Grabenstätt plant Fernwärmeanlage

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Grabenstätt - Ein mögliches neues Großprojekt steht in absehbarer Zeit in der Gemeinde an. Der Gemeinderat befasste sich in seiner jüngsten Sitzung mit dem Bau einer Fernwärmeanlage.

Das 1,6-Millionen-Projekt könnte an der östlichen Seite der neuen Turn- und Mehrzweckhalle entstehen.

Bereits seit zwei Jahren wird eine solche Einrichtung diskutiert. Dazu wurde eine Informationsfahrt nach Leogang/Land Salzburg unternommen, wo eine Fernwärmeanlage steht, wie sie vielleicht auch in Grabenstätt in Frage käme.

Jetzt stellte Wolfgang Wimmer, Geschäftsführer des Biomassehofs Achental in Grassau, die Fernwärmeanlage in der Sitzung vor. Das Fernheizwerk sollte im Biomassekessel über eine Nennleistung von 700 bis 800 Kilowatt und in der Ölkesselanlage über 1500 Kilowatt verfügen. Pro Jahr würde mit einer Wärmeabnahmemenge von 2250 Megawattstunden gerechnet. Geheizt würde ausschließlich mit Hackschnitzeln. Doch könnte in Spitzenzeiten mit Öl zugeheizt werden. Mit dem Fernwerk könnten pro Jahr 265.000 Liter Heizöl eingespart werden. Und 650 Tonnen an CO2.

Angedacht wäre die Anlage auf einer Trassenlänge von maximal zwei Kilometern im südlichen Ortsbereich, wo unter anderem die Schule, die Mehrzweckhalle, das Kreisaltenheim, der neue Pfarrkindergarten, das Pfarrheim, das alte Feuerwehrhaus, das Vereinsheim und auch das Rathaus angeschlossen werden könnten.

Die Anschlusskosten für ein Einfamilienhaus würden im Durchschnitt 3000 bis 5000 Euro betragen. Entscheidend für die Anschlusskosten ist das Alter der vorhandenen Heizanlage. Dazu gibt es einen Rabatt. Das heißt konkret: Wenn die Anlage nicht älter als fünf Jahre ist, würde die sogenannte Wärmeabgabestation keinen Cent kosten. Bei einem 15 Jahre alten Kessel würden noch immer 50 Prozent erstattet.

Das Gremium beschäftigte in erster Linie die Finanzierung. Bürgermeister Georg Schützinger erklärte dazu, die Finanzierung müsste aus dem Wärmeverkauf und aus Fremdmitteln erfolgen und würde nicht über den Haushalt laufen. Dazu gebe es einen Zuschuss der förderfähigen Kosten. Einig war sich der Gemeinderat, dass das benötigte Holz aus der Region stammen sollte. Hier konnte sie Wimmer beruhigen.

Zur Frage, wer Betreiber sein soll, empfahl Wimmer, wie in Grassau ein Kommunalunternehmen zu gründen. Schließlich habe eine Gemeinde hauptsächlich Interesse an der Wirtschaftlichkeit und nicht am Gewinn.

Die nächsten Schritte sind nun eine Machbarkeitsstudie und darauf aufbauend eine öffentliche Versammlung. Dann könnte der Wärmevorverkauf mittels Vorverträgen beginnen, die Eingabeplanung erfolgen und mit dem Bau begonnen werden.

kem/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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