Kaiserwetter auf der Königsinsel

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Rund 30 Hindernisse, in der Regel aufgestellte Baumstämme, boten für Pferde und Reiter eine große Herausforderung.

Herreninsel - Kaiserwetter auf der Königsinsel: Unter besten äußerlichen Bedingungen verlief am Samstag die 53. Herbstjagd. Die frühere Staatsjagd wird als eines der schönsten Jagderlebnisse in ganz Bayern bezeichnet.

Dazu passte das prächtige Bild der 64 Amazonen und Reiter in ihren roten, blauen und schwarzen Jacken, von denen mehrere auch aus Österreich, der Schweiz und Italien angereist waren.

Die rund 40 Tiere zählende Hundemeute, die dem Reiterfeld vorauslief, stellte der Schleppjagdverein von Bayern. Die Hunde der Rasse "Foxhounds", darunter diesmal sogar einige junge Würfe, zählen zu den besten in Deutschland.

Die zehn Chiemgauer Parforce-Bläser der "Bien-Aller de Bavière".

Die zehn Parforce-Bläser der "Bien-Aller de Bavière" riefen zum Stelldichein vor der ehemaligen Pfarrkirche St. Marien. Nicht nur Sport, auch eine schöne Tradition solle die Herbstjagd sein, sagte Jagdherr Hans-Wolfgang Ziegler vom Pferde-Sport-Klub Chiemgau bei der Eröffnung und Begrüßung aller Teilnehmer.

Der Geistliche erinnerte bei der Segnung für Pferd und Reiter an die Verantwortung des Menschen für alle Lebewesen, so auch für Pferde und Hunde. Die Zahl der Zuschauer wird von Jahr zu Jahr mehr, die die eindrucksvolle Zeremonie der Pferdesegnung verfolgten.

Nach dem Anblasen führte der Ritt mit der Hundemeute 18 Kilometer über die wunderbar herbstlich gefärbte Herreninsel, angeführt vom Jagdherrn Ziegler und Master Toni Wiedemann. Kommandos und Signale wurden in Anlehnung an die "Chasse a cour", der französischen Hirschjagd, auf französisch gegeben.

Rund 30 Hindernisse, in der Regel aufgestellte Baumstämme, boten für Pferde und Reiter eine große Herausforderung. Die Hundemeute folgte einer vorher ausgelegten Duftspur - nach englischer Tradition aus Heringslake -, der sogenannten Schleppe.

In historischen Gewändern wurden den Teilnehmern zum Schluss je ein Eichenbruch überreicht.

In fünf Kutschen konnten die Zuschauer mitfahren und rund 500 Pferdefreunde gingen sogar zu Fuß, um das Reiterfeld an besonders interessanten Punkten zu erwarten. Über die Seekapelle, am nördlichen Ende der Herreninsel, ging es über die Kiesgrube, Huberwiese und Russenkoppel zum Buchwald. Eine deftige Gulaschsuppe erwartete dort Reiter und Zuschauer auf einer großen Wiese.

Besonders spektakulär war es bei der letzten Sektion, bei der Paulsruhe, als die Pferde nach einem Hindernissprung in den Chiemsee ritten.

Auf dem Hof hinter dem Königsschloss wurde zum großen Halali geblasen und damit die Jagd beendet. Nach deutscher Tradition gab es bei der Ehrung für jeden Reiter einen Eichenbruch, den Damen in historischen Gewändern überreichten.

Wie schon bei der Segnung wurde auch beim Halali zu einem dreifachen Hoch auf König Ludwig II. aufgerufen. Ihm wurde dafür gedankt, dass er die landschaftlich reizvolle Insel für die Öffentlichkeit erhalten und das Königsschloss gebaut hatte.

Auch die Hunde erhielten ihr verdientes Fressen vorgesetzt, einen mächtigen Rinderpansen, über den sie sich gierig stürzten.

Abschluss der eindrucksvollen und weitgehend unfallfreien Schleppjagd - nur ein Reiter stürzte, blieb aber unverletzt - war ein Empfang im Rosengarten des Alten Schlosses und ein Jagdball im Hotel "Zum goldenen Pflug" zu Ising.

Die begehrte Jagdveranstaltung kann jedoch nicht ohne großzügige Sponsoren finanziert werden. Diesmal sprang die St. Galler Kantonalbank.

th/Chiemgau-Zeitung

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