Weg frei für Kliniksanierung

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Die RoMed Klinik Prien - Das neue Gesunheitszentrum, das am Samstag (14.11.) von 12 bis 17 Uhr mit einem Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

Prien (CH-Z) - Nach der finanziellen Weichenstellung durch den Kreistag hat der Bauausschuss des Marktgemeinderates nun auch die baurechtlichen Voraussetzungen für die Generalsanierung der RoMed Klinik Prien geschaffen.

Einstimmig genehmigte das Gremium die Pläne für den Neubau der beiden Bettenhäuser. Bis zum Jahr 2013 soll das Krankenhaus runderneuert werden. 34,15 Millionen Euro werden nach neuesten Schätzungen Abriss und Neubau der beiden Trakte kosten. 13,75 Millionen davon sollen als Zuschüsse fließen. Ursprünglich hatte der Landkreis mit mehr Fördergeldern gerechnet. Deshalb seien bei der Planung "Abstriche" gemacht worden und die Flächen leicht "geschrumpft", sagte Architekt Marc Rehle bei der Präsentation der Pläne im Rathaus. Der Planer ist Geschäftsführer des Büros "RRP Architekten + Ingenieure" in München.

Die beiden Bettenhäuser stammen aus den 60er-Jahren, als das Krankenhaus noch "Thyssen-Klinik" hieß. Eine Sanierung hätte sich wegen zahlreicher Mängel nicht rentiert, erläuterte Rehle. Stehen bleibt nur der Funktionsbau in der Mitte des Komplexes, der in den 80er-Jahren entstanden war.

Noch in diesem Monat soll mit dem Abriss des Seebettenhauses begonnen werden. Der Neubau wird um 90 Grad gedreht, so dass die Mehrzahl der Patientenzimmer, die allesamt Balkone bekommen, künftig Blick zum See haben. Die übrigen sind nach Süden ausgerichtet, keines mehr zur Harrasser Straße hin. 2012 soll im zweiten Bauabschnitt das Südbettenhaus fallen und neu gebaut werden.

Der Haupteingang der Klinik liegt in Zukunft an der Südseite, etwa da, wo sich heute der Eingang vom Parkplatz zur Notaufnahme befindet. Zwischen künftigem Seebettenhaus und dem alten Funktionstrakt wird eine Art Wintergarten-Halle mit einem Glasdach in etwa zwölf Metern Höhe entstehen.

Die neuen Bettenhäuser werden im Wesentlichen fünfgeschossig. Noch höher hinaus gehen die Pläne für die künftige Krankenhauskapelle. Sie soll in etwa gleicher Größe wie die bisherige über dem Haupttreppenhaus gebaut werden.

In Unter- und Erdgeschoss sollen vor allem Funktionsräume und Fachabteilungen untergebracht werden, zum Beispiel der Bereitschaftsdienst, Patientenaufnahme, Endoskopie, Vortragsraum, Cafeteria und Empfang. Erster bis dritter Stock sind hauptsächlich für die Pflegestationen vorgesehen. In den Antragsunterlagen sind insgesamt 139 Betten aufgeführt, die meisten in Zwei-Bett-Zimmern und neun davon für die Intensivpflege.

Die Zahl der Parkplätze soll nach Rehles Worten erhalten bleiben. Denkbar wäre nach Angaben des Architekten ein zusätzliches Deck über dem Hauptparkplatz, mit dem die Zahl der Stellplätze praktisch verdoppelt werden könnte. Bei einer Bewirtschaftung, also der Erhebung von Gebühren, würde sich ein solcher Bau in eineinhalb Jahren amortisieren, rechnete der Planer vor.

Rehle zufolge wird die RoMed Klinik im Endausbau "fast Passivhausstandard" haben. Eine Solarthermieanlage wird für Warmwasser sorgen, der Anschluss an das geplante Biomasseheizkraftwerk der Marktgemeinde Prien sei vorgesehen.

Die Fassaden der künftigen Bettenhäuser sind im Entwurf hauptsächlich in Grüntönen gehalten. Angedacht ist ein Kupferdach, das sich aber wahrscheinlich nicht realisieren lassen wird.

Einstimmig und ohne Diskussion gab der Bauausschuss grünes Licht für den Bauantrag des 34 Millionen Euro schweren Vorhabens. Dafür entzündete sich anschließend eine längere Debatte an einer Hinweistafel, die an der Zufahrt zum neuen Gesundheitszentrum (GHZ) aufgestellt werden soll und für die ein gesonderter Antrag vorlag.

Auf dem vier Meter hohen und 1,30 Meter breiten Pylon soll vor allem Autofahrern der Weg zu den einzelnen Einrichtungen des GHZ und zum eigentlichen Krankenhaus gewiesen werden. Bürgermeister Jürgen Seifert, Dr. Claudia Trübsbach (BfP) und Joachim Bensemann (FW) erschien sie überdimensioniert.

Weil mehrere Mitglieder des Gremiums zu bedenken gaben, dass die Sicht vom GHZ-Parkplatz auf die Harrasser Straße durch die große Tafel beeinträchtigt würde, schlugen Michael Schlosser (ÜWG) und Renate Hof (CSU) vor, sie etwas weiter von der Straße weg im Grundstück aufzustellen.

Mit der Maßgabe, dass der Pylon mindestens zwei Meter vom Fahrbahnrand abgerückt werden muss, genehmigte ihn die Mehrheit schließlich.

Dirk Breitfuß/Chiemgau-Zeitung

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