Kundig, menschlich und klug

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Wechsel im Notariat: Dr. Friedrich von Daumiller (Mitte) geht in den Ruhestand. In den vergangenen sieben Jahren hat er mit Dr. Gregor Rieger (rechts) zusammengearbeitet. Von Daumillers Nachfolger ist Bertrand Koller.

Prien - Eine Ära geht zu Ende: Nach über 38 Jahren im bayerischen Notariat ist Dr. Friedrich von Daumiller in den Ruhestand gegangen.

Im Rahmen einer Feierstunde mit vielen Ehrengästen im Hotel "Bayerischer Hof" in Prien hat ihn Dr. Gregor Rieger, sein Sozius im Notariat in Prien, als "besonders kundigen, menschlich angenehmen und klugen Kollegen" gewürdigt.

Von Daumiller war Ende 1970 als Assessor, als Anwärter der höheren Beamtenlaufbahn, in den Notardienst eingetreten. Genau 38 Jahre und acht Monate stand er dann den Rechtsuchenden zur Verfügung, allein 25 Jahre und sieben Monate als Notar in Prien. Seit Anfang August genießt er den Ruhestand.

Zu dessen Nachfolger ernannt hat das bayerische Justizministerium Bertrand Koller. Zuletzt war er Notar in Dingolfing. Zusammen mit Dr. Rieger, der schon seit sieben Jahren in Prien ist, beurkundet er künftig die Rechtsgeschäfte im großen Notariatsbezirk, das die Marktgemeinde und die umliegenden Kommunen umfasst.

Dr. Rieder sprach von "gemischten Gefühlen". Ihm falle es schwer, Dr. von Daumiller "scheiden zu sehen". Er habe ihn einst in Köln kennen und schätzen gelernt. Seine spätere Entscheidung, nach Prien zu gehen, so Dr. Rieder, habe mit dem Ort und der Landschaft zu tun gehabt, vor allem aber auch mit dem Sozius in der Marktgemeinde. In den vergangenen sieben Jahren sei er froh gewesen, dass er einen "sehr erfahrenen Kollegen" an der Seite gehabt habe. Von Daumiller habe ihn, Rieder, nie den "Generationenunterschied spüren lassen". Dr. Rieder zu Dr. von Daumiller: "Ohne dich wäre ich heute nicht dort, wo ich bin."

"Es ist ein durchaus zwiespältiges Gefühl", sagte von Daumiller. Die Entscheidung, in den Ruhestand zu treten, sei ihm nicht leicht gefallen. Schließlich hätte er noch bis 70 im Notariat bleiben können. Er sei "dankbar", dass ihn "keinerlei äußerliche Begebenheiten" zu dem Schritt "gezwungen" hätten, sich von seinen Kollegen zu verabschieden.

Im Dialog mit den Beteiligten versuche ein Notar, so von Daumiller weiter, den an ihn herangetragenen Wünschen die richtige rechtliche Form zu geben. Um diesen Auftrag erfüllen zu können, brauche ein Notar das Vertrauen der Beteiligten - was ihm, von Daumiller, auch zuteil geworden sei. An die Festgäste gerichtet, sagte der auf der Herreninsel geborene, aus seinem Amt scheidende Notar, "dass Sie mir dieses Vertrauen in 25 Jahren in überreichem Maße entgegengebracht haben".

Von seinen Kollegen im Notariat in Prien - zunächst von Gerhard Huber, dann von Rieger - habe er, so von Daumiller, "viel gelernt - juristisch und menschlich". Er sprach von einem "sehr freundschaftlichen, kollegialen Verhältnis".

Sein Nachfolger Koller meinte, dass er von Daumiller vor zehn Jahren als Vertrauensnotar der bayerischen Assessoren kennengelernt habe. Von Daumiller habe diese Aufgabe "vorbildlich" erledigt. Unter den jüngeren Kollegen habe er sich einen "grandiosen Ruf" erworben. Von Daumiller habe die Fähigkeit besessen, so Koller, "persönlich-menschlich auf die Nöte und Sorgen der Assessoren einzugehen". Er habe ihn als "väterlichen Freund erfahren".

Der gebürtige Münchner freute sich über seine Rückkehr in die "oberbayerische Heimat". Von Daumiller hinterlasse "sehr große Fußstapfen". Er, Koller, nehme sich fest vor, sich das Vertrauen zu erarbeiten.

Stellvertretend für seine Kollegen in den anderen Rathäusern sagte Priens Bürgermeister Jürgen Seifert, dass von Daumiller seinen Dienst als Notar "in aller Würde" und "mit Engelsgeduld" ausgeübt habe. Er sei "stets ein kompetenter Ansprechpartner" gewesen.

Seifert erinnerte auch daran, dass von Daumiller den Kulturförderverein in Prien mit aus der Taufe gehoben habe und ihn nun schon seit vielen Jahren führe. Zusammen mit Gerd vom Hövel habe von Daumiller 2008 Künstler aus ganz Europa nach Prien geholt. Er habe die Marktgemeinde "in das kulturelle Auge Europas gebracht". pü

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