Maschine ist 270 Meter lang

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"PM 1000-URM" heißt das 270 Meter lange Ungetüm, das mit mehreren hintereinander arbeitenden Kettenlaufwerken den alten Schotter abträgt und dahinter gleich Sand als neue Untergrundschicht ausbringt.

Bernau/Übersee - Mit der längsten Gleisbaumaschine der Welt erneuert die Firma "Eurailpool" seit Anfang der Woche im Auftrag der Deutschen Bahn AG die Gleise zwischen Bernau und Übersee.

Auf über acht Kilometern Länge werden bis Anfang November der Untergrund saniert und die Schienen ausgetauscht. Das geht nicht geräuschlos. Der Zugverkehr auf der Transitstrecke Rosenheim-Salzburg ist in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer dichter geworden. Die Gleise sind entsprechenden Belastungen ausgesetzt. Jetzt müssen sie ausgetauscht werden. Bis zum 5. November sollen auf genau 8126 Metern Länge der Untergrund saniert und die Schienen erneuert werden.

Gleisbauarbeiten

Vor einigen Tagen hat die Spezialfirma "Eurailpool" mit den Arbeiten begonnen - und eine Wanderbaustelle mit gigantischen Ausmaßen eingerichtet. Nach Unternehmensangaben ist die "PM 1000-URM" die modernste und derzeit größte Gleisbaumaschine der Welt. Sie misst 270 Meter. Der gesamte Maschinenzug mit allen erforderlichen Materialversorgungs- und Entsorgungswagen ist etwa 1200 Meter lang. Zum Vergleich: Das sind 200 Meter mehr als die Entfernung zwischen Gstadt und Fraueninsel.

Ein Teil des Materialzugs, der über einen Kilometer lang ist.

Die gigantische Spezialmaschine erledigt mehrere Arbeitsgänge auf einmal. "Mit dieser Maschine wird in einem Arbeitsgang der Untergrund saniert, das heißt, der anstehende, in der bestehenden Form nicht mehr genügend tragfähige Untergrund ausgebaut, teilweise recycelt und in Kombination mit neuem Material wieder eingebaut. Im gleichen Arbeitsgang wird der Gleisschotter aufgenommen, recycelt, also abgesiebt, scharfkantig gemacht, nochmals abgesiebt und gewaschen", erläutert Weber.

Der Firmensprecher wirbt um Verständnis, vor allem, nachdem in den ersten Nächten eine Reihe von Beschwerden wegen Lärmbelästigung bei der Gemeinde Bernau im Rathaus eingegangen waren. Die Arbeiten seien "unvermeidlich" und "müssen zum Teil nachts und an den Wochenenden stattfinden, um die damit verbundenen Einschränkungen für den Bahnverkehr auf ein Minimum zu reduzieren", erläutert Weber.

Gearbeitet wird bis 5. November durchgehend. Betroffen sind auch der Bahnhof Bernau und der Bahnübergang Harrasser Straße in Prien, wo ein Lagerplatz eingerichtet wurde.

Bis voraussichtlich Samstag, 17. Oktober, wird der Untergrund des Gleises saniert. "Um in der relativ kurzen Zeit diese Arbeiten durchführen zu können, müssen auch große Mengen an Material bewegt werden", erklärt Weber. Deshalb seien auch die Material-Lagerplätze im Bereich Bernau und Übersee eingerichtet worden.

Von Samstag, 31. Oktober, bis Dienstag, 3. November, wird dann das Gleis mit einem speziellen Bauzug erneuert, also alle Schienen und Schwellen ausgewechselt.

Danach wird fehlender Schotter ergänzt und mit Spezialmaschinen befestigt. "Diese Arbeiten sind bis zum 7. November geplant und müssen zum Teil auch nachts durchgeführt werden", so Weber. Zum Abschluss der lärmintensiven Arbeiten wird seinen Angaben zufolge bis Montag, 9. November, das neue Gleis verschweißt

Während der Bauzeit setzt die Bahn zwischen Prien und Traunstein zum Teil Busse als Zugersatz ein. Reisende müssen also mit längeren Fahrzeiten rechnen.

Die meisten Regionalbahnen werden durch Busse ersetzt, die bis zu 40 Minuten später in Traunstein ankommen beziehungsweise früher dort abfahren als die fahrplanmäßigen Züge. Bei einzelnen Regionalverkehrszügen kann sich die Fahrzeit durch den Umstieg auf Busse nach Angaben der Bahn um bis zu 80 Minuten verlängern.

re/Chiemgau-Zeitung

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