Änderungen an Priener Ortseinfahrt

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Der Blick über die Bernauer Straße aus Nordwesten auf die Neubauten: vorn, entlang der Hauptstraße, das Gebäude mit Läden, Büros und Praxen, dahinter die beiden Mehrfamilienhäuser. Repro brigenna baukonzept gmbh

Prien - Die Priener Ortseinfahrt verändert langsam ihr Gesicht. In die Neubauten entlang der Bernauer Straße reiht sich jetzt ein Geschäftshaus ein, das die Flaniermeile nach Süden verlängern könnte.

An der Einmündung in die Hochplattenstraße entsteht ein Gebäude mit Läden, Büros und Praxen, dahinter, entlang der Hochplattenstraße, zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt elf Einheiten. Dass der Bedarf an zentral gelegenen Wohnungen und Ladenflächen in Prien ungebrochen ist, lässt der Umstand erahnen, dass nach Angaben von Bernd Jucht, dessen Bauträgerfirma Brigenna GmbH das Gesamtprojekt verwirklicht, zehn der elf Wohnungen schon verkauft oder vermietet waren, bevor der erste Bagger anrollte - die Hälfte an Priener, die dorthin umziehen wollen. Auch fünf der sechs Läden seien vergeben - ausnahmslos an Geschäfte, die ihren Sitz von anderen Standorten im Ort dorthin verlegen werden.

Jucht führt eigenen Angaben zufolge sogar eine Warteliste, auf der sowohl Einheimische als auch Auswärtige stehen, die Wohnungen suchen. Ein Objekt wie das aktuelle in Zentrumsnähe sei prädestiniert für ältere Käufer, die es in den Ort ziehe, wo all das nicht weit ist, was Mann oder Frau zum Leben braucht - vom Arzt bis zum Lebensmittelgeschäft.

Noch größer ist laut Jucht die Nachfrage für Büroflächen, weil es in Prien schlicht und ergreifend viel zu wenig davon gebe.

Über 8,1 Millionen Euro kostet das Ensemble auf dem 3100 Quadratmeter großen Areal nach Juchts Angaben. Er sieht darin auch einen wichtigen "Lückenschluss", also eine optische Aufwertung, an der zentralen Ortseinfahrt.

2010 hatte es noch so ausgesehen, als sollte aus dem ehemaligen Gelände eines Gebrauchtwagenhändlers samt östlich angrenzender Wiese mit alten Obstbäumen ein großer Parkplatz werden. Dann aber überlegten es sich die Eigentümer anders und verkauften.

Die Parkplatzfrage war dann die, an der Juchts Bauantrag im ersten Genehmigungsversuch noch scheiterte, bevor der Bauausschuss des Marktgemeinderats grünes Licht gab, nachdem feststand, dass genug Stellplätze entstehen - 20 in der Tiefgarage und 16 oberirdisch.

Die Gestaltung an sich gab keinen Anlass für Diskussionen. Wie schon bei den nahen Neubauten in der Hochgernstraße 2a (AOK-Gebäude) oder unmittelbar gegenüber in der ehemaligen Kampenwandstraße 2, die künftig ihre Post in die Bernauer Straße 31 als neue Adresse bekommen wird, orientierten sich Jucht und das beauftragte Architekturbüro aus Berlin an hierzulande typischen Merkmalen. So werden die Passanten vor den Schaufenstern der künftigen Läden unter Arkaden hindurchgehen. "Der normale Kunde will nicht den Glaspalast", weiß Jucht.

Ähnlich konzipiert ist das Gebäude im klassizistischen Stil gegenüber der Waldorfschule, dessen Bau derzeit bereits deutliche Konturen annimmt. Jucht hatte das Grundstück samt des alten Hauses, in dem früher die Priener Kleiderstube untergebracht war, von der Gemeinde im Zuge von deren sogenannten Vermögensumschichtungen erworben. Dort werden im Erdgeschoss ein Café samt Rösterei und eine physiotherapeutische Praxis eröffnen, im ersten Stock Psychotherapeutinnen und eine EDV-Firma aus Bernau, im Dachgeschoss ein Heilpraktiker und eine Kulturstiftung.

"Der Lauf wird länger"

"Der Lauf wird länger." So umschreibt der Bauherr seine Erwartung, dass sich das Zentrum verlängert, Fußgänger künftig entlang der Bernauer Straße bis zum Café bummeln.

Beide aktuellen Projekte werden später komplett mit Erdwärme beheizt und auch ihr Warmwasser aus der Tiefe beziehen. Im gerade begonnenen Bau werden dazu jetzt 17 Löcher 130 Meter tief gebohrt. Dieses energetische Konzept hat sich Jucht zufolge auch schon im Komplex an der Ecke Alte Rathaus-/Beilhackstraße bestens bewährt, den er vor Jahren gebaut hatte. Dort zahlten Bewohner auf 100 Quadratmeter nach seinen Angaben im Schnitt zuletzt zwölf Euro für Heizung und 28 Euro für Warmwasser monatlich.

db/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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