Neues aus dem Gemeinderat:

Gstadt: Gemeinde klagt gegen den Freistaat

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Gstadt am Chiemsee - Wegen eines geplanten Mehrfamilienhauses zieht die Gemeinde gegen den Freistaat vor Gericht. Der Bürgermeister sorgt sich um das Erscheinungsbild seines Ortes:

Ganz oben auf der Tagesordnung des Gemeinderats in Gstadt am Chiemsee stand am vergangenen Mittwoch ein Punkt, der derzeit für einigen Unmut im Gremium sorgt: "Unser Ortsbild ist uns sehr wichtig. Mit unseren 350 Einwohnern haben wir nun mal einen sehr ländlichen Charakter und wollen diesen, auch in Hinblick auf den Tourismus, erhalten", erklärt der Bürgermeister der Gemeinde, Bernhard Hainz, im Gespräch mit rosenheim24.de. Doch die Idylle am Chiemsee wird laut dem Vertreter der Gemeinde derzeit von einem Bauvorhaben bedroht.

Landratsamt ersetzte Beschluss des Gremiums

Der momentane Streit dreht sich um ein Grundstück im Ortsteil Gollenshausen. Hatte der Gemeinderat dem Bauvorhaben einer Privatperson in der Vergangenheit noch auf Vorbescheid genehmigt, hätten sich in der Zwischenzeit die Pläne derart geändert, dass sich das Haus nicht mehr in das ortsübliche Bild einfüge, so der Bürgermeister weiter. "Mit einer Länge von 42 Metern ist das Mehrfamilienhaus in der Planung einfach zu massiv", gibt Bernhard Hainz zu bedenken. Auch die Erschließung des Gebäudes mit einem gläsernen Aufzug passe so gar nicht in die Gemeinde am Chiemsee-Ufer.

Sah die Vorplanung anfangs noch zwei separate Mehrfamilien-Häuser vor, debattiert man nun nur noch um ein einziges Gebäude. "Wenn der Bauherr wieder zurück zur eigentlichen Planung geht, kann er jederzeit bauen", ergänzt Bürgermeister Hainz. Obwohl das Gremium die Planung aufgrund der Veränderungen abgelehnt hatte, ersetzte das Landratsamt im Folgenden den Beschluss des Gemeinderats. Die neue Planung passe sich doch in das Ortsbild und die umgebende Bebauung ein, so die Begründung der höheren Instanz. 

"Wir haben den Fall jetzt von einem Rechtsanwalt prüfen lassen. Der Baujurist räumt uns gute Chancen auf Erfolg ein", zeigt sich Bürgermeister Bernhard Hainz zuversichtlich. Die Klage gegen den Freistaat Bayern und somit gegen die Entscheidung des Landratsamts vor dem Verwaltungsgericht sei bereits Ende September auf den Weg gebracht worden. In der Sitzung des Gemeinderats am Mittwoch fand dazu lediglich die nachträgliche Beschlussfassung statt. Mit einem Urteil rechnet Bürgermeister Bernhard Hainz jedoch erst im Frühjahr des kommenden Jahres und weiter: "Einen ähnlichen Fall hatten wir in Gstadt schon einmal, das passiert uns kein zweites Mal."   

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa/dpa

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