D‘Feldwies: Was ist damals gelaufen?

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Übersee - Die Diskussionen und Irritationen um das Bürgerwirtshaus "D'Feldwies" ziehen weite Kreise. Der Gemeinderat hat jetzt beschlossen, eine Prüfung der Umbauarbeiten zu veranlassen.

Der Gemeinderat hat in der jüngsten Sitzung am Donnerstagabend beschlossen, den bayerischen kommunalen Prüfverband mit einer rechtlichen Überprüfung der Umbauarbeiten in den Jahren 2003/2004 zu beauftragen. Wie berichtet, waren seinerzeit Baumaßnahmen ohne Gemeinderatsbeschluss in Höhe von 180000 Euro abgerechnet und ohne eine koordinierende Bauleitung durchgeführt worden.

Für viel Wirbel hatte die lange Baumängelliste des Architekturbüros "brüderl concept GmbH" aus Traunreut in der Gemeinderatssitzung vom 10. März gesorgt. "Viele Bürger fragen sich", so Bürgermeister Marc Nitschke, "wie es zu diesen Mängeln am Gebäude und den massiven Kostenüberschreitungen kommen konnte." Andere Bürger, die damals viele freiwillige Arbeitsstunden geleistet haben, seien darüber verärgert, dass ihre Arbeit nun in der Kritik stehen soll.

Dazu gab der Gemeindechef die folgende Erklärung ab: "Ich möchte hiermit ausdrücklich das Engagement und den Einsatz der vielen freiwilligen Helfer herausstellen, die sich beim Umbau und der Sanierung der Feldwies eingebracht haben. Das war nicht nur eine enorme Arbeitsleistung, sondern auch ein großes Zeichen des Zusammenhalts. Namentlich möchte ich den beteiligten Vereinen, nämlich dem Trachtenverein Feldwies, dem Theaterverein und dem Bulldogverein sowie den Verantwortlichen der Wirtshaus AG und den vielen Bürgern danken, die ehrenamtlich ihre Freizeit geopfert haben, um beim Erhalt der Feldwies mitzuwirken. Ich möchte aber auch ausdrücklich betonen, dass diese Personen nie Gegenstand der Kritik waren oder sind, die hier im Gemeinderat geäußert wurde."

Andererseits, so Nitschke weiter, könne man aber auch nicht die Fakten ignorieren. So seien laut Architekturbüro und Brandschutzgutachter zahlreiche Vorgaben der Baugenehmigung und des Brandschutzgutachtens nicht eingehalten worden. Darauf beruhten die vielen Mängel, die jetzt festgestellt wurden. Der Rathauschef betonte aber, "dass der Betrieb der Wirtschaft von diesen Mängeln nicht betroffen ist und uneingeschränkt weiter laufen kann. Auch der Betrieb des Saales ist mit gewissen Auflagen ohne weiteres möglich."

Unklar seien auch die massiven Kostenüberschreitungen von damals. So seien nur 380000 Euro für Sanierungsarbeiten vom Gemeinderat genehmigt, 561000 Euro aber abgerechnet worden. "Abgesehen davon, dass Zuschüsse von 230000 Euro abgelehnt wurden, werden die erforderlichen Arbeiten jetzt noch einmal mindestens 120000 Euro kosten."

Nach den Worten des Rathauschefs sind nun zwei Aufgaben zu erledigen. Zum einen müssen die vorhandenen Missstände schnellstmöglich beseitigt, die erforderlichen Brandschutzmaßnahmen erledigt und der gesamte Gebäudezustand auf ordnungsgemäße Füße gestellt werden. Nitschke: "Das sind wir den Vereinen und den freiwilligen Helfern schuldig."

Zum anderen, so der Bürgermeister weiter, sollte geklärt werden, was damals in bautechnischer und vor allem in finanzieller Hinsicht in den Jahren 2003/2004 abgelaufen ist. "Das ist nicht nur unsere Aufgabe, sondern auch unsere Pflicht."

Zur Überraschung der an die 40 Zuhörer im Sitzungssaal kam es nach dem Statement des Bürgermeisters weder zu einer Diskussion noch zu einer Wortmeldung einzelner Gemeinderäte. Einstimmig schloss sich das Gremium den Vorschlägen von Bürgermeister Nitschke an.

vd/Oberbayerisches Volksblatt

Rubriklistenbild: © Screenshot www.wirtshaus-feldwies.de

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