Finanzielle Sorgen im Bauerntheater

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Prien - Die Aufführungen sind nicht ausverkauft, in den Zuschauerreihen bleiben Plätze frei. Die Saalmiete ist aber trotzdem in voller Höhe zu bezahlen.

Die Laienschauspieler des Bauerntheaters drücken finanzielle Sorgen. In ihrer Generalversammlung diskutierten sie Veränderungen im Spielbetrieb. 32 von insgesamt 85 Mitglieder kamen im Hotel "Bayerischer Hof" zusammen. Sie blickten in die Zukunft und machten sich Gedanken um den Fortbestand des Theaters.

Vorstand Franz Fritz hielt eingangs einen positiven Rückblick auf die Aufführungen im vergangenen Vereinsjahr, was die Qualität der Stücke betraf. Desgleichen Schriftführerin Conny Fritz, die darüber hinaus die Teilnahme des Bauerntheaters an der Dokumentation über Ludwig II. auf der Herreninsel hervorhub. Schatzmeisterin Gretl Fischer hingegen äußerte in ihrem Kassenbericht die Sorge um das finanzielle Wohlergehen des Vereins. Und Spielleiter Rainer Winzek verteidigte seine Strategie, neben bäuerlichen Schwanks auch anspruchsvollere Stücke zu spielen, wie es bei den Ludwig-Thoma-Einaktern der Fall war. "Ohne Theateraufführungen kommt kein Geld in die Vereinskasse", stellte Ehrenmitglied Erwin Mrotzek pragmatisch fest.

Gemeinsam stellten deshalb die anwesenden Mitglieder Überlegungen an, wie die Einnahmen vermehrt werden könnten. Sie machten dies vor allem an dem vergangenen Osterstück "A und B auf Reisen" fest. Wie gewöhnlich war die Generalprobe am Nachmittag des Premierenabends für Senioren kostenfrei. Doch habe man festgestellt, so der Tenor in der Versammlung, dass es sich bei den 190 Besuchern nicht nur um Senioren gehandelt habe. Dennoch habe für den Nachmittag Saalmiete bezahlt werden müssen, die laut Schatzmeisterin Gretl Fischer ein Loch in die Vereinskasse reiße.

Treue Mitglieder geehrt

Zweiter Vorstand Sepp Furtner warf die Frage auf, ob nicht auf eine Abendvorstellung verzichtet werden solle, um bei den übrigen Aufführungen den kleinen Kursaal voll zu bekommen und weniger Saalmiete bezahlen zu müssen.

Vorstand Fritz stellte fest, er sei in Bezug auf die Saalmiete bereits in Verhandlungen mit der Gemeinde beziehungsweise der Priener Tourismusgesellschaft getreten. Doch man dürfe es nicht übertreiben, denn schließlich sei die Gemeinde als Partner des Bauerntheaters sehr wichtig.

Da beschwichtigte Gemeinderat Alfred Schelhas: "Das Bauerntheater gehört zu den wenigen Vereinen, die kaum etwas von der Gemeinde fordern." Dennoch stellt Franz Fritz Überlegungen an, das Eintrittsgeld für die Aufführungen zu erhöhen, maximal auf zehn Euro. "So können wir jedenfalls nicht weitermachen, denn wir haben bei den letzten drei Aufführungen draufgezahlt", warnte Mitglied Georg Fischer.

Während der gesamten Debatte meldete sich immer wieder die Zweite Bürgermeisterin Renate Hof zu Wort. "Das Bauerntheater ist aus Prien nicht wegzudenken und ein ganz wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens. Es muss alles für seinen Bestand getan werden", stellte sie fest. "Das werden wir heute Abend nicht mehr lösen können", sagte Vorstand Fritz nach einstündiger Debatte.

Mit seinem Stellvertreter, Sepp Furtner, ehrte der Vorsitzende Rudi Eichwaldt und Georg Rappel für 25 Jahre Mitgliedschaft beim Bauerntheater.

gf

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

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