Mücken-Alarm am Bayerischen Meer

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Nur die weiblichen Mücken stechen - schwacher Trost für die vielen Geplagten rund um den Chiemsee.

Chiemsee - Der größte See Bayerns ist wohl auch der schönste. Doch mischt sich ein Störenfried in das königlich-bayerische Idyll: Die Stechmücke sorgt für Ärger bei Touristen und Einheimischen.

„So schlimm wie heuer war es noch nie“, hört man so manchen Priener stöhnen und immer mehr Urlauber nehmen statt dicken Büchern über den „Kini“, dicke Mückenstiche als Souvenir mit nach Hause. Doch wie kann man den Biestern Herr werden? Was hilft wirklich?

Laut bayerischer Staatsregierung ist es aus Gründen des Umweltschutzes nur ein Mal im Jahr erlaubt, mit Spritzmitteln gegen die Plage vorzugehen, was zu Frust in den Kommunen rund um den Chiemsee sorgt. Schon vor Jahren hatten die Gemeinden in einem Pilotvorhaben die biologische Mückenbekämpfung mit dem Bazillus thuringensis israelensis (Bti) vom Hubschrauber aus vorgenommen und dafür jährlich rund 50.000 Euro aufgewendet. Alles umsonst?

Der Abwasser- und Umweltverband (AZV) Chiemsee ist jedenfalls bereit: Er will auch heuer wieder die Stechmücken bekämpfen. Derzeit sind die Voraussetzungen aber noch nicht gegeben, das bti ausbringen zu lassen. Unter anderem muss der Pegel des Chiemsees an der Messstelle Seebruck mindestens bei 1,16 Metern liegen - was nicht der Fall ist.

Besonders der Wasserstand der Tiroler Ache sorgt immer wieder für die Invasion der Mücken. Ihr Pegel war um fast einen Meter angestiegen und hatte ufernahe Gebiete überschwemmt - ideale Bedingungen für die Biester, die einen „Aktionsradius“ von rund 20 Kilometern unsicher machen.

Viele Bewohner fürchten nun, dass es sich bei den Mückenplagen, die in immer kürzeren Abständen die Chiemseeregion heimsuchen, um Vorboten für schlimme Infektionskrankheiten handelt.

Doch bei all der Sorge um die Gesundheit der Menschen, bleibt festzuhalten, dass das Gift, mit dem die gefährlichen Haus- und Waldmücken bekämpft werden, auch der harmlosen Zuckmücke den Gar ausmacht. Die Nahrungsgrundlage für Vögel, Säugetiere und Fische wird damit beeinträchtigt.

Aber wer denkt schon an Vögel und Fische, wenn er den ganzen Tag mit Kratzen beschäftigt ist?

kum

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