Je 150 Asylbewerber in Traunreut und Chieming

Notfallplan: So laufen die nächsten Tage ab

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Traunreut/Chieming - Ab Montag könnten die ersten Asylbewerber eintreffen. Bis dahin müssen die Hilfsorganisationen noch einiges erledigen - hier gibt es den genauen Plan:

Im Landratsamt fanden am Donnerstagnachmittag und am Freitagvormittag Besprechungen mit den beteiligten Kommunen, Einrichtungen und Organisationen, um die Vorbereitung der Unterbringung von je 150 Asylbewerbern in den beiden Turnhallen Traunreut und Chieming zu koordinieren.

Das Landratsamt Traunstein handelt im Auftrag der Regierung von Oberbayern, hat aber bei dessen Erfüllung einen eigenen Gestaltungsspielraum.

Vom Landratsamt eng eingebunden wurden neben der Stadt Traunreut und der Gemeinde Chieming BRK, MHD, THW, Polizei, Klinikum Traunstein, Diakonisches Werk und ein in dieser Hinsicht erfahrener Security-Dienst.

Das Vorgehen erfolgt nach einem detaillierten, vom Landratsamt ausgearbeiteten und ständig aktualisierten „Sonderplan zur kurzfristigen Unterbringung von Asylbewerbern im Landkreis Traunstein“.

Ablauf für das Wochenende

Am Samstag, 1. August, werden ab 8 Uhr beide Turnhallen von Mitarbeitern der Kreis- und Gemeinde-Bauhöfe, des Landratsamts und des THW ausgeräumt. Die Gerätschaften werden in der Regel in den Schulgebäuden gelagert. Ebenfalls am Vormittag werden in beiden Hallen spezielle Schutzfolien ausgelegt, um die Fußböden weitestgehend zu schonen. Zudem wird in Chieming ein Zelt samt Küchenbereich mit einer Fläche von 180 Quadratmeter aufgebaut.

Ab 12 Uhr werden in beiden Hallen die erforderlichen Betten angeliefert und aufgebaut. Für Bettwäsche ist gesorgt. Insgesamt sind am Samstag rund 60 Personen für diese Arbeiten eingesetzt.

Ablauf ab Montag (Termine stehen noch nicht endgültig so fest)

Am Montagnachmittag können die ersten 150 Personen aus München in Chieming eintreffen. Am Dienstagvormittag können weitere 150 Personen aus München in Traunreut ankommen.

Die Nationalität der Asylbewerber ist bislang nicht bekannt.

In beiden Fällen werden die Ankömmlinge zunächst unter Assistenz von Dolmetschern mit ihren persönlichen Daten registriert, ärztlich untersucht und in die Gegebenheiten der Notfall-Unterkunft eingewiesen. Für die Verpflegung (morgens und abends kalt, mittags warm) sorgt die Küche des Klinikums Traunstein. Dafür wurden extra zwei Köche aus dem Urlaub geholt.

Beide Gelände werden rund um die Uhr durch einen auf diesem Sektor erfahrenen Security-Dienst bewacht.

Was im Moment sonst noch wichtig ist

Der Malteser Hilfsdienst verfügt über einen großen Bestand an gebrauchter Kleidung, so dass zumindest vorerst keine Kleiderspenden notwendig sind. Sollte dennoch ein Bedarf entstehen, werden die Annahmestellen für gut erhaltene Kleidung (evtl. insbes. Kindersachen) und Schuhe rechtzeitig bekannt gegeben.

Lebensmittelspenden sind ebenfalls bestimmt gut gemeint,dürfen jedoch auf gar keinen Fall entgegengenommen werden.

Hervorragend wäre es jedoch, wenn ein paar Tage nach der Ankunft der Asylbewerber die Tagesabläufe in den Einrichtungen etwas strukturiert werden könnten – z.B. mit Sport oder Deutschkursen. Hier wären ehrenamtliche Helfer sehr willkommen. Die Kontaktadresse wird rechtzeitig bekanntgegeben.

Am Montag lädt Bürgermeister Benno Graf zu einer Bürgerinformation um 19 Uhr im Gasthof Unterwirt in Chieming ein.

In Traunreut gab es bereits gestern eine Informationsveranstaltung auch zu anderen Themen der Flüchtlingsunterbringung. Sollte es notwendig sein, wird die Stadt aber zu einer weiteren Info-Veranstaltung einladen.

Die Ausländerbehörde beim Landratsamt Traunstein bittet um Verständnis dafür, dass wegen der Umsetzung des Notfallplans am Montag und am Dienstag nur ein eingeschränkter Parteiverkehr angeboten werden kann.

Pressemitteilung Landratsamt Traunstein

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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