Fronten verhärten sich

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Bernau - Ein "heißer Herbst" kündigt sich in Bernau an: Im Streit um den Standort für ein neues Rathaus verhärten sich die Fronten.

Befürworter und Gegner der vom Gemeinderat angedachten Lösung im Bereich der Chiemseestraße formieren sich in Bürgerinitiativen und suchen die Auseinandersetzung.

Nach jahrelangen Diskussionen hat der Gemeinderat vor einiger Zeit eine richtungsweisende Entscheidung getroffen: Mit großer Mehrheit beschloss das Gremium, einen Bebauungsplan für die Chiemseestraße aufzustellen und das Rathaus in diesem Bereich zu errichten. Auf dieser Grundlage lässt das Gremium derzeit Architekten den besten Standort für das Verwaltungsgebäude suchen. Ergebnisse des Wettbewerbes sind laut Bürgermeister Klaus Daiber im nächsten Monat zu erwarten.

Die Diskussionen in der Bürgerschaft gehen unterdessen weiter - und sie vertiefen sich. Die Befürworter eines Standortes an der Chiemseestraße formieren sich: "Auf Anregung von engagierten Bürgern und Unternehmern aus Bernau und Hittenkirchen" wird laut Stephan Hartl eine Bürgerinitiative (BI) "Pro Chiemseestraße" gegründet. Die neue Initiative habe die Ziele, dass die Chiemseestraße aufgewertet und dort auch das Rathaus gebaut werde - samt attraktiver Umfeldgestaltung. "Pro Chiemseestraße" wolle mit ihren Aktivitäten die derzeitigen Planungen der Gemeinde unterstützen, so Hartl.

"Pro Chiemseestraße"

Die Gründungsversammlung der Bürgerinitiative ist am Montag, 19. September, um 19.30 Uhr, im Café "Colonial" im Ärztezentrum - in der Chiemseestraße. Alle Interessierten sind willkommen.

Bereits zusammengeschlossen haben sich die Befürworter eines Standortes an der Aschauer Straße: eines Rathauses im Verbund mit dem Haus des Gastes. Der Name der BI lautet "Neues Rathaus zum halben Preis". Die neue Bürgerinitiative knüpfe an die alte an, die sich seinerzeit - Mitte der 90er-Jahre - schon erfolgreich gegen den Bau eines Rathauses an der Chiemseestraße gestellt habe, so Herbert Hartl, einer der Initiatoren dieser BI.

"Neues Rathaus zum halben Preis"

Die Bürgerinitiative ist der festen Ansicht, dass sich - deswegen auch ihr Name - ein neues Rathaus zum halben Preis verwirklichen lassen. Nach ihren Angaben habe das Planungsbüro Straßer in der Bürgerversammlung am 16. Februar Baukosten in Höhe von 3,79 Millionen Euro präsentiert. "Architekten errechneten für die Aschauer Straße Gesamtkosten in Höhe von 1,84 Millionen Euro einschließlich Verbindungsbau in Glas und Aufzug. Für den Umbau des Hauses des Gastes sind zusätzlich zirka 200000 Euro aufzuwenden", schreibt die BI in einem Informationsblatt.

Die Befürworter eines Rathauses an der Aschauer Straße haben sich ein Ziel gesetzt: Wenn der Gemeinderat - wie angekündigt - seine Planung an der Chiemseestraße dem Bürger im Rahmen eines Bürgerentscheides zur Abstimmung vorlegt, dann wollen sie ihm zeitgleich ihr Projekt an der Aschauer Straße ebenso präsentieren und ihn zur Stellungnahme auffordern. Sie wollen ein Bürgerbegehren auf den Weg bringen und einen Bürgerentscheid herbeiführen. Die Frage, die sie von den Wählern in der Gemeinde beantwortet haben wollen, lautet: "Sind Sie dafür, dass das neue Bernauer Rathaus an der Aschauer Straße unter Mitnutzung des jetzigen Hauses des Gastes entsteht?"

Die Bürgerinitiative "Neues Rathaus zum halben Preis" veranstaltet am Donnerstag, 22. September, um 20 Uhr einen Informationsabend im Saal des Gasthauses "Kampenwand". Ihre Sprecher wollen die Vorteile des Rathausstandortes Aschauer Straße erläutern sowie den Bürgern Rede und Antwort stehen. Vor allem sammeln sie aber auch Unterschriften für ihr Bürgerbegehren. Alle Interessierten sind auch zu dieser Veranstaltung willkommen.

Gernot Pülz (Chiemgau Zeitung)

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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