Historischer Tag bei der Freiwilligen Feuerwehr Erlstätt

"Zäsur" nach 30 Jahren: Josef Hölzle löst Herbert Klauser als Vorstand ab

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Zum Ehrenvorstand der Freiwilligen Feuerwehr Erlstätt ernannt wurde Herbert Klauser (Zweiter von links), der 30 Jahre 1. Vorstand war und 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst leistete. Ebenfalls geehrt wurden 1. Kommandant Bernhard Poller (Zweiter von rechts), der sein Amt nach 18 Jahren abgibt, und Johann Hölzle (rechts), der 37 Jahre in der Vorstandschaft war, zuletzt 16 Jahre als Schriftführer. Auch Bürgermeister Georg Schützinger (links) gratulierte.

Grabenstätt - Historischer Tag für die Freiwillige Feuerwehr Erlstätt. Josef Hölzle ist neuer 1. Vorstand der Feuerwehr Erlstätt. Sein Vorgänger Herbert Klauser war 30 Jahre 1. Vorstand und ist nun Ehrenvorstand.

Von einem "historischen Tag" und einer "Zäsur" sprach Bürgermeister Georg Schützinger bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Erlstätt, denn es ging eine Ära zu Ende. Zum neuen 1. Vorstand wählten die Mitglieder bei den turnusmäßigen Neuwahlen Josef Hölzle, der damit in die großen Fußstapfen von Herbert Klauser tritt. Dieser stand 30 Jahre an der Spitze des Feuerwehrvereins. "Ich habe während meiner Amtszeit zwei Kreisbrandräte, zwei Kreisbrandinspektoren, fünf Kreisbrandmeister, drei Pfarrer, aber nur einen Bürgermeister erlebt", blickte Klauser mit einem Schmunzeln zurück. Er stehe jetzt nicht mehr ganz vorne, werde aber immer da sein, wenn sein Rat gefragt sei. 

Für das Amt des 2. Vorstands gab es zwei Bewerber. Überraschungskandidat Tobias Muggenhamer entschied die Abstimmung gegen den Amtsinhaber und zukünftigen 1. Kommandanten Michael Wimmer für sich. Neuer Schriftführer ist Florian Hölzle. Er setzte sich hauchdünn gegen Magdalena Poller durch. Zum neuen Kassier gewählt wurde Thomas Kaltner. Er beerbt damit Manfred Engelmeier. Als Beisitzer gehören in den kommenden sechs Jahren Herbert Schuhbeck und Sebastian Muggenhamer der Vorstandschaft an. Die Fahnenabordnung setzt sich aus Herbert Klauser junior, Josef Mittermeier und Bernard Poller junior zusammen. Kassenprüfer bleiben Johann Lackner und Josef Wirnshofer. "Die Erlstätter Feuerwehr hat nun wieder eine funktionsfähige Vorstandschaft", gratulierte Wahlleiter Georg Schützinger. 

Die neue gewählte Vorstandschaft der Freiwilligen Feuerwehr Erlstätt: (von links) Kassier Thomas Kaltner, 2. Vorstand Tobias Muggenhamer, Beisitzer Herbert Schuhbeck, 1. Vorstand Josef Hölzle, Beisitzer Sebastian Muggenhamer und Schriftführer Florian Hölzle.

Auch zahlreiche Ehrungen standen auf dem Programm. Der bisherige Vereinschef Herbert Klauser wurde gleich mehrfach ausgezeichnet, zum einen für 30 Jahre im Amt des 1. Vorstands und 35 Jahre in der Vorstandschaft sowie für 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst. Zudem bekleidete er insgesamt 20 Jahre das Amt des Jugendwarts und war vier Mal Sprecher der Ortsvereine. Als Dank und Anerkennung für seine großen Verdienste um die Erlstätter Feuerwehr wurde er zum Ende der Versammlung zum Ehrenvorstand ernannt. Den Heiligen Florian, Schutzpatron der Feuerwehren, bekam nicht nur Klauser, sondern auch Bernhard Poller, der 18 Jahre lang mit Leib und Seele das Amt des 1. Kommandanten ausgeführt hatte und die Ehrung sichtlich gerührt entgegennahm. Poller war von 1981 bis 1998 Fähnrich, seit 1990 Gruppenführer und seit 1997 1. Kommandant. Ihm und Herbert Klauser ist es zu verdanken, dass in Erlstätt seit 2001 auch Frauen zur aktiven Wehr gehören. Ebenfalls gehrt wurde Johann Hölzle, der der Vorstandschaft 37 Jahre angehörte, zuletzt 16 Jahre als Schriftführer. Der scheidende 1. Kommandant Poller erinnerte in seinem Bericht an 31 Einsätze, darunter drei Brände in Tinnerting (Trafo-Brand), Chieming (Containerbrand bei der Firma Remondis) und Bergen (Dampfalm), zwölf technische Hilfeleistungen (THL), darunter ein Verkehrsunfall, zwei Tragehilfen, vier Ölspuren/Güllespuren und drei Bäume über der Fahrbahn, 14 sonstige Tätigkeiten (vor allem Verkehrsabsicherung und Parkplatzdienste), sowie zwei Sicherheitswachen. 

