Im Tretboot frei schwebend von Baum zu Baum

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Im Holztretboot schwebt ein Kletterer zur Plattform des nächsten Baums. Foto re

Prien - Mit dem Motto "Natur-Erlebnis-Erfahrung" lockt der Kletterwald Prien seit 2008 Jung und Alt an. Mitten im Wald nah am Chiemsee gelegen, hat er einen perfekten Standort.

Familien kommen von weit her, um hier einen Tag lang über die Bäume zu kraxeln. Besucher sollten festes Schuhwerk, sportliche Bekleidung mitbringen, dazu Lust und Mut, sich hoch hinauf zu schwingen. Die Bäume, die teilweise um die 100 Jahre alt sind, erinnern in ihrer grünen Pracht schon fast an einen Märchenwald.

Nach einer kurzen Einweisung in kleiner Gruppe, in der Helm, Gurt und Sicherungsseil mit zwei Karabinern angelegt werden, wird mit einem Trainer auf einer einfachen Probestrecke geübt, wo jeder die wichtigsten Sicherheitsregeln nochmal praktisch gezeigt bekommt. Da die Kletterer gleichzeitig zwei Karabiner benutzen, sind sie immer mit mindestens einem eingehängt und so die ganze Zeit rundum gesichert.

Danach kanns richtig losgehen - erstmal gemeinsam über eine nicht so schwere Route. Die schaffen in der Regel alle. Allerdings wird der eine oder andere schon hier auf wackeligen Holzbrücken mit einem Anflug von Höhenangst konfrontiert. Die Übungen helfen, dieses Gefühl zu überwinden.

Nach dieser Tour teilt sich die Gruppe auf. Jeder geht dorthin, wonach ihm gerade der Sinn steht - im "Spinnennetz-Parcours" im Zickzack balancieren oder im "Flying-Fox-Parcours" auf einem Kübel von Baum zu Baum sausen. Neun Parcours mit ganz verschiedenen Schwierigkeitsgraden stehen zur Verfügung.

Für die Kleinen von fünf bis sieben Jahren gibt es seit diesem Frühjahr auch Kinderrouten, bei denen Eltern ihren Nachwuchs im Auge behalten können, wenn er einen Meter über dem Boden erste Kletter-Erfahrungen sammelt.

Eine besondere Attraktion ist der "Tretbootparcours", bei dem der Mutige in einem Holztretboot schwebend von einem Baum zum nächsten hinüberstrampelt. Die wahrscheinlich schönste Tour ist der "Panoramaparcours", bei dem es in Höhen bis 14 Meter geht. Das ist nur etwas für Schwindelfreie. Doch der Mut wird belohnt, denn von einer Plattform aus hat der Kletterer einen wunderschönen Blick auf den Chiemsee. Am Ende der meisten Strecken saust der Kletterer, nur von Gurt und Sicherheitsseil gehalten, hinunter. Dabei ist ein wenig Bauchkribbeln garantiert.

Wem all das zu hoch hinaus geht, der kann von unten auf langen Bänken das ganze Geschehen beobachten. "Oft haben wir ganze Großfamilien da, vom Baby bis zur Großmutter", berichtet Geschäftsführer Wolfgang Estermann. Aber nicht nur Familien kommen in den Kletterwald. Firmen wählen ihn als Ausflugsziel, Junggesellen feiern hier ihren Abschied und jede Menge Kinder Geburtstag.

Für die schwierigen Routen gibt es Altersbeschränkungen ab zehn oder ab 14 Jahren. In Begleitung der Eltern dürfen die Kinder aber auch schon mal früher rauf. Ab wieviel Jahren sie den Kletterwald besuchen können, ist nicht genau festgelegt. Eine Greifhöhe über 1,80 Meter sollten die kleinen Gäste aber schon haben, weil sie sonst die Karabiner an den dafür vorgesehenen Seilen nicht einhängen können.

Jeden Morgen, bevor die Besucher kommen, und jeden Abend, nachdem sie gegangen sind, überprüfen die Trainer alle Strecken. Allmonatlich durchläuft der Kletterwald einen General-Check und jedes Jahr einmal kommt der TÜV.

Bis jetzt habe die Anlage den TÜV jedes Mal mit "sehr gut" bestanden, erzählt Estermann stolz. So sei in den zwei Jahren trotz der einen oder anderen schwierigen Route noch nie jemandem etwas passiert.

Natürlich bleibt immer mal wieder ein verzagter Kletterer auf halber Strecke in seinem Gurt hängen, weil er etwa das Gleichgewicht verloren hat. Aber dort hängt er sicher und es ist sofort ein Trainer zur Stelle, der ihn aus seiner misslichen Lage befreit, sodass der Besucher seinen Weg durch den Abenteuerwald fortsetzen kann.

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