Video: Landrat fordert dezentrale Unterbringung

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Rosenheim – Wie und wo sollen Asylbewerber im Landkreis Rosenheim untergebracht werden? rosenheim24 hat mit Landrat Josef Neiderhell über die aktuelle Diskussion gesprochen.

Ein Wirtshaus in Umratshausen als mögliches Heim für Asylbewerber sorgt für Diskussionen vor Ort und im ganzen Landkreis. rosenheim24 sprach mit Landrat Josef Neiderhell über die Situation der Asylbewerber in Rosenheim und Pläne für die Unterbringung:

Ich bin ein Fan der dezentralen Unterbringung. Ich mag es nicht wenn 40, 50 Leute aus verschiedenen Ländern in einem Quartier leben müssen“, erklärt Landrat Neiderhell im Gespräch mit rosenheim24. Das selbstständige Leben in einzelnen Wohnungen und der damit einhergehende, stärkere Kontakt mit der heimischen Bevölkerung führe zu einer besseren Integration, so der Landrat. Neiderhell betont auch die Leistung des Landkreises was junge Flüchtlinge betrifft: In Rosenheim werden auch minderjährige, unbegleitete Asylbewerber betreut.

Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller

In Frasdorf bekommt Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller viele Briefe und Anrufe zum möglichen Asylbewerberheim in Umratshausen. In der Bevölkerung haben die Pläne für Aufruhr gesorgt, berichtet die Bürgermeisterin rosenheim24. Sehr positiv sei aber auch, dass sich bereits viele Bürger als ehrenamtliche Helfer angeboten haben. Die Gemeinde prüft derzeit, ob der Gemeinderat aufgrund der Nutzungsänderung des Gebäudes das Projekt verhindern könnte. „Einige der Sorgen sind sicher unberechtigt, aber wir hoffen auf einen Verkauf des Gebäudes – das ist auch im Interesse des Besitzers“, meint das Gemeindeoberhaupt.

Ulrich Böger, Vizepräsident der Regierung von Oberbayern, sieht in einer dezentrale Unterbringung „kein Allheilmittel“, in einigen Landkreisen wird die Wohnungssuche immer problematischer. „Die Regierung von Oberbayern vollzieht die Politik der Staatsregierung - und die sieht eine Gemeinschaftsunterbringung vor.“, führt Böger auf Anfrage von rosenheim24 aus. „Wir pflegen eine sehr gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Herrn Landrat und der Frau Bürgermeisterin, wir binden auch immer die Bevölkerung in unsere Projekte ein“, so Böger.

Das Gasthaus "Goldener Pflug" in Umrathshausen

Der Vizepräsident verweist auf Gemeinschaftunterkünfte in Mühldorf, Miesbach, Garmisch und Freilassing als positive Beispiele. Auch in diesen Orten hätte es viele Sorge der Bürger gegeben, nun laufe aber alles zufriedenstellend. Ein wichtiger Vorteil einer Gemeinschaftsunterkunft sei die Verwaltungsleitung, die sich um Gebäude und Bewohner kümmert. Böger kann sich in Umratshausen auch eine individuelle Lösung vorstellen, zum Beispiel im vorderen Teil des Gebäudes eine Wirtschaft und im hinteren Teil die Unterkunft für die Asylbewerber. Fixiert ist noch nichts, kein Vertrag wurde unterschrieben. Als nächster Schritt leitet die Regierung von Oberbayern den Vorschlag an das zuständige Arbeitsministerium weiter – mit den Bedenken der Bevölkerung.

red/cs

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © cs

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