Ein Bienenvolk geht auf Wanderschaft

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Bad Endorf - Ein Bienenvolk von Imker Arno Holderied hat sich dieser Tage auf die Reise gemacht. Der Schwarm nistete sich in einen Apfelbaum ein - auf 12 Metern Höhe. Was tun?

Zuerst nistete sich der Schwarm vorübergehend in einen Zwetschgenbaum ein. Nach kurzer Zeit flog er in den Wipfel eines Klarapfelbaums. Unmöglich für die Gartenbesitzer und den passionierten Imker, den Schwarm aus einer Höhe von zwölf Metern zu ernten. So dachte Arno Holderied, er müsse sein Bienenvolk wohl ziehen lassen.

Allerdings zog der Schwarm nicht weiter, denn am nächsten Tag hing er immer noch in luftiger Höhe.

Als Mitglied des Bienen Zuchtvereins Halfing rief Arno Holderied den zweiten Vorsitzenden Fred Riedl an, ob er helfen könne, den Bienenschwarm einzufangen, da der Schwarm anscheinend bleiben möchte.

Über eine lange Leiter und mit Astschere bewaffnet, kletterte Riedl in die Baumkrone, schnitt für eine gefahrlose Bieneneinfangaktion einige Äste ab. In Bienenschutzkleidung und mit Schwarmfangkiste und Wasserzerstäuber kletterte Fred Riedl hoch, um die Bienen mit samt dem Ast herunter zu holen und in die Schwarmfangkiste einzuschütteln. Damit die zum Schwarm gehörenden und noch herumfliegenden Bienen zur Königin fliegen konnten, wurde die Fangkiste unter dem Apfelbaum mit geöffnetem Flugloch abgestellt. Die sterzelnden Bienen vor dem Flugloch zeigten den erfahrenen Imkern, dass die Bienen den Duftstoff ihrer Königin in die Umgebung fächelten, um damit die noch umher fliegenden Bienen anzulocken und damit bestätigten, dass das Einfangen geglückt ist. Denn nur, wenn die Königin mit in der Kiste ist, fliegen die restlichen Bienen hinzu. Ansonsten würde der Schwarm wieder ausschwärmen und sich erneut um die Königin am Ast sammeln.

Nach einer Stunde wurde das Flugloch verschlossen und der 3,5 Kilogramm schwere Schwarm kühl gestellt, um ihn am nächsten Morgen in die endgültige Bienenbehausung in aller Ruhe einzulogieren.

"Die meisten Bienenschwärme kann man in den Frühsommermonaten von Mai bis Juni beobachten", erklärt Arno Holderied vom Bienenzuchtverein Halfing, der auch einen Lehrbienenstand hat und derzeit 16 Neuimker ausbilden. "Das Schwärmen der Bienen ist die natürliche Vermehrung der Bienen zu ihrer Arterhaltung. Ein Teil eines Bienenvolkes zieht mit seiner Königin aus der bisherigen Behausung aus, um sich eine neue Bleibe zu suchen, da eine weitere Königin heran gewachsen ist." Der Auszug eines Bienenschwarmes sei ein äußerst eindrucksvolles Naturschauspiel und könne den unkundigen Betrachter durchaus in Angst und Schrecken versetzen. Dafür gebe es jedoch keinerlei Grund. Schwärmende Bienen seien absolut harmlos, so der Bienenkenner. Ein Bienenschwarm, der sich im Garten an einem Baum niederlässt, sei in der Regel friedfertig und neige überhaupt nicht zum Stechen.

"Sollte sich im Garten oder Haus ein Schwarm niederlassen, besteht keinerlei Grund zur Panik", erklärt Imker Holderied weiter. "Lassen Sie die Bienen gewähren und verständigen Sie einen Imker, damit der Schwarm fachgerecht eingefangen werden kann", appelliert er an alle Tierfreunde.

amf/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

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