Einziger doppelter Abitur-Jahrgang

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Alles andere als ein Schmuckstück ist die Turnhalle des Ludwig-Thoma-Gymnasiums. Die Zweifach-Halle ist zudem mehr als ausgebucht. Nach dem Kauf des Nachbargrundstücks durch den Landkreis hofft das LTG nun darauf, bald eine neue Dreifachhalle zu bekommen.

Prien - Vor Jahren waren es meist um die 60, heuer schon 80 junge Damen und Herren, die am Ludwig-Thoma-Gymnasium ihr Abitur ablegten. 2011 werden es 173 sein - also mehr als doppelt so viele wie noch in diesem Jahr.

 Denn in einer Woche beginnt das letzte Schuljahr für den letzten Jahrgang des neunstufigen Gymnasiums (G9) und gleichzeitig für den ersten des G8.

Der einzige doppelte Abiturjahrgang wirft nicht nur räumliche und pädagogische Fragen auf. Sondern zum Beispiel auch diese: Kann man an einem Montag einen Abi-Ball veranstalten? Denn der 2. Mai 2011 ist ein Montag, und an ihm sollen 81 LTG'ler des letzten G9-Jahrgangs ihre Zeugnisse bekommen. Sie müssen ab Mitte März zu den Prüfungen antreten - zwei Monate früher als alle anderen Jahrgänge vor ihnen.

Ab Mitte Mai sind dann die 92 jungen Damen und Herren des ersten G8-Jahrgangs am Priener Gymnasium an der Reihe, ihr Abi zu bauen.

Das besondere Jahr hat wesentlichen Anteil an dem Umstand, dass es am LTG noch etwas enger wird. 1069 Schüler sind mehr als je zuvor - erst im vergangenen Jahr war erstmals die 1000er-Marke geknackt worden. Für 28 Klassen stehen Madsack und den Stundenplanern, Michael Herden und Winfried Kober, 28 Klassräume zur Verfügung.

Dazu kommt die Oberstufe, die sich in jüngster Vergangenheit im Ludwig-Thoma-Haus auf ihren Schulabschluss vorbereitet hat. Das historische Gebäude reicht dafür heuer nicht mehr aus. Die neue elfte Jahrgangsstufe mit 100 Schülern wird wandern müssen.

144 Mädchen und Buben kommen nächste Woche in die fünften Klassen des LTG, etwa so viele wie in den vergangenen Jahren. Neu sind auch 16 Lehrkräfte, die das 86-köpfige Kollegium komplettieren. Besonders freut sich Madsack darüber, dass unter diesen Pädagogen gleich vier fertige Studienräte sind, die Mathematik unterrichten. Denn Mathe-Lehrer waren in jüngster Vergangenheit rar gesät.

Ein neues Gesicht gibt es auch im Direktorat. Für Franz Moosbauer, der in Ruhestand gegangen ist, stößt nun Thomas Gerl zur Schulleitung.

Erfreut und zugleich hoffnungsvoll hat Madsack in den Ferien vom Kauf des Parkplatzes samt leerstehendem Hotel neben dem Gymnasium erfahren. Hoffnungsvoll, weil dort einmal eine neue Dreifach-Turnhalle für das Gymnasiums gebaut werden soll. In der alten Halle können nur zwei Klassen gleichzeitig Sport treiben. Sie gilt zudem als Energieschleuder.

Bei 112 Stunden Sport pro Woche im Stundenplan ergeben sich rein rechnerisch (ohne Wahlunterricht) etwa elf Schulstunden pro Tag und Halleneinheit. Deshalb versucht das LTG jetzt, zumindest für seine erste Stunde ab 7.15 Uhr in der nahen Franziska-Hager-Schule Hallenzeiten zu bekommen. Dort beginnt der Unterricht erst um 8 Uhr.

Während der Hallenneubau noch Zukunftsmusik zu sein scheint, rückt das Schuljahr mit Doppel-Abitur immer näher. "Wir haben uns Gedanken gemacht und sind vorbereitet", sagt Madsack. Zwar verstärkt der Freistaat seine Universitäten personell und räumlich, trotzdem gibt es viele Unwägbarkeiten. Das LTG will deshalb auch die Eltern seiner kommenden Abiturienten, voraussichtlich im November, ausführlich informieren und beraten. Madsack rechnet damit, dass die Leistungen von G9- und G8-Abiturienten etwa auf gleichem Niveau liegen werden. Zwar hätten die G8-Schüler im vergangenen Schuljahr etwas bessere Noten gehabt, dafür erwarte sie wohl das schwerere Abi, weil erstmals neben Deutsch auch Mathe für alle ein Pflicht-Prüfungsfach wird. Die G9-Abiturienten konnten es durch einen anderen Leistungskurs quasi umgehen.

Die erneute Steigerung der Schülerzahl sorgt dafür, dass am LTG alle zusammenrücken müssen - und auch Abstriche machen. Aufenthaltsräume, auch und gerade für die Oberstufe, seien nicht mehr darstellbar, bedauert Madsack. Erstmals bietet das LTG heuer in Kooperation mit der Realschule eine Mittagsbetreuung für Fünftklassler an. Immerhin 17 Eltern von Neu-Gymnasiasten haben ihren Nachwuchs dafür angemeldet. Madsack ist davon überzeugt, dass solche Angebote in Zukunft immer mehr gefragt sein werden. Auch das Gymnasium ist auf dem Weg zur Ganztagsschule.

Dirk Breitfuß (Chiemgau-Zeitung)

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