Krebsarzt kauft die Frauenklinik

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M. Rigdon Lentz und seine Frau Dr. Kiran Lentz haben die ehemalige Frauenklinik gekauft und behandeln dort nun Krebspatienten.

Prien - In der früheren Frauenklinik werden jetzt Krebspatienten aus der ganzen Welt behandelt. Der neue Eigentümer, M. Rigdon Lentz, gilt als weltweit führender Spezialist für eine spezielle so genannte Immuntherapie.

Er behandelt gemeinsam mit seiner Frau, Dr. Kiran Lentz, bisher hauptsächlich Frauen aus den USA , die an Brustkrebs erkrankt sind.

Im Sommer 2008 hatte Dr. Matthias Lehnert seine Frauenklinik aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. Vor einigen Wochen nun wechselte die Immobilie in Harras ihren Besitzer. Lentz kannte den Gebäudekomplex bestens, den er betrieb dort schon seit November 2005 eine Belegpraxis. Drei Jahre zuvor war der ehemalige Chef-Onkologe der US-Marine und Professor an der Universität von Kalifornien auf Einladung von Lehnert erstmals zu einem Vortrag nach Prien gekommen - und hatte sofort Gefallen an Land und Leuten gefunden.

Die Landschaft und die Ruhe schienen ihm und seiner Frau ideal für ihre Patienten. "Weißbier ist wunderbar", schwärmt der Mediziner mit deutschen Vorfahren im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. Auch die Sauberkeit im Ort und die Freundlichkeit der Einheimischen lobt er in den höchsten Tönen. Dass es ihm seine neue Heimat angetan hat, merkt der Besucher auch daran, dass alle Räume mit bayerischen Bauernmöbeln eingerichtet sind.

Bisher sind es vornehmlich Frauen aus den Vereinigten Staaten , die an Brustkrebs erkrankt sind und schon andere gängige Behandlungsmethoden wie Chemo- und Hormontherapieen durchlaufen haben, die ihre Hoffnung in das Verfahren setzen, das Lentz nach eigenen Worten über 30 Jahre entwickelt und für das er in 62 Ländern weltweit Patente angemeldet hat.

Mit einem Team aus 14 Mitabeitern kümmern sich er und seine Frau, die aus dem Rheinland stammt, derzeit um rund ein Dutzend Patientinnen, die in den vorhandenen ambulanten Behandlungsräumen im Erdgeschoss Platz finden. Mittelfristig plant der neue Eigentümer, die Frauenklinik zu renovieren. Am äußeren Erscheinungsbild soll sich nicht viel ändern, die Fassade soll hauptsächlich aufgefrischt werden. Im ersten Stock sollen Appartements für die Patienten entstehen, die mit mindestens einer Begleitperson, nicht selten aber auch mit der ganzen Familie nach Prien kommen. Sie übernachten in Hotels und Pensionen, was vor allem im Sommer schwierig ist, wenn alle Häuser ausgebucht sind. Deshalb sollen Möglichkeiten geschaffen werden, für die Dauer der Behandlung in der ehemaligen Frauenklinik zu wohnen. Je nach Schwere der Krankheit kann die Behandlung laut Lentz einige Wochen, in mehreren Zyklen mitunter aber auch Monate in Anspruch nehmen.

Nach seiner Darstellung ist das Verfahren, mit dem Lentz und seine Frau den Krebs bekämpfen, "weltweit einmalig". Vereinfacht gesagt arbeitet er mit einem selbst entwickelten Hemmstoff, der über ein patentiertes Verfahren dem Blut zugeführt wird und Krebszellen abtöten soll. Die Patienten müssen sich dabei mehrere Stunden täglich dieser Behandlung unterziehen.

Dr. Kiran Lentz sagte im Gespräch mit der Redaktion, dass dieses Verfahren mittlerweile in den USA von einigen Kassen anerkannt und bezahlt werde. In Deutschland wolle man sich heuer um eine Kassenzulassung bemühen. Bisher sind die Kranken, die bei Lentz behandelt werden, aber fast ausschließlich Privatpatienten.

Sein Wissen über den erfolgreichen Kampf gegen den Krebs will Lentz künftig auch weitergeben. Er arbeitet bereits mit einem internationalen Netzwerk von Spezialisten zusammen. Über diese Kontakte möchte er künftig in Prien auch andere Mediziner fortbilden, damit diese seine Methode auch anderswo anwenden können.

Dirk Breitfuß/Chiemgau-Zeitung

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