Mehr Übernachtungen als 2008

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Prien - Die Sparsamkeit der Verbraucher in Zeiten der Wirtschaftskrise hat der Attraktivität Priens als Urlaubsort bisher nicht geschadet.

In den ersten acht Monaten des Jahres ist die Zahl der Übernachtungen in den örtlichen Betrieben im Vergleich zu 2008 sogar leicht gestiegen.

168.000 Übernachtungen hat die Priener Tourismus GmbH (PTG) bis zum 31. August in Hotels, auf Campingplätzen, in Gasthöfen, Gästehäusern, Pensionen und Ferienwohnungen erfasst. Das sind 1,14 Prozent mehr als im gleichenZeitraum des Vorjahres. Diese Zahl nannte PTG-Geschäftsführer Ferdinand Reb in der jüngsten Sitzung des Tourismusausschusses im Rathaus. Die Septemberzahlen lagen noch nicht vor, sehen aber laut Reb dank des spätsommerlichen Wetters "ähnlich positiv aus".

Mit knapp 51600 Gästen kamen in den ersten acht Monaten heuer fast exakt so viele Urlauber in die Marktgemeinde wie im vergangenen Jahr (plus 0,14 Prozent).

Zuwächse bei den Übernachtungen (Summe aller Buchungen der 51.600 Gäste) konnten vor allem die Hotels verbuchen. Auf sie entfielen über 81.000 (plus 6,1 Prozent), also fast die Hälfe aller Übernachtungen. Auch Gästehäuser und Pensionen legten zu, Campingplätze und Gasthäuser mussten dagegen Rückgänge verzeichnen.

Reb führte die zufriedenstellende Zwischenbilanz unter anderem auch auf mehrere Pauschalangebote zurück, die von der PTG in Zusammenarbeit mit örtlichen Betrieben neu entwickelt worden waren. Dazu zählt zum Beispiel eine "König-Ludwig-Woche", ein viertägiges Arrangement für die Nebensaison, das gezielt potenziellen Kunden in Orten mit "Ludwig" im Namen angeboten worden ist, also zum Beispiel in Ludwigsburg und Ludwigshafen. Auch eine Fisch-Pauschale inklusive Ausfahrt mit einem Fischer auf dem See wird Reb zufolge gut angenommen.

Für nächstes Jahr will die PTG vor allem auch die Landesgartenschau in Rosenheim für ihre Werbezwecke nutzen. Deshalb würden unter anderem Gartenbauvereinen aus ganz Süddeutschland gezielt Gruppenreisen nach Prien schmackhaft gemacht. "Die Landesgartenschau wird uns aufs Tablett gelegt. Das ist eine Steilvorlage, die wir nutzen müssen", sagte Reb.

Bürgermeister Jürgen Seifert äußerte sich ähnlich positiv wie Reb zur Zwischenbilanz der Gäste und Übernachtungszahlen. "Wir können dem restlichen Jahr nicht zufrieden, aber ruhig entgegensehen."

Reb kündigte für die nähere Zukunft auch eine engere Vernetzung mit Kliniken und Praxen mit Hilfe einer Plattform auf der neu gestalteten Homepage der PTG an, um deren freie Kapazitäten kurzfristig Gästen anbieten zu können.

Auch bei der wirtschaftlichen Zwischenbilanz der PTG gab es keine bösen Überraschungen. Mit einem Jahresfehlbetrag von 1,22 Millionen Euro zum Stichtag 31. August lag die gemeindliche Tourismus GmbH fast genau im Plan, der vor Jahresbeginn aufgestellt worden war. Dabei hatte die PTG mit 2,2 Millionen Euro gut 50000 mehr umgesetzt als geplant, aber auch rund 120.000 weniger als in den ersten acht Monaten 2008.

Mit großem Abstand umsatzstärkster Einzelbetrieb der Gesellschaft ist das Prienavera. Mit 915000 Euro konnte das Erlebnisbad seinen Umsatz im Jahresvergleich um rund 50.000 steigern, aber: "Das Problem ist, dass uns die Kosten auffressen", konstatierte Reb. Vor allem die Energie, die zum Betrieb des Bades gebraucht wird, bereitet den Verantwortlichen Kopfzerbrechen. Derzeit ist die Steuerung des Blockheizkraftwerkes defekt, was Reb zufolge täglich 400 Euro Kosten verursacht. Für den Ersatz des kaputten Geräts muss die PTG 26.000 Euro aufwenden.

Nun hoffen alle, dass bei der derzeitgen Revision - das Bad ist noch bis 16. Oktober deswegen geschlossen - keine weiteren Probleme zutage treten.

Kurz vor dem zehnten Geburtstag des Prienavera am 23. Oktober weiß Reb aber auch, dass der Dauerbetrieb Abnutzungs- und Verschleißspuren hinterlässt: "Bestimmte Elemente kommen auf uns zu", warnte der PTG-Chef den Tourismusausschuss schon einmal vor.

db/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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