Neue Brücken im Norden und Süden

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Die "Rialto-Brücke" nahe der Rimstinger Strandanlage hat ihren Namen der Ähnlichkeit mit dem berühmten Bauwerk in Venedig zu verdanken. Weil sie so steil und schmal ist soll sie möglichst noch heuer neu gebaut werden.

Prien - Balanceakte zwischen Fußgängern und Brückengeländern gehören der Vergangenheit an: Auf beiden Seiten sollen noch heuer neue, breitere Brücken entstehen.

Unter den über 40 Einzelmaßnahmen zur Verbesserung des Chiemsee-Rundwegs, den die Anliegergemeinden gemeinsam unter dem Dach des Abwasser- und Umweltverbandes (AZV) bis 2014 mit Millionenzuschüssen der Regierung umsetzen wollen, um die Attraktivität der Runde um das Bayerische Meer zu erhöhen und die Sicherheit zu verbessern, ist bisher erst eine mit Priener Geldern verwirklicht worden. Zwischen Polizeisteg (Forellenweg) und der Fischhütte Reiter wurde der Uferweg auf einer Länge von rund 150 Metern begradigt und verbreitert. Andernorts scheitern wünschenswerte Wegeprojekte an den fehlenden Grundstücken, die die Eigentümer nicht verkaufen wollen (wir berichteten).

In diesen Tagen läuft nun Maßnahme 6.02 an - unter dieser Nummer findet sich der Neubau inklusive Verbreiterung der Brücke über den Mühlbach zwischen Harrasser Straße und Schöllkopf im Maßnahmenkatalog. Sie war mit nur 1,20 Metern Breite bisher ein Nadelöhr, an dem sich Radler und Spaziergänger noch häufiger als anderswo in die Quere kamen, weil nur einen Steinwurf entfernt ein Parkplatz liegt, den sowohl Wanderer als auch Radler von außerhalb gern als Startpunkt ihrer Ausflüge nutzen. Entsprechend viel Verkehr ist in diesem Bereich oft.

Die alte Brücke ist so alt, dass niemand mehr genau weiß, wann sie eigentlich gebaut wurde - und sie hat nicht einmal richtige Fundamente. Deshalb muss für den Neubau erst einmal ein tragfähiger Unterbau samt sogenannter Rumpfpfähle geschaffen werden, der die beiden, jeweils über 720 Kilo schweren Stahlträger aushält. Sie werden künftig auf einer Länge von knapp zwölf Metern den Mühlbach überspannen.

Geländer und Belag werden aus Lärchenholz sein. Weil das bei Nässe ziemlich rutschig sein kann, hatte es bei der Genehmigung im Hauptausschuss Diskussionen gegeben (wir berichteten). Planer Mathias Gerold vom örtlichen Ingenieurbüro Dippold & Gerold hatte dagegen argumentiert, dass alternative Beläge schwerer, somit teurer, und zudem "hässlicher" seien.

67500 Euro lässt sich der Markt Prien die neue Brücke kosten. Das sind aber nur 60 Prozent der Gesamtkosten. Der Rest der 115000 Euro fließt als Zuschuss. Gemeinde und Baufirma hoffen nun, dass der milde und niederschlagsarme Herbst noch länger andauert, denn sie wollen möglichst bis Weihnachten fertig werden.

Ursprünglich sollte der Abriss der alten Brücke schon am 2. November beginnen. Er war aber verschoben worden, weil die Speziallager für die Stahlträger eine lange Lieferzeit hatten.

Zumindest fällt der Bau in eine Zeit, in der sich der Verkehr auf dem Uferweg im Vergleich zur Hochsaison in sehr überschaubaren Grenzen hält. Zudem sind es jetzt im Spätherbst fast ausnahmslos Einheimische, die auf dem Uferweg unterwegs sind und die die Umleitungsschilder wahrscheinlich gar nicht bräuchten. Zwischen Schöllkopf und Harrasser Straße müssen Spaziergänger und Radler über eine Brücke etwa 400 Meter weiter Mühlbach-aufwärts, also westlich, ausweichen.

Während die Priener trotz Lieferschwierigkeiten bei den Lagern für die Stahlträger in diesen Tagen loslegen, ist der Termin für einen vielleicht noch wichtigeren Brückenbau auf der anderen, nördlichen Seite Priens im "Grenzgebiet" mit der Nachbarkommune Rimsting noch unklar. Die wollte nach Neubau und Verbreiterung der Brücke über die Prien an ihