrere Meter hohen Thujenhecke auf dem Grundstück des "Haus für Kinder Marquette" am Fliederweg fortgesetzt. Der "erhaltenswerte Baumbestand" bleibe bestehen, betont die Gemeinde in einer Presseerklärung. Die Untere Naturschutzbehörde hat zwischenzeitlich eine Genehmigung für die Maßnahme erteilt.

Die Gemeinde hatte die Arbeiten am Dienstag vergangener Woche vorübergehend eingestellt, nachdem Nachbarn die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Rosenheim verständigt und die Behörde daraufhin Kontakt mit dem Rathaus aufgenommen hatte (wir berichteten).

Augenzeugen aus der Nachbarschaft sprachen von einigen hohen Bäumen, die gefällt worden seien. Dabei handelte es sich nach Darstellung der Gemeinde um eine "ausufernde Thujenhecke von ökologisch geringer Bedeutung". Thujen werden hierzulande vornehmlich als Heckenpflanzen verwendet, bestimmte Arten können als Bäume aber bis zu 50 Meter hoch werden. Die Thujen auf dem "Marquette"-Areal waren vermutlich Jahrzehnte alt. Wann sie genau gepflanzt wurden, ist nicht bekannt.

Ein etwa 30 Meter langer Teil war nach Angaben aus dem Rathaus bereits vor knapp fünf Jahren auf Bitten eines Nachbarn bis auf verbleibende Stümpfe zurückgeschnitten worden. "Genau derselbe Anlieger, der jetzt Beschwerde bei der Naturschutzbehörde eingereicht hat, hatte im April 2007 darauf gedrängt, dass die Thujenhecke im Bereich seines Grundstückes zurückgeschnitten wird", betont die Gemeinde. Weil dieser Abschnitt in unserem Bericht im Bildvordergrund lag, konnte irrtümlich der Eindruck entstehen, dass dort in diesen Tagen Thujen gestutzt worden waren.

In gleicher Weise wie damals sei nun in östlicher Fortführung auf einer Länge von 20 Metern dieser Rückschnitt fortgesetzt worden. "Die wuchernde Hecke stellt eine Gefahr für die angrenzenden Grundstücke, Gebäude sowie für den Spielplatz in diesem Areal dar. Äste und Zweige haben die Grundstücksgrenze überragt und überwuchern die angrenzenden Gebäude", schildert die Gemeinde die Notwendigkeit des Handelns als eine "dringend notwendige Vorsichtsmaßnahme".

Aufgrund eines "Kommunikationsfehlers" zwischen Mitarbeitern", so ein Sprecher" vergangene Woche, war vorab keine Genehmigung für die Arbeiten im Geltungsbereich der Chiemseeschutzverordnung eingeholt worden.

"Standortfremder Gehölzbestand"

Die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Rosenheim hat auf Antrag der Gemeinde dann am Donnerstag und Freitag, 2. und 3. Februar, schriftlich die Genehmigung "zum Fällen der durchwachsenen Thujenhecke" auf zwei aneinander grenzenden Grundstücken unter der Auflage erteilt, dass "die im Bestand vorhandenen und im Bestandsaufnahmeplan vom 31. Januar 2012 näher gekennzeichneten Laubbäume (vor allem Eschen und Berg-Ahorn) zu erhalten sind".

Die Maßnahme im Geltungsbereich der Chiemsee-Schutzverordnung verändere weder "den Charakter des Gebietes", noch laufe sie "dem besonderen Schutzzweck zuwider". Wie bei einer Ortseinsicht festgestellt worden sei, "handelt es sich hierbei um einen naturschutzfachlich standortfremden, nichtheimischen Gehölzbestand, der teilweise geschädigt ist", begründet das Amt.

Die Gemeinde hat die Arbeiten daraufhin ab Montag dieser Woche fortgesetzt. Die weiter östlich an der noch bestehenden Thujenhecke gelegenen Grundstücksanlieger hätten überdies der Gemeinde gegenüber aktuell ihren Wunsch geäußert, "auch die restliche Thujenhecke auf das gleiche Maß zurückzuschneiden". Auch hier sei als Begründung die mögliche Gefährdung ihres Grundstückes angeführt worden. Die Maßnahme wurde daraufhin auf diesen Bereich erweitert.

Die Arbeiten beinhalten auch das Entfernen der Thujen an der Ostgrenze des "Marquette"-Grundstücks. Der Landwirt, dessen Feld angrenzt, hatte darum gebeten, weil die wuchernden Thujen seine Arbeit auf dem Feld beeinträchtigten.

db/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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