Gesucht: ein großer Campingplatz

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Bernau - Einen schönen, großen Campingplatz, der die Urlauber in den Ort holt, wünschen sich viele Bürger in Bernau. Denn sie leben nach wie vor von den Touristen, die das Geld in die Wirtshäuser und in die Geschäfte bringen.

Jetzt kam das Thema erneut auf den Tisch: In der Bürgerversammlung am Mittwoch im Gasthaus "Kampenwand" forderten mehrere Einheimische, den bestehenden, nur noch kleinen Campingplatz der Gemeinde in Felden wieder zu vergrößern. Bürgermeister Klaus Daiber winkte jedoch ab. 

In der immer wieder aufflammenden Diskussion um einen großen Campingplatz geraten die Stellplätze, die die Gemeinde für Wohnmobile und Pkw samt Wohnwagen in Felden anbietet, mit steter Regelmäßigkeit - wie jetzt auch wieder - in den Mittelpunkt. Die Kommune hatte ihn schon vor Jahr und Tag auf eine Restfläche mit rund 65 Stellplätzen verkleinert. Mit Ablauf dieser Saison will sie ihn schließen - womit sie jedoch in den Reihen der Bürgerschaft auf Kritik stößt.

"Wir brauchen einen sehr guten Campingplatz", sagte Norbert Klauck, der Vorsitzende des Gewerbevereins, in der Bürgerversammlung nach dem Rechenschaftsbericht von Daiber. Klauck regte an, den Campingplatz in Felden nach Osten und Westen zu erweitern. "100 bis 150 Stellplätze müssten erreichbar sein." Und vor allem, so Klauck weiter: "Wir haben einen Investor."

Ins gleiche Horn stieß Josef Feuersteiner. Auch er erinnerte daran, dass die Camper "Geld haben" und somit den Betrieben in Bernau Einnahmen bringen. Lothar Obermaier schlug vor, den Wohnmobilen gegen eine geringe Gebühr - etwa fünf Euro - die Übernachtung auf dem Parkplatz an der Tennishalle in Felden zu erlauben.

Der Campingplatz spiele in der Planung für die nächsten Jahre keine Rolle mehr, erinnerte Daiber an die Beschlusslage im Gemeinderat. Den "Rumpf-Campingplatz" könnte man allenfalls nach Osten in den Bereich hinein erweitern, den die Gemeinde vom Bund erworben habe - nach Westen hingegen nicht. Denn dort sei der große Parkplatz für die Besucher des Chiemsees. Und diese Stellplätze seien unentbehrlich. Mit einer Erweiterung allein nach Osten könnte man laut Daiber "vielleicht an die 70 Stellplätze" erreichen. Für einen Campingplatz, der sich wirtschaftlich trägt, seien jedoch 150 Stellplätze vonnöten.

Der Bürgermeister sah die Gemeinde außerstande, selbst die Initiative zu ergreifen. Denn um einen modernen, guten Campingplatz mit eben 150 Stellplätzen zu schaffen, seien Investitionen in einer Größenordnung von 1,5 bis zwei Millionen Euro nötig - und dieses Geld habe die Kommune nicht. Der Rathauschef hoffte, dass private Investoren auf den Plan treten.

"Unerträglicher Zustand"

Neben dem Campingplatz kamen viele weitere Themen in der Diskussion in der Bürgerversammlung zur Sprache - etwa auch die Hunde in Bernau. So meinte Klaus Praßberger, dass ihre Zahl in der Ortschaft zunehme - mit der Folge, dass auch immer mehr Kot zu finden sei. Praßberger sprach von einem "langsam unerträglichen Zustand". Seine Forderung: Die Hundehalter seien zu verpflichten, dass sie ihre Vierbeiner an die Leine nehmen. Dann kommen sie laut Praßberger nicht mehr umhin, auch die Hinterlassenschaften ihrer Tiere nicht nur zu entdecken, sondern sie dann hoffentlich auch zu entsorgen.

Dr. Gernot Kattinger meinte, dass "80 bis 90 Prozent" der Hundehalter vernünftig seien, ihre Tiere anleinen und auch deren Kot mitnehmen. "Es gibt aber leider immer wieder Unbelehrbare." Er zeigte kein Verständnis, dass die Schilder abmontiert worden seien, die die Hundehalter in Bernau - sowie auch jene aus Rottau und Grassau, die in den Ort kommen - auffordern, ihre Vierbeiner nicht frei herumlaufen und keinen Kot liegenzulassen.

Eine generelle Anleinpflicht einzuführen "geht nicht", sagte Daiber. Denn in diesem Fall müsste die Gemeinde einen großen Platz ausweisen und den Hundehaltern anbieten, ihn mit ihren Tieren zum Auslaufen zu nutzen - wozu sie jedoch nicht in der Lage sei. Weiter betonte der Rathauschef, dass die Gemeinde die Schilder keineswegs entfernt habe. Vielmehr seien sie offensichtlich von Unbekannten "mutwillig" abmontiert worden. Die Kommune werde die Hinweistafeln wieder aufstellen.

"Messerscharfe Kanten"

Zur Sprache kamen auch die Radwege. Susanne Pfliegl kritisierte, dass sich die Gemeinde neuerdings selbst als "Radlerparadies" bezeichne. In Wirklichkeit seien auf den Wegen jedoch oft alles andere als paradiesische Zustände gegeben. Anzutreffen seien, was auch Lothar Obermaier bemängelte, hohe Bordsteinkanten - "messerscharfe Kanten". Pfliegl: "Mit einem guten Radl braucht man in Bernau nicht radfahren." Daiber räumte ein, dass da und dort Handlungsbedarf bestehe. Für einige Wege und Straßen in Bernau sei jedoch nicht die Gemeinde, sondern vielmehr der Landkreis zuständig (weitere Berichte über die Bürgerversammlung folgen).

pü/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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