Neues aus dem Gemeinderat:

673 Quadratkilometer "Natur pur" im Chiemgau

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Grassau - Knapp 9 Prozent mehr Übernachtungen im Tourismus verzeichnet die Gemeinde im vergangenen Jahr. Wie der "Naturpark Chiemsee-Chiemgau diese Zahlen künftig weiter steigern soll:

"Der erste Eindruck im Gremium war überwiegend positiv", zieht der Bürgermeister der Gemeinde Grassau im Gespräch mit chiemgau24.de Bilanz. Die Rede ist von der Projektidee "Naturpark Chiemsee-Chiemgau", die derzeit in den Gemeinden rund um das "bayerische Meer" in den jeweiligen Räten diskutiert wird. 31 Gemeinden sollen sich demnach an der Umsetzung des Naturparks beteiligen. Es soll dabei ein Verbund mit einer Größe von rund 673 Quadratkilometern entstehen, eine Fläche, die ungefähr der Hälfte der des Landkreises Traunstein entspricht.

Mehr Tourismus dank "Natur pur"

Besonders einen steigenden touristischen Wert verspricht sich das Gremium in Grassau von dem Zusammenschluss, der ähnlich dem "Ökomodell Achental" die Regionalentwicklung, die kleinteilige Landwirtschaft und die Wertschöpfung der Wirtschaft vor Ort weiter stärken soll. Als einer der ersten Naturparks in ganz Oberbayern biete das Projekt Möglichkeiten und Spielräume, die bisher guten Zuwächse im Fremdenverkehr auch in Zukunft weiter auszubauen, erklärt der Bürgermeister.  

Mit einer Steigerung von derzeit 8,8 Prozent bei den Übernachtung im Vergleich zum Vorjahr, die besonders auf das Modell "Urlaub auf dem Bauernhof" zurückzuführen seien, könnten neben den privaten Betreibern der Fereienwohnungen aber durchaus auch die großen Bettenhäuser wie zum Beispiel das Golfresort Achental in Grassau weiter profitieren. Die nachhaltige Entwicklung stellt Rudi Jahnke dabei aber auf jeden Fall in den Vordergrund. So muss das weitere Vorgehen selbstverständlich in Absprache mit allen beteiligten Gemeinden weiter besprochen werden.

Die erste Voraussetzung habe das Gebiet rund um den Chiemsee bereits erfüllt, erklärt Bürgermeister Jantke weiter: Mindestens 50 Prozent der Flächen müssten aus Naturschutz- oder Landschaftsschutzgebieten bestehen, im Chiemgau liege man auf jeden Fall über dieser Schwelle. Zu neuen, zusätzlichen Einschränkungen für die heimische Landwirtschaft dürfe es daher auch auf keinen Fall kommen, fordert der Gemeindevorsteher.

30.000 Euro Gesamtkosten für das Projekt  

Bis es endgültig soweit sein könnte, dass der "Naturpark Chiemsee-Chiemgau" von der Naturschutzbehörde auch zu einem solchen ernannt würde, dürften laut der Einschätzung von Bürgermeister Rudi Jantke noch ungefähr zwei bis drei Jahre vergehen. Der finanzielle Aufwand für das Projekt halte sich eher in Grenzen und betrage dann vorraussichtlich rund 30.000 Euro für den Gesamt-Verbund pro Jahr, der nach einem Einwohnerschlüssel auf die teilhabenden Gemeinden umgelegt würde.

Rubriklistenbild: © picture-alliance / dpa/dpaweb

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