Diese Einsätze seien mit 754 Stunden abgearbeitet worden. „Insgesamt leistete die Mannschaft 5399 Stunden im Dienst für den Nächsten“, lobte Poller. Bei den acht gemeinsamen und fünf geteilten Übungen seien 741 Stunden aufgewandt worden. Zudem habe es zahlreiche Schulungen, Kurse und Lehrgänge auf Landkreisebene beziehungsweise an der staatlichen Feuerwehrschule in Geretsried gegeben. 

Die aktive Wehr besteht aus 65 Personen. Aus der Jugendgruppe übernommen wurden Stefan Kreiler, Maximilian Neuhauser, Valentin Poller und Sebastian Sollacher. Sie sind nun Feuerwehrmänner. Zu Oberfeuerwehrmännern befördert wurden Andreas Hölzle und Franz-Josef Kreiler. 33 Aktive legten das Leistungsabzeichen "Die Gruppe im Löscheinsatz" ab. 

Ein Sonderlob verteilte Poller an die Ausbilder Stefan Nitzinger, Josef Kreiler, Josef Hölzle und Michael Gnadl. "Wir haben derzeit 225 Mitglieder, davon 148 passive, ein Ehrenmitglied, elf Jugendliche und 65 Aktive", berichtete Herbert Klauser und ließ das Vereinsleben letztmals als 1. Vorstand Revue passieren. Die Zahl der Feuerwehranwärter habe sich von acht auf elf erhöht, betonte der scheidende Jugendwart Michael Wimmer und freute sich über zehn Neuzugänge. Insgesamt seien 39 Übungen, Schulungen, Ausbildungen und sonstige Tätigkeiten abgehalten worden, bei denen 1031 Stunden ohne Ausbilder zusammengekommen seien. "Zum Jahresende hatten wir 38 Atemschutzträger, also vier mehr als Ende 2014", berichtete Leiter Atemschutz Josef Hölzle. Man sei zu vier Einsätzen ausgerückt, bei denen jeweils mindestens 15 diensttaugliche Atemschutzträger am Einsatzort beziehungsweise am Feuerwehrgerätehaus in Erlstätt zur Verfügung gestanden hätten, so Hölzle. 

Landkreisweit befände man sich mit 38 Atemschutzträgern unter den ersten fünf von zirka 80 Feuerwehren. Erfreuliche Zahlen vermeldete Kassier Manfred Englmeier. Im vergangenen Jahr konnte sogar ein beachtlicher Überschuss erwirtschaftet werden. Nach der einstimmigen Entlastung der Vorstandschaft entschieden die Mitglieder einstimmig, den Überschuss der Rücklagenbildung zuzuführen. Bürgermeister Georg Schützinger bedankte sich beim Verein, den ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern und der aktiven Mannschaft für die geleistete Arbeit und wünschte sich auch für die Zukunft ein gutes Zusammenarbeiten. "In Erlstätt ist die Feuerwehrwelt noch in Ordnung, dank eurer Ausbilder habt ihr eine topausgebildete Mannschaft, da passt einfach alles, auch bei der Jugendarbeit", lobte Kreisbrandinspektor Georg König.

Der neue Kreisbrandmeister Stephan Hellmuth schloss sich den Dankesworten und Glückwünschen an. Pater Vasile Dior bedankte sich im Namen seiner Mitbrüder bei der Erlstätter Feuerwehr und Pfarrgemeinderatsvorsitzender Franz Kreiler tat dies für die Pfarrei Erlstätt. Man werde die Feuerwehr Erlstätt erfolgreich weiterführen, versprach der neue 1. Vorstand Josef Hölzle und erinnerte daran, dass in seine Amtszeit 2021 auch das 150-jährige Gründungsfest falle.

mmü

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