Das Baugerüst wandert

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Mehr Licht gelangt künftig durch ein verglastes Kuppeldach in die Aula der Franziska-Hager-Schule. Foto berger

Prien - Seit Herbst 2009 herrscht in der Franziska-Hager-Schule verkehrte Welt. In den Ferien geht es richtig rund im und rund um das Haus. Die Bauarbeiter geben sich die Klinke in die Hand.

Der vierte von sieben Bauabschnitten bei der Generalsanierung steht kurz vor der Vollendung, der fünfte hat mit den Pfingstferien begonnen. Etwa die Hälfte der Fassade des gesamten Komplexes ist momentan hinter einem Gerüst verborgen. An der Ostseite des Haupttrakts wird die Außensanierung in rund zwei Wochen vollendet. Dann wandert ein Teil des Gerüsts von dort im Uhrzeigersinn weiter. 44 Zentimeter dick sind künftig die Außenwände. Auf die 27 Zentimeter des Bestands kommen nochmal 16 Zentimeter Dämmung und Putz drauf.

Jeder der 60 Räume wird mit jeweils drei neuen Belüftugsgeräten ausgestattet. Über Durchlässe in den Wänden wird verbrauchte Luft nach draußen gepumpt, neue angesaugt und bei Bedarf gekühlt. Die Durchlässe werden hinter vertikal verlaufenden Lärchenholzlatten versteckt - 20 Kilometer wären die Latten lang, würde man sie alle andeinander legen.

Mit den Pfingstferien hat im Innern der fünfte Bauabschnitt begonnen - laut Architekt Bernd Püschel und Bauleiter Hans Jahn der anspruchsvollste. Denn im Erdgeschoss des westlichen Trakts musste nochmal umgeplant werden, nachdem der Hauptschulverband dieWeichen für die Mittelschule gestellt hatte (wir berichteten). Weil künftig wesentlich mehr Schüler mittags verpflegt werden sollen, müssen zwei Räume neben dem Bistro umfunktioniert werden.

Deshalb wurden die Toilettenanlagen rausgerissen und werden ein paar Türen weiter neu entstehen. Dafür müssen dort zwei Wände eingezogen werden. Derweil ist in einem der frei gewordenen Räume Ziel-Bohren gefragt. Denn dort soll künftig Essen vorbereitet werden. Dafür sind Abflussrohre in den Keller nötig. Und unter dem Vorbereitungsraum steht eine Trafostation mit 20000 Volt.

Im ersten Stock des Westtrakts bleiben die Küchen wegen der noch anstehenden Abschlussprüfungen noch unangetastet. Damit die Schüler weiterhin dort kochen können, wurde im Gang eigens eine Trennwand aus Holz aufgestellt.

In den anderen Fachräumen, zum Beispiel für Physik und Chemie, sind die Handwerker bereits zugange. Inzwischen - nach drei bereits vollendeten Bauabschnitten - sind die einzelnen Firmen aufeinander eingespielt, die verschiedenen Arbeitsschritte gehen nahtlos ineinander über. Nicht nur die Hälfte der Räume ist zwischenzeitlich generalerneuert, auch zwölf von 19 WC-Anlagen sind fertig.

Auch die Aula verändert sichtbar ihr Aussehen. Wer von der Straße auf den Haupteingang der Schule blickt, sieht eine grüne Pyramide auf dem Flachdach. Sie ist nur als vorübergehender Schutz gedacht. Denn in die Betondecke der Aula wurde dieser Tage ein Loch geschnitten, das dreieinhalb Meter im Durchmesser hat. Hier wird ein Glasdach eingefügt und mit einer kleinen Holzkuppel versehen. Im Zusammenspiel mit einer Reihe großer, runder Deckenleuchten soll die bisher etwas düstere Aula so heller werden.

Vor den alten Eingangstüren sind jetzt neue entstanden. Sie schließen mit den Betonrippen ab, die bisher ins Freie ragten und so - weil Beton gut leitet - Wärme insFreie abgaben. Auch bei solchen Details achten die Verantwortlichen auf Energieeinsparpotenzial - denn das ist das Hauptziel der auf 9,5 Millionen Euro taxierten Sanierung. Wenn die neuen Eingangstüren fertig sind, werden die alten abgerissen.

Wahrscheinlich wird die Gesamtmaßnahme um einiges günstiger als veranschlagt. 27 von 28 Einzelgewerken sind vergeben und bisher sind die angesetzten Kosten um fast zehn Prozent unterschritten.

Allerdings wird es wohl noch bis zum Ende der Sommerferien dauern, bis alles fertig ist. Denn in die Turnhalle können die Arbeiter erst nach der Abschlussfeier Ende Juli und in den Ferien müssen wegen zwischenzeitlich veränderter Sicherheitsbestimmungen zum Beispiel noch die Geländer in allen Treppenhäusern ausgetauscht werden.

Chiemgau Zeitung

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