Er durchschwimmt die zehn größten Seen Deutschlands

Extremsportler Martin Tschepe macht Halt am Chiemsee

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Auch sieben Grad kaltes Neckarwasser hält den Extremschwimmer Martin Tschepe nicht von seinem Sport ab. Am Samstag macht er halt am Chiemsee.

Chiemsee - Für viele ist die Durchquerung des Chiemsees mit einem Tret- oder Segelboot schon eine beachtliche Leistung. Extremsportler Martin Tschepe setzt aber noch einen drauf: Er wird das "Bayerische Meer" durchschwimmen. Dabei erhält er auch Unterstützung von einem begeisterten Schwimmer aus der Region.

Links, rechts, links, rechts - schier endlos hebt Martin Tschepe seine Arme aus dem Wasser und krault sich Stück für Stück voran. Wer meint, dass der gebürtige Berliner eine kleine Trainingseinheit im lokalen Hallenschwimmbad vollzieht, liegt falsch. Denn Martin ist begeisterter und erfolgreicher Freiwasser- und Langstreckenschwimmer und hat in seinem aktuellen Sabbatjahr ein ganz besonderes Projekt vor: Er will die zehn größten Seen Deutschlands durchqueren, schwimmend wohlgemerkt. "Seen-Sucht" nennt er sein Vorhaben, was ein passender Name. Am Samstag will er nun den Chiemsee durchschwimmen.

Doch wie entschließt sich ein Mensch zu so einem kuriosen Projekt? Nun, dafür muss man einen kleinen Rückblick in das bisherige Leben Tschepes machen. In 1965 in Berlin geboren, wuchs er unter anderem auf der Sonneninsel Sylt auf. Kein Wunder also, dass er eine Affinität zum Wasser entwickelte. Selbstverständlich erlernte er das Schwimmen auch in der Nordsee. Sobald er seine Begeisterung und sein Talent für den Schwimmsport entdeckte, ging er dieser Aktivität auch im Verein und auf Wettkämpfen nach und war in seiner Jugend sogar ziemlich erfolgreich.

Tägliches Training seit zehn Jahren

Doch zur richtigen Höchstform lief Martin erst in seinem späteren Leben auf. Seit über zehn Jahren trainiert er nun fast täglich und konnte dementsprechend diverse Erfolge und Auszeichnungen einheimsen. Auf Freischwimm- und Langstreckenwettkämpfe spezialisiert, nahm er an einigen der verrücktesten Challenges teil. So schwamm er 2014 beispielsweise in einer ursprünglich für Kanus gedachten Strecke im tosenden Inn.

Eiskaltes Wasser, Hagelschauer und Warnungen der örtlichen Wasserwacht - das alles hält den Extremschwimmer nicht von seinen sportlichen Vorhaben ab. Häufig ist die Temperatur seiner nassen Umgebung nahe am Gefrierpunkt, einen Neoprenanzug trägt Martin jedoch nur im äußersten Fall, beispielsweise bei längeren Etappen oder Ice-Swimming-Wettkämpfen.

Sportler und begeisterter Redakteur in einem

See-Durchquerungen, Ice-Swimming - das klingt schön und gut, doch lässt sich damit auch Geld verdienen? Nun, hauptberuflich ist der in Ludwigsburg wohnhafte Schwimmer Redakteur bei der Stuttgarter Zeitung und schreibt auch gelegentlich für das Internetportal swim.de und für die Sylter Rundschau. Über diese Medien publiziert der Schwimmer auch seine Sportprojekte und dokumentiert seine Erfahrungen und Etappen in Form eines Online-Tagebuchs.

2015 schwamm er gemeinsam mit Volker Heyn durch den Neckar, von der Quelle bis zur Mündung in Mannheim. Ganze zwei Wochen benötigte das Schwimmer-Duo für die knapp 300 Kilometer lange Strecke, welche sie zum Teil schwimmend, zum Teil zu Fuß zurücklegten.

Projekt "Wasser trägt"

Das ganze ist nicht nur eine enorme sportliche Leistung, sondern dient sogar einem guten Zweck. Insgesamt konnten sie 15.000 Euro für ein gemeinnütziges Projekt des Schwimmvereins Ludwigsburg sammeln, das Schwimmkurse für behinderte Menschen unterstützt und anbietet.

Diese Seen meisterte der Extremschwimmer bereits

Und auch in diesem Jahr hat der Ludwigsburger wieder ein Mammut-Projekt geplant, beziehungsweise schon gestartet. Mit "Seen-Sucht" will Martin die zehn größten Seen in Deutschland durchschwimmen. Vier Etappen absolvierte er bereits erfolgreich, allerdings ohne dauerhafte Begleitung. Die erste Herausforderung war der Plöner See in Schleswig-Holstein, den er bei eiskalten Wassertemperaturen und Schneetreiben Ende April ausnahmsweise einmal im Neoprenanzug über 5 Kilometern durchquerte.  

Darauf folgten Anfang Juni zwei bayerische Vertreter unter den bekannten Seen: der Ammersee und der Starnberger See. Hier erwarteten Martin nicht nur traumhaft schöne Kulissen, sondern auch deutlich bessere Bedingungen. Vorbei an idyllischen Seehäuschen und imposanten Villen krault er sich durch das 18-20 Grad warme Wasser.

Zeitweise wird er von Lokalmatadoren begleitet, mit denen er sich im Voraus verabredete. Doch die meisten Kilometer legt er tatsächlich alleine nur mit seinem wasserdichten Schimmsack im Schlepptau zurück.

Nach den zwei bayerischen Seen stand am Wochenende das Steinhuder Meer, ein See bei Hannover, als vierte Etappe auf dem Programm.

Next Stop: Chiemsee

Auch das als größte Badewanne der Republik bekannte Gewässer meisterte er mit Bravour und kehrt nun am Samstag, den 2. Juli, nach Bayern zurück. Genauer gesagt an das Bayerische Meer, den Chiemsee. Bei der fünften Etappe wird der Ludwigsburger auch von einer bekannten Freischwimmgröße aus der Region begleitet, Jochen Aumüller. Einer der besten Extremschwimmer der Welt (Rekordhalter, Weltmeister, etc.) Christof "Wandi" Wandratsch wird die Gruppe zu eineme Dreier-Gespann erweitern. Die Schwimmer werden bereits früh zwischen 7.00 und 7.30 Uhr in Seebruck starten.

Mit ein paar kleinen Stopps zum Fotoschießen und Ratschen werden die Gruppe um Martin Tschepe voraussichtlich 4,5 Stunden für die knapp 15 Kilometer lange Strecke benötigen. Ziel ist der Badesteg im Strandbad Felden bei Bernau, zwischen 11.30 und 12.00 Uhr.

Über Unterstützung vom Ufer würden sich die Schwimmer selbstverständlich freuen.

Hier finden Sie weitere Informationen um Martin Tschepe und seine Begleiter im Chiemsee.

Martin Tschepe
Jochen Aumüller
Christof Wandratsch

Weitere Informationen, unter anderem mit einer Möglichkeit zur finanziellen Unterstützung, zu Martins gemeinnützigem Projekt finden Sie unter www.bahn9.de.

mwi

Quelle: rosenheim24.de

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