Fraueninsel: Gemeinde baut Weststeg

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Die Gemeinde macht jetzt Nägel mit Köpfen: Sie hat den Auftrag für den Bau des Weststegs auf der Fraueninsel vergeben. Wie er einmal aussieht, kann dem Plan entnommen werden: Der Schwimmsteg wird in einer L-Form (im Bild unten) vom Ufer ins Wasser hinausführen.

Fraueninsel - Nach langen Diskussionen nimmt die Gemeinde Chiemsee jetzt Kurs auf einen neuen Steg am Westufer der Fraueninsel.

Im Herbst baut sie die Anlage. Der Gemeinderat hat nun eine Firma beauftragt, den geplanten Schwimmsteg anzulegen, der sich dem Wasserstand anpasst.

Das Gremium habe den Auftrag im nichtöffentlichen Teil der jüngsten Sitzung vergeben, sagte Bürgermeister Josef Huber auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung. Der Bau des Steges beginne Anfang Oktober.

Das Vorhaben sorgte im öffentlichen Teil der Sitzung erneut für Diskussionen. Der Grund: Zur Überraschung des Gremiums hatte ein Statiker, den die beauftragte Baufirma eingeschaltet hatte, die Konstruktion geprüft und dann mitgeteilt, dass der Steg nicht öffentlich zugänglich sein dürfe. Im Gemeinderat herrschte helle Aufregung, setzt er sich doch gerade zum Ziel, einen Steg für alle - also ohne Einschränkungen - zu errichten.

Die Angelegenheit habe sich mittlerweile jedoch erledigt, sagte Huber am gestrigen Freitag im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. Der Statiker habe das Gutachten auf der Grundlage von "Missverständnissen" erstellt. Er werde es nun "neu schreiben". Der Bürgermeister rechnet damit, wie er weiter ausführte, dass das neu gefasste Gutachten "zeitnah" vorgelegt werde.

Die Ausführungen, die der Statiker präsentiert hatte, stießen im Gemeinderat auf massive Kritik. Der Gutachter war zu der Meinung gekommen, dass die Steganlage aufgrund der Konstruktion nicht öffentlich zugänglich sein dürfe. Des Weiteren war er der Ansicht, dass die Übergangsbrücken zum Steg außerhalb des Betriebes - also im Winter - wieder abgebaut werden müssen. Beide Forderungen wies der Gemeinderat als nicht hinnehmbar zurück.

"Die Anlage ist öffentlich und muss öffentlich bleiben", so der Tenor im Gremium. Der vorhandene Gemeindesteg am Gasthaus "Inselwirt" sei für alle zugänglich - und die Nutzung des Neubaus, der die baufällige Konstruktion ersetzt, dürfe auch keineswegs eingeschränkt werden. Der Bürgermeister betonte, wenn der neue Steg nicht öffentlich zugänglich sei, "dann brauchen wir ihn überhaupt nicht".

Der Statiker, den die Herstellerfirma eingeschaltet hat, überarbeitet sein Gutachten. Anschließend werde dann die Gemeinde einen Statiker in Traunstein einschalten und nochmals den Steg prüfen lassen, so der Vorsitzende des Wassersportvereins Fraueninsel (WVF), Charly Zipfer, auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung. Als Nutzungsberechtigter der Steganlage hatte der WVF diese nochmalige Prüfung bereits zu einem früheren Zeitpunkt in die Wege geleitet.

Der in der Sitzung anwesende Planer der Anlage, Architekt Georg Wieland von der Fraueninsel, zeigte sich auf Anfrage skeptisch, wann dann aufgrund der notwendigen statischen Prüfungen mit dem Bau überhaupt begonnen werden könne. "Das kann noch Monate dauern", meinte Wieland.

Die neue Anlage auf der Westseite ist als Schwimmsteg konzipiert. Bauherr ist die Gemeinde.

Der Schwimmsteg passt sich dem Wasserstand an. In einer Gesamtlänge von 142 Metern führt er vom Ufer rund 70 Meter weit in einer L-Form aufs Wasser hinaus. Er umfasst voraussichtlich 45 Liegeplätze und bietet damit Anlegemöglichkeiten für Besucher, Insulaner, Rettungsdienste und den Regattabetrieb.

Nachdem der Hauptsponsor abgesprungen war, fasste man erst in diesem Jahr einen Neubau konkret ins Auge. Die Finanzierung der rund 246.000 Euro teuren Anlage erfolgt aus Mitteln der Gemeinde, des WVF und Spenden.

Viele Insulaner, so auch die Vorstandschaft des WVF, waren zu der Sitzung im Klubhaus gekommen.

th/pü/Chiemgau-Zeitung

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