Neues aus dem Gemeinderat:

20.000 Hektar: Ideen zum "Naturpark Chiemgau"

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Grabenstätt - Ein Naturpark um den Chiemsee auf der Fläche von insgesamt 31 Gemeinden: Diese ambitionierte Idee diskutierte der Gemeinderat in seiner Sitzung im August. Das Ergebnis:

In der jüngsten Gemeinderatssitzung informierte Bürgermeister Georg Schützinger die Räte über die in der Region verfolgte Idee, einen „Naturpark Chiemsee-Chiemgau“ ins Leben zu rufen. Am 9. Juli habe es dazu eine erste Informationsveranstaltung für Bürgermeister gegeben, so Schützinger.

Der Grundgedanke stamme aus der gemeinschaftlichen Überlegung des Ökomodells Achental, dem Abwasser- und Umweltverband (AUV) Chiemsee und dem Gemeindenetzwerk „Allianz in den Alpen“. Das Gebiet des Naturparks würde sich auf deren Wirkungskreis erstrecken, dem insgesamt 31 Gemeinden angehören. Es betrifft also die Bereiche ab der Eggstätter Seenplatte, die Chiemsee-Anlieger-Gemeinden, einschließlich Aschau, bis hin nach Inzell.

Einbezogen würden alle Flächen, die ohnehin schon unter Landschafts- oder Naturschutz stehen. Eine darüber hinaus gehende Fortschreibung oder Festsetzung von entsprechenden Schutzzonen werde dabei ausdrücklich nicht verfolgt, so Schützinger. Nach Meinung der Ideengeber würde sich mit der Gründung eines Naturparks eine abgrenzbare Kulturlandschaft entwickeln, die sich durch das besondere Alleinstellungsmerkmal von anderen Urlaubsregionen abheben könnte.

Naturparks müssten mindestens 20.000 Hektar Fläche aufweisen und würden sich vor allem dort eignen, wo überwiegend Landschaftsschutz- und Naturschutzgebiete festgesetzt seien. Dies ist in unserer Region sehr häufig der Fall. Die Gebiete sollen sich zudem aufgrund ihrer landschaftlichen Gegebenheiten für umweltverträgliche Erholungsformen besonders eigenen und zu einer nachhaltigen Regionalentwicklung beitragen, so die Initiatoren.

Durch einen entsprechende Trägerschaft, zum Beispiel den AUV, soll auch der Natur- und Erholungszweck weiterentwickelt und gepflegt werden. Ziel sei es nämlich, eine Landschaft zu fördern, in der die Natur dem Menschen näher gebracht werde. Im Ergebnis erhofft man sich durch das „Naturpark-Produktlabel“ einen besonderen Marketingeffekt für die gesamte Urlaubsregion im Bereich des Chiemgauer Voralpenlandes.

Im Herbst wird es dazu eine gemeindeübergreifende Informationsveranstaltung in Aschau im Chiemgau geben, zu der alle Gemeinderäte eingeladen sind. Klar ist: Bevor so ein ambitioniertes Naturpark-Projekt erfolgreich umgesetzt werden kann, müssen sich alle angesprochenen Gemeinden nun erst einmal intensiv mit der Thematik auseinandersetzen.

mmü

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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