PTG will breitere Basis schaffen

Fraueninsler Markt bleibt erhalten

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Der Christkindlmarkt auf der Fraueninsel (im Hintergrund) war auch heuer ein Besuchermagnet. Unser Bild zeigt eine Warteschlange auf dem Dampfersteg in Gstadt. Viele der Inselbesucher setzen von dort über.

Prien/Fraueninsel - Der Christkindlmarkt auf der Fraueninsel wird unabhängig vom Erfolg und mit einem Jahresdefizit von 30.000 Euro weitergeführt: Man wolle dieses Kleinod bewahren.

Die Priener Tourismus GmbH stellt den Christkindlmarkt auf der Fraueninsel unabhängig vom Erfolg ihrer Suche nach finanziellen Unterstützern nicht grundsätzlich infrage. "Wir werden dieses Kleinod bewahren und auch weiterhin veranstalten, wollen es aber auf eine breitere wirtschaftliche Basis stellen", sagte PTG-Geschäftsführer Bertram Vogel.

Wie berichtet, hatte die Priener Tourismus GmbH (PTG) in einem Rundbrief bei Gemeinden und Hoteliers rund um den Chiemsee um finanzielle Unterstützung geworben, um ihr Jahresdefizit von 30.000 Euro zu senken. Insgesamt waren acht Gemeinden und 15 Hotels angeschrieben worden, präzisierte Vogel auf Nachfrage der Chiemgau-Zeitung.

Bisher hatten die Gemeinderäte in Rimsting und Gstadt sowie der Traunsteiner Stadtrat dieses Ansinnen in öffentlichen Sitzungen abgeschmettert (wir berichteten).

Der Markt hatte an seinen sechs Öffnungstagen an den ersten beiden Adventswochenenden heuer nach Angaben der Chiemsee-Schifffahrt, die sich auf ihre Fahrgastzahlen beruft, über 52000 Besucher angelockt, etwa vier Prozent mehr als 2012.

Den Markt gibt es mittlerweile seit zwölf Jahren. Der damalige PTG-Geschäftsführer Thorsten Rudolph hatte ihn seinerzeit initiiert. Er lockt Besucher aus nah und fern an. Vor allem auch Busunternehmen aus Bayern und angrenzenden Gebieten bieten Tagesreisen ans Bayerische Meer mit Besuch des einzigen bayerischen Weihnachtsmarktes auf einer Insel an.

An einem der beiden ersten Adventssamstage heuer wurden allein in Prien 120 Busse gezählt, obwohl eine Vielzahl der Gäste wegen der kürzeren Überfahrt von Gstadt aus auf das Eiland übersetzt.

Von Beginn an tritt die PTG als Veranstalter auf. Nach ihren Angaben lassen sich die Kosten, die besonders für den Aufbau und die Miete der Buden entstehen, nicht durch die Standgebühren der heuer rund 90 Fieranten kompensieren.

Die PTG argumentiert bei ihrem Antrag damit, dass die ganze Region rund um das Bayerische Meer von der Großveranstaltung profitiert. Als "touristisches Aushängeschild für die gesamte Region" bezeichnet Vogel deshalb diese fest etablierte Veranstaltung.

Von der Bekanntheit des Marktes in Deutschland und dem angrenzenden Ausland, seinem positiven Image und seiner Wertschöpfung profitierten Hotels, Gastronomie, Einzelhandel und Dienstleister: "Wir spüren das auf der Insel und rund um den See im ganzen Chiemgau durch volle Hotels, kaufkräftige Kundschaft und begeisterte Gäste, die als 'Wiederholungstäter' die Region im Sommer wieder besuchen kommen. Dies möchten wir sichern und bewahren. Hierfür suchen wir nach Partnern, die uns künftig dabei unterstützen", so der PTG-Chef.

Er wünscht sich eine "freiwillige Unterstützung" touristischer Leistungsträger, "um die Weiterführung und qualitative Weiterentwicklung zu sichern".

Als jahrelanger maßgeblicher Unterstützer habe nach dem PTG-Vorstoß die Chiemsee-Schifffahrt eine Erhöhung ihrer Leistungen zugesagt. Und mit der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling habe die PTG einen wichtigen neuen Partner gewinnen können. "Getreu ihrem Motto 'Gut für die Region' tritt die Sparkasse in diesem Jahr als Förderer auf", sagte Vogel. Zahlen zum Umfang der finanziellen Unterstützung durch Schifffahrt und Sparkasse wollte er auf Nachfrage nicht nennen. Er verwies auf entsprechende Vereinbarungen.

Neben den ablehnenden Äußerungen von Kommunalparlamenten verweist Vogel auch auf "Zustimmung und verständnisvolle Zusagen". Auch hier wollte der Geschäftsführer aber auf Nachfrage keine Namen nennen. "Der ersten Verwunderung, dass der Markt Defizit verursacht, folgt bei nahezu allen Gesprächspartnern der Vorschlag, Eintritt zu verlangen. Erklärt man, dass dies rechtliche Probleme mit sich bringt, sagen eigentlich alle Gesprächspartner - Hoteliers, Bürger und Touristen -, dass es doch die fairste Lösung wäre, wenn sich auch alle, die profitieren, daran mit einem kleinen Obolus beteiligen", berichtet er von Gesprächen.

Fotos vom Christkindlmarkt 2012:

Christkindlmarkt auf der Fraueninsel

Das am häufigsten von Kritikern genannte Argument, dass die PTG ja auch keine Christkindlmärkte in anderen Gemeinden unterstützen würde, lässt Vogel jedoch nicht gelten: "Unseren Christkindlmarkt in der Priener Ortsmitte finanzieren auch wir wie alle anderen Gemeinden ihre Märkte aus eigener Kraft. Der Christkindlmarkt auf der Fraueninsel hat aber eine so wichtige Bedeutung für die Region, dass ich es für angemessen erachte, wenn sich die, denen er Vorteile bringt, mit einem kleinen Obolus daran beteiligen."

Vogel will den Dialog mit potenziellen Unterstützern intensiv weiterführen und schaut positiv in die Zukunft: "Wir setzen uns dafür ein, dass die Tradition unseres Christkindlmarktes fortbesteht."

re/db/Chiemgau-Zeitung

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