"Café International" mit Einheimischen und Asylbewerbern

Es genügte oft nur ein Lächeln zur Annäherung

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Lauter strahlende Gesichter und viele neue Bekanntschaften gab es beim ersten "Grabenstätter Café International" im Pfarrsaal in Grabenstätt. Organisiert hatte das Treffen der ehrenamtliche „Helferkreis Asyl“ und der Pfarrgemeinderat.

Grabenstätt - Viele Grabenstätter Bürger und ein Großteil der im Ort untergebrachten Asylbewerber nutzten die Gelegenheit, um sich näher kennenzulernen.

Ein voller Erfolg war das erste "Grabenstätter Café International" im Pfarrsaal Grabenstätt. Menschen jeder Herkunft und Kultur, Einheimische und Zugezogene, Asylbewerber und Flüchtlinge, Jung und Alt trafen sich, um bei Kaffee und Kuchen miteinander ins Gespräch zu kommen und sich näher kennenzulernen. Veranstalter waren der rund 35-köpfige ehrenamtliche „Helferkreis Asyl" der Gemeinde, der sich im Mai vergangenen Jahres im Zuge der ersten Info-Veranstaltung „Asylbewerber in Grabenstätt“ aus der Bürgerschaft heraus gegründet hatte, und der Pfarrgemeinderat Grabenstätt.

Mit Atlanten und Karten die Heimat gezeigt

Die zahlreich erschienenen Grabenstätter Asylbewerber genossen das ungezwungene Zusammensein mit ihren Mitbewohnern und Ansprechpartnern aus dem Helferkreis, suchten aber auch immer wieder den Kontakt mit anderen Bürgern. Auf Atlanten und Karten konnten sie diesen zeigen, wo sie herstammen und auf welch schwierigen und teilweise lebensgefährlichen Wegen sie nach Europa und schließlich nach Deutschland gelangt sind. Immer dann, wenn es Sprachprobleme gab, half man sich kurzerhand mit Gestik und Mimik aus. Manchmal genügte auch nur ein Lächeln und das Eis war gebrochen. Ein paar Asylbewerber halfen bei der Bewirtung mit oder vergnügten sich beim Kartenspielen. Wieder andere übersetzten in die persische Sprache Farsi, die Paschtunen-Sprache Paschtu und in die pakistanische Sprache Urdu, als Matthias Fauser vom „Helferkreis Asyl“ die Gäste auf Deutsch und Englisch begrüßte. Ein Pakistani ließ es sich nicht nehmen, seine Gesangskünste zu demonstrieren.

Neben den erfolgreichen Deutschkursen, die der Helferkreis Asyl dreimal wöchentlich anbietet, zeigt die Integrationsarbeit auch anderweitig Früchte: Ein Asylbewerber arbeitet bereits 30 Stunden wöchentlich in einem Altenheim und ein anderer in Vollzeit bei einer Fastfood-Kette. Dass die Integration so gut klappe, liege an der sehr guten Organisation und der Anfang des Jahres vorgenommenen Bestellung von sogenannten „Paten“, die jeweils mehreren Asylbewerbern als persönliche Ansprechpartner und Vertrauenspersonen zur Verfügung stehen, so Fauser. Größtes Hindernis seien nach wie vor Sprach- und Verständnisschwierigkeiten, gab Renate Schützinger zu bedenken. Das Amtsdeutsch der Behörden sei schon für deutsche Muttersprachler oft schwer zu verstehen, da könne man sich gut vorstellen, dass ein Syrer, Iraker oder Afghane auf verlorenem Posten stehe und Hilfe benötige. Ihre Helferkreis-Kollegin Ariane Looshorn verriet, dass sie den Asylbewerbern auch immer wieder zu vermitteln versuche, dass das Leben in Deutschland kein Zuckerschlecken sei und sich jeder Deutsche seinen Lebensunterhalt hart erarbeiten müsse. „Wenn sie dann hören, dass ein Führerschein 2000 Euro und eine Mietwohnung 600 Euro im Monat kostet, dann merken sie schnell, dass das Geld nicht ausreicht“, so Looshorn. „Wir sind sehr dankbar, dass wir hier so gut aufgenommen worden sind und bedanken uns herzlich dafür, wir wollen den Menschen hier aber auch etwas zurückgeben“, meinte ein Asylbewerber in perfektem Englisch.

In Grabenstätt leben derzeit 56 männliche Asylbewerber. Drei Iraker und 23 Pakistaner im alten Pfarrkindergarten, fünf Syrer, drei Eritreer und zwei Pakistaner am Marktplatz und 20 Afghanen im Ortsteil Winkl. Sollte sich die im Raum stehende Sollquote von knapp 150 Asylbewerbern bis Jahresende auch nur zur Hälfte bewahrheiten, wäre der Helferkreis dringend auf weitere ehrenamtliche Helfer angewiesen, hieß es. Schon jetzt freue man sich über jede Unterstützung.

Die Chancen, dass das "Café International“ eine Neuauflage erfährt, stehen gut, denn der Zuspruch hatte alle Erwartungen übertroffen. Auch Bürgermeister Georg Schützinger, der gemeindliche Geschäftsleiter Peter Lex, Pater Augustin und Gemeindereferentin Barbara Burghartswieser waren begeistert. „Es war toll, das können wir ruhig öfters machen“, brachte es eine Besucherin passend auf den Punkt.

Markus Müller

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