Gesucht: Mieter für Räume im Schloss

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Herrenchiemsee - Nach der Landesausstellung bietet die Schlossverwaltung nun an, die Räume für Veranstaltungen zu vermieten. Bislang jedoch hält sich das Interesse in Grenzen.

Dossier:

Landesausstellung "Götterdämmerung"

Der Zauber der Landesausstellung über den Märchenkönig liegt nicht mehr in der Luft. Doch auch ohne die Exponate, die das Leben und Sterben von Ludwig II. im vergangenen Jahr auf Herrenchiemsee auf so beeindruckende Weise nähergebracht haben, verbreiten die jetzt leeren Rohbauräume im Nordflügel des Schlosses eine ganz besondere, königliche Atmosphäre. Nach der "Götterdämmerung" bietet die Schlossverwaltung nun an, die Räume für Veranstaltungen zu vermieten. Bislang jedoch hält sich das Interesse an den Sälen in Grenzen.

Um die Landesausstellung in einem passenden Umfeld präsentieren zu können, hatte der Freistaat Bayern tief in die Tasche gegriffen. Für 5,4 Millionen Euro öffnete er zehn Säle im Nordtrakt von Herrenchiemsee, die Ludwig II. seinerzeit nicht vollendet hatte, für die Öffentlichkeit. Der Blick ging damals in Richtung Landesausstellung - und auch weit darüber hinaus. Nach der "Götterdämmerung" sollte die Schlossverwaltung Herrenchiemsee die Räume, so die Zielsetzung, an Firmen und Einrichtungen, an Vereine und Privatpersonen vermieten, die für eine Tagung, eine Feier oder auch für eine Ausstellung einen besonderen Rahmen suchen.

Die Vermarktung ist angelaufen. Vor zirka zwei Monaten habe die Schlossverwaltung Herrenchiemsee, so deren Leiter Josef Austermayer in einem Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung, damit angefangen, die Räume für Veranstaltungen anzubieten. Bisher habe sich "noch nicht so der Run" eingestellt. Etwa zehn Anfragen insbesondere von Event-Firmen seien bislang eingegangen. Eine "konkrete Buchung" habe sich noch nicht ergeben. Doch der Leiter der Schloss- und Gartenverwaltung Herrenchiemsee rechnet damit, wie er weiter sagte, dass in der nächsten Zeit "ein bis zwei" Vermietungen für den Herbst zustandekommen.

Dass er mit den Sälen noch nicht so richtig ins Geschäft gekommen ist, beunruhigt Austermayer nicht weiter. Schließlich sei das Angebot noch ganz neu. "Wir stehen erst am Anfang", sagte er. Und so seien jetzt erst einmal alle Möglichkeiten der Vermarktung auszuschöpfen. Nachdem die Schlossverwaltung die Räume im Internet zur Schau gestellt hat, zieht sie laut Austermayer nun etwa auch in die Erwägung, mit den Tourismusverbänden im Großen und den Tourismusgemeinden im Kleinen Kontakt aufzunehmen.

Angemietet werden können zehn Räume im Nordflügel des Schlosses: sechs im Parterre und vier im Obergeschoss. Ihre Größe liegt zwischen 39 und 158 Quadratmeter. Sie eignen sich für Veranstaltungen - eine Bestuhlung in Reihen vorausgesetzt - mit 100 bis 180 Besuchern. Während die Säle "unten" kleiner ausfallen, sind sie "oben" größer. Entsprechend auch die Preise: Wer einen Raum im Erdgeschoss mietet, muss 200 oder 400 Euro pro Tag bezahlen. Und wer ins Obergeschoss geht, der hat 500 Euro zu berappen.

Wer im Schloss feiern will, muss also schon ziemlich tief in die Tasche greifen. Auch Josef Austermayer hält, wie er sagt, "den Preis für eher hoch". Gleichwohl sei das Schloss aber ein "besonderer Ort" - und so eine Umgebung habe immer ihren Preis. Sollte sich aber herausstelllen, dass eine Vermietung auf diesem Niveau Schwierigkeiten bereite, "dann werden wir", so Austermayer, "mit der Hauptverwaltung sprechen" - also mit der Bayerischen Schlösserverwaltung, die letztlich das Sagen hat. In diesem Fall sei dann über eine Verringerung der Miete zu sprechen. Denn, so Austermayer: "Der Preis soll die Leute nicht abschrecken."

Doch so schnell schießen die Preußen nicht. Jetzt will die Schlossverwaltung erst einmal ihr Angebot bekannt machen - und vor allem auch die Restarbeiten erledigen beziehungsweise von den Handwerkern, die noch in der Bringschuld stehen, erledigen lassen. Denn auch wenn die Landesausstellung bereits im Oktober ihre Tore geschlossen hat, so ist in den Räumen auch ein Dreivierteljahr später noch nicht alles perfekt für eine Vermietung. Um ein Beispiel zu geben: In der Ausstellung waren die Fenster zugestellt, jetzt sind sie frei -und so müssen zum Schutz und zur Sicherheit der Besucher Geländer angebracht werden. Alles in allem schätzt der Leiter der Schlossverwaltung, dass die Arbeiten bis Ende August abgeschlossen werden. Laut Austermayer stehen sie aber auch weiterhin einer Vermietung nicht im Wege.

Gernot Pültz/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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