Eggstätter Wirt nun Mitglied im Bayernbund 

"I bin da Ismail und da fühl i mi dahoam"

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von links: Bayernbund-Kreisvorsitzender (und stv. Landesvorsitzender) Christian Glas, Il-Sogno-Wirt Ismail Bilban (genannt „Smiley“) und sein Sohn Benjamin, der in Bad Endorf Betreiber der Pizzeria Il Mondo ist

Eggstätt - Der Bayernbund erhält mit dem Eggstätter Wirt Ismail Bilban, besser bekannt als „Smiley“, ein neues Mitglied. Der gebürtige Türke ist ein besonders gutes Beispiel der Integration:

Als Ismail Bilban aus Izmir 1969 mit seinen Eltern zum ersten Mal nach Eggstätt kam, da besuchte er seinen Onkel, der bereits 1965 dorthin kam und der der erste Türke war, der in Eggstätt Arbeit fand. Mit diesem Besuch begann für den jungen Muslimen ein interessanter Weg bis hin zum heute in Eggstätt fest verwurzelten Pizzeria-Wirt – und zum überzeugten Mitglied des Bayernbundes. 

Bei einem Besuch in der Il-Sogno-Pizzeria gegenüber der Katholischen Pfarrkirche von Eggstätt erzählte der heute 58-Jährige aus seinen Erfahrungen.

"Smileys" erste Schritte in Bayern

1970 kam Isamail als Zwölfjähriger endgültig nach Eggstätt, um bei seinen Eltern zu sein, die beide in der Eggstätter Firma Knott als Gastarbeiter Arbeit fanden. Bei seiner Einschulung hatte der junge Türke eigentlich nichts zu lachen. Da er aber stets lachte, obwohl er anfangs nichts verstand, bekam er schnell den Spitznamen „Smiley“

Dieser Name und auch das Lachen als solches sind Ismail Bilban geblieben. Nach der erfolgreich besuchten Grundschule folgten Mechaniker-Lehr- und Ausbildungszeiten in Eggstätt und Prien sowie 15 Jahre eine Tätigkeit in der Folienverarbeitung in Thansau. 

Der Traum vom Wirtsleben  

„Aber ich wollte immer Wirt werden!“, so Ismail Bilban, der deswegen wieder zurück in seine türkische Heimat ging, dort heiratete und eine Familie mit zwei Söhnen und einer Tochter gründete. Die Verbindungen zum Geschehen und zu den Leuten in Eggstätt blieben frisch und als Ende 2004 der alte Gasthof „Zur Post“ in Eggstätt zugemacht wurde, entstand für den Wirt aus Leidenschaft eine Pacht- und Umbaumöglichkeit. 

Seit der Eröffnung im Juni 2005 wird die Pizzeria in den Räumen des ehemaligen „Birnerhofes“ zusammen mit sieben helfenden Personen erfolgreich betrieben. Viele Freunde und Freundschaften sind seither entstanden. „Ismail hat seine Wurzeln nie vergessen und ist trotzdem voll und ganz in Bayern angekommen, er ist als einer der guten Gastronomen im Ort eine Stütze in unserer Gemeinde“, so der stellvertretende Bürgermeister Christian Glas und Kreisvorsitzende des Bayernbundes. 

Neues Mitglied im Bayernbund

Und so war es für Christian Glas selbstverständlich, „Smiley“ als Mitglied beim Bayernbund aufzunehmen. Schließlich –so Ismail selbst- ist er in Bayern groß geworden und das Leben und die Kultur in Bayern sind nicht nur schön, sie haben es auch verdient, gepflegt und gefördert zu werden. Nun ist der Muslime, der vor einigen Jahren zusammen mit seinem Koch in der nahen Katholischen Kirche einen Beichtstuhlbrand löschte und größeren Schaden verhinderte, eines von rund 675 Bayernbund-Mitgliedern im Landkreis Rosenheim. 

Christian Glas schätzt das neue Mitglied sehr indem er sagt: „Ismail Bilban weiß, wo er wohnt, er fühlt sich mit den Vereinen (Eisstockschützen, Schützen, Fußballverein, Firstresponder Chiemsee Nord und Trachtenverein) freundschaftlich verbunden, er hisst aus Überzeugung an seinem Lokal die bayerische Fahne und er passt einfach zu uns“, so Glas, der noch ergänzt, dass im Bayernbund die Mitgliedschaft frei von Konfession, Partei oder Landsmannschaft ist.

Bilban besitzt ein großes Herz 

Ismail Bilban hat sich schon oft als guter bayerischer Mitbürger verdient gemacht, 2011 bekam er nach zwei Integrationsspielen BRD-Türkei im Rahmen des Projektes „Alle reden von Integration“ den Integrationspreis des Bayerischen Ministerpräsidenten, überreicht von Regierungspräsident Christoph Hillenbrand – die Urkunde hat in seinem Lokal einen Ehrenplatz bekommen. 

Bei den jüngsten Fußball- und Sport-Übertragungen verwandelte sich seine Pizzeria in eine Multi-Kulti-Bar mit Besuchern und Gästen unter anderem aus Tschechien, aus der Slowakei, aus Polen, Rumänien, Türkei und aus Deutschland. Zum zehnjährigen Wirte-Jubiläum im Herbst vergangenen Jahres spendierte Wirt Bilban ein Benefiz-Essen zugunsten des örtlichen Helferkreises.

Auch die restliche Familie ist fleißig

Besonders freut sich der Pizzeria-Wirt von Eggstätt, dass sein erster Sohn Benjamin („Bene“) in Bad Endorf neben dem Endorfer Hof das Lokal „Il Mondo“ aufgemacht hat. Sein zweiter Sohn studiert noch in der Türkei an der Universität, seine 17-jährige Tochter hat gerade das Abitur gemacht. Seine Frau betreibt in Izmir ein Lokal, kommt aber oft und gerne in den Chiemgau, um bei ihren gastronomisch aktiven Männern nachzuschauen. 

„Smiley“ aus Izmir („Is mir wurscht“) ist immer zu einem Spaß aufgelegt, einer seiner Sprüche lautet: „I bin da Ismail und da fühl i mi dahoam“. Seine Pizzeria Il Sogno am Kirchplatz in Eggstätt (Tel. 08056-902899) hat täglich und ohne Ruhetag geöffnet (Mo.-Mi.-Do.-Fr. von 11-14 Uhr und von 17-23 Uhr / Di. u. Sa. von 17-23 Uhr und So. von 11-23 Uhr).

Quelle: rosenheim24.de

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