Erdgasbohrungen: Bürgermeister dagegen

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Breitbrunn - Der Widerstand wächst: Auch Breitbrunns Bürgermeister Thalhauser ist gegen die geplanten Erdgasbohrungen am Langbürgner See.

Breitbrunns Bürgermeister Hans Thalhauser will sich nun an die Gemeindeoberhäupter der Nachbarkommunen wenden und zusammen mit ihnen gegen die am Langbürgener See geplanten Erdgasbohrungen Stellung beziehen.

Ganz oben auf der Agenda in der jüngsten Gemeinderatssitzung stand „Erdgasbohrung am Langbürgener See“. Doch einen neuen Sachstand schien es nicht zu geben. Zumindest hat das vorgesehene Gespräch zwischen Vertretern des Erdgasförderers RAG und der Breitbrunner Bürgerinitiative gegen Gasbohrungen unter dem Langbürgener See noch nicht stattgefunden. Bis dahin ruht der Antrag auf Bohrgenehmigung, hatte das zuständige Bergamt zugesichert.

Bilder von der Protestbewegung:

Demonstration am Langbürgner See

Doch die Gemeindevertreter ließen die Zeit nicht ungenutzt verstreichen. Bei der Genehmigungsbehörde haben sie die Antragsunterlagen zur Einsicht angefordert. Nun kündigte Bürgermeister Thalhauser an, dass er in den nächsten Tagen mit den Bürgermeistern der benachbarten Gemeinden schriftlich seine Argumente gegen die geplanten Bohrungen formulieren werde – vermutlich gegenüber dem Bergamt.

Lesen Sie auch:

Obwohl einer der nächsten Tagesordnungspunkte aussah wie ein ganz gewöhnlicher Gemeinderatsbeschluss zur Ortsplanung, wehte zwischen den Zeilen ein Hauch der Geschichte: Rein formal geht es um den Antrag zur Aufstellung einer Ortsabrundungssatzung am Winklweg im äußersten Westen des Bebauungsgebietes. Der Antragsteller ist Georg Klampfleuthner von der Insel-Töpferei auf Frauenchiemsee. Vor 400 Jahren wurde dort die Keramikwerkstatt gegründet, die seit 1723 als reiner Familienbetrieb besteht. Jetzt ist es an der Zeit, dass die Räumlichkeiten erweitert werden, doch auf der Insel scheint es keinen zusätzlichen Platz für die Töpferei zu geben. Deshalb kam Georg Klampfleuthner auf die Idee, einen Teil des Betriebes auf das Festland auszulagern, nämlich auf ein 1300 Quadratmeter großes Grundstück in Breitbrunn, das der Familie ebenfalls seit ewigen Zeiten gehört. Dort soll eine Filialtöpferei für große Objekte entstehen.

Auch wenn alle das Vorhaben mit Wohlwollen betrachten: So einfach geht es nicht. Denn jede Gemeinde hat ein Interesse daran, dass die Ränder ihres Bebauungsgebietes nicht zu sehr zerklüftet sind und muss deshalb gegebenenfalls beim Landratsamt eine Ortsabrundungssatzung beantragen. Im vorliegenden Fall wird sie dazu führen, dass diese Bebauungsgrenze dann mitten durch das Grundstück der Klampfleuthners läuft, zur Bebauung bleiben dann nur noch 800 Quadratmeter übrig. Damit nicht genug: Bei früheren Planungen hatte das Forstamt Bedenken gegen eine Bebauung formuliert, weil auf dem Grundstück alter Baumbestand erhalten werden müsse. Um nun bei diesem dritten Versuch zu einem positiven Entscheid zu kommen, beschloss der Gemeinderat einstimmig, mit den zuständigen Behörden Vorgespräche über eine Ortserhaltungssatzung aufzunehmen. Erst danach kann eine Baugenehmigung beantragt und erteilt werden.

In sich hatte es auch der Wunsch der Eisstockschützen, am Breitbrunner Sportplatz eine Halle zur Überdachung ihrer Asphaltbahnen aufstellen zu dürfen. Die Sportler bekämen eine solche Halle, 36 mal 14 Meter, von einem Sponsor geschenkt, müssten sie nur, wenn sie am alten Ort abgebaut würde, in Breitbrunn wieder aufbauen. Das Problem ist jedoch: Das vorgesehene Grundstück gehört nur zur Hälfte der Gemeinde, der andere Teil ist gepachtet – und der Pächter sagt Nein. Im Januar wollen die Gemeinderäte nach einer Lösung suchen.

püh/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © cs/re

Zurück zur Übersicht: Chiemsee

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser