Der Computer erobert die Bücherei

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Alle freuen sich über den neuen Computer in der Bücherei: Bürgermeister Marc Nitschke (von links), Erika Buchstaller, Elke Grampes, Martina Haumayer, Hildegard Osterhammer, Irmgard Hain, Dekan Konrad Kronast und Irmgard Waschin (vorn).

Übersee - Blumen für die Damen hatte Dekan Konrad Kronast zur Einweihung der "neuen" Überseer Bücherei mitgebracht. Und die hatten sich die Belohnung wahrlich verdient.

Ein ganzes Jahr lang hatte das 17-köpfige Damenteam der Bücherei 1000 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet, um das bisherige konventionelle Ausleihsystem auf ein EDV-gesteuertes umzustellen.

"Ich bin stolz auf meine Damen", sagte Büchereileiterin Martina Haumayer und schilderte die große Einsatzbereitschaft des gesamten Teams vom Aufstellen des Computers im Mai 2008 bis zum ersten elektronisch ausgeliehenen Buch ein Jahr später. Jedes der 12000 Bücher sei kontrolliert, abgewaschen und mit dem neuen Strichcode versehen worden, ehe die spezifischen Daten ins System eingegeben worden seien. Jeder Leser habe zudem einen neuen Leseausweis mit seinem persönlichen Strichcode bekommen.

Besonders schwierig war diese einjährige Umstellungsphase, weil nebenbei noch der bisherige normale Ausleihbetrieb zu bewältigen war. "Erst, als nach einem Jahr alle Daten der 12000 Bücher eingegeben waren, fiel der Startschuss für die Elektronische Datenverarbeitung", so Haumayer.

"Hut ab vor diesem unwahrscheinlichen, ehrenamtlichen Engagement, das in der öffentlichkeit viel zu wenig bekannt und gewürdigt wird", wertschätzte Pfarrer Kronast die Arbeit der 17 Bücherei-Damen.

Bürgermeister Marc Nitschke betonte, "dass das Ausleihsystem nun auf dem neuesten technischen Stand ist". Die investierte Zeit sei keine vertane Zeit, sondern zukunftsweisend und bringe hoffentlich künftig erhebliche Erleichterungen.

übersee war eine der letzten Gemeinden in der Nachbarschaft gewesen, die noch das konventionelle Ausleihverfahren per Hand praktizierte. "Wir wollten nicht das nette persönliche Gespräch beim Ausleihen verlieren und standen auch dem Computer skeptisch gegenüber", gestanden die Damen. "Mit der Auswahl unseres besonders leicht zu handhabenden Betriebssystems für öffentliche Büchereien haben sich dann die anfänglichen Hemmschwellen aufgelöst", erzählt die "Computer-Spezialistin" im Team, Irmgard Waschin.

Neben dem reinen Ausleihverfahren ermöglicht das System per Knopfdruck auch diverse statistische Angaben. So kann man sich beispielsweise einen sofortigen überblick verschaffen, welche Ausleihfristen überschritten sind, wer der "fleißigste" Leser ist, welche Bücher den größten Zuspruch finden und vieles mehr.

Ein zusätzlicher Computer steht für die Leser bereit. Die können sich per Stichwort-Eingabe darüber informieren, ob ein gesuchtes Buch vorrätig ist, wie lange es noch ausgeliehen ist und welche anderen Bücher eventuell noch zu einem bestimmten Thema vorrätig sind.

Insgesamt hat die gesamte technische Umrüstung rund 6600 Euro gekostet, die sich die Pfarrei und die Gemeinde als Träger der Bücherei geteilt haben.

vd/Chiemgau-Zeitung

Zurück zur Übersicht: Chiemsee

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser