Nachtexpress rollt an

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Prien - Wie komme ich nach Hause? Nachtschwärmer in Prien, die auswärts weggehen wollen, stehen immer wieder vor ein und derselben Frage. Der Jugendrat will für Abhilfe sorgen.

Auf den Weg bringen möchte er einen Bus, der in der Nacht die Spätheimkehrer nach Prien zurückbringt.

Nach einigen Vorarbeiten nimmt das Projekt jetzt Gestalt an: Als Ziel hat Lukas Seebrecht, der Vorsitzende des Jugendrates, in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates ausgegeben, dass ein Bus, der von Übersee über Bernau nach Prien verkehrt, Anfang Oktober seine Fahrt aufnimmt.

Der Jugendrat versteht sich seit seiner Gründung Anfang 2009 als Sprachrohr für die jüngeren Mitbürger in der Marktgemeinde. Eine Abordnung gab dem Marktgemeinderat dieser Tage einen Zwischenbericht. Die Jugendlichen teilten unter anderem mit, dass sie nun einen Internetauftritt erstellt hätten: Wer sich interessiert, der erhält auf der Hompepage der Marktgemeinde www.prien.de einen Überblick über ihre Arbeit.

Auskunft gaben sie über die laufenden Projekte. Seebrecht erläuterte den Stand der Dinge in Sachen Nachtexpress. Handlungsbedarf sei gegeben, so der 19-Jährige, weil die Bahn den Fahrplan "sehr eingeschränkt" habe und nicht mehr so viele Züge fahren lasse. Der Jugendrat schlage vor, Busse einzusetzen, die zwischen Rosenheim und Prien auf der einen und zwischen Traunstein und Prien auf der anderen Seite hin- und herpendeln.

In einem ersten Schritt ist nun laut dem Vorsitzenden zunächst eine Anbindung nach Traunstein geplant. Im Nachbarlandkreis fahre bereits ein Nachtexpress. In Übersee könne ein neue Linie anknüpfen und die Fahrgäste von dort über Bernau nach Prien bringen. Acht Busunternehmen seien bereits angeschrieben worden. Der Jugendrat hoffe, so Seebrecht, dass der erste Bus Anfang Oktober startet.

Zweite Vorsitzende Nadine Jochim bedauerte, dass der Jugendrat die Beachparty, die er Ende Juli am Chiemseeufer geplant hatte, wegen schlechten Wetters kurzfristig habe absagen müssen. "Wir hatten viel Arbeit reingesteckt", sagte die 17-Jährige im Rückblick. Heuer sei im Schramlbad "kein Termin mehr frei", im nächsten Jahr unternehme der Jugendrat einen neuen Anlauf. Für 2010 sei aber noch eine andere Veranstaltung geplant: eine Party am 23. Oktober in der "Hacienda".

Der Jugendrat bekam von allen Seiten viel Lob. Jugendreferentin Eleonore Pelzl (Mehr Demokratie für Prien) betonte, dass die Interessenvertretung der jungen Mitbürger in den eineinhalb Jahren ihres Bestehens bereits "viel gearbeitet" habe. Gitti Plank, die Leiterin der Jugendarbeit in Prien, bescheinigte den jungen Leuten, dass sie "engagiert" zu Werk gingen und schon "viele gute Idee" eingebracht hätten.

Viel Lob von allen Seiten

Bürgermeister Jürgen Seifert zollte ihnen "große Anerkennung", dass sie sich in ihrer Freizeit "in den Dienst der Gemeinschaft stellen". An die Jugendlichen gewandt sagte er: "Ihr habt meine Erwartungen übertroffen."

"Muckt ruhig mal auf", rief ihnen Tobias Ihm (Mehr Demokratie für Prien) zu. Manchmal müsse man seine Interessen auch einmal "lauthals" zu Gehör bringen. Dr. Herbert Reuther (CSU) lobte die Jugendlichen, dass sie "eine hervorragende Arbeit leisten". Vorbildlich sei ihr Einsatz im Ehrenamt, das die ganze Gesellschaft doch so dringend brauche.

pü/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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