Herbstjagd auf der Herreninsel

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Die Jagd war für Ross und Reiter in diesem Jahr eine besondere Herausforderung. Nach dem Regen waren die Hindernisse nass und glitschig.

Herreninsel -Trotz Regens beteiligten sich 72 Reiter aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien am Samstag an der bereits 54. Traditions- und Herbstjagd auf der Herreninsel.

Die rund 40 Tiere zählende Hundemeute, die dem Reiterfeld vorauslief, stellte der Veranstalter, der Schleppjagdverein Bayern. Die Hunde zählen zu den Besten in Deutschland.

 Zehn Bläser riefen zum Stelldichein vor der ehemaligen Pfarrkirche St. Marien. Der Regen hatte aufgehört, als Dekan a. D. und der Geistliche der Fraueninsel, Konrad Kronast, Reiter und Pferde segnete. Er erinnerte an die Verantwortung des Menschen für alle Lebewesen, so auch für Pferde und Hunde.

Nach dem Anblasen führte der Ritt mit der Hundemeute 18 Kilometer über die herbstlich gefärbte Herreninsel. Ganz vorne war Toni Wiedemann. Kommandos und Signale wurden auf Französisch gegeben in Anlehnung an die französische Hirschjagd.

Wegen des vorausgegangenen starken Regens waren die Wiesen nass und die Sprung-Hindernisse, in der Regel aufgestellte Baumstämme, äußerst glitschig. Sie waren für Ross und Reiter heuer eine besonders große Herausforderung. Um kein Sicherheitsrisiko einzugehen, mussten einige spektakuläre Hindernisse etwa auf der Huberwiese weggelassen werden. Es gab auch einige Stürze, glücklicherweise erlitten die Reiter aber keine schwerwiegenden Verletzungen. Gemäß englischer Tradition folgten die Hunde - "Foxhounds" - einer vorher ausgelegten Duftspur aus Heringslake, der sogenannten Schleppe. In fünf Kutschen konnten die Zuschauer mitfahren. Viele Pferdefreunde gingen zu Fuß und erwarteten das Reiterfeld an besonders interessanten Stellen.

Die Jagd ging über die Seekapelle am nördlichen Ende der Herreninsel, die Kiesgrube, Huberwiese und Russenkoppel zum Buchwald. Dann gab's eine deftige Gulaschsuppe und - wegen der kühlen Witterung - sogar Glühwein für Reiter und Zuschauer. Besonders spektakulär war die letzte Sektion an der Paulsruhe, als die Pferde nach einem Hindernissprung in den Chiemsee ritten.

Auf dem Hof hinter dem Königsschloss ging die Jagd zu Ende. Nach deutscher Tradition wurde jeder Reiter mit einem Eichenbruch geehrt, den Damen in historischen Gewändern überreichten. Beim abschließenden Halali gab's ein dreifaches Hoch auf König Ludwig II. Er hatte die landschaftlich reizvolle Insel für die Öffentlichkeit erhalten und das Königsschloss gebaut.

th/Chiemgau-Zeitung

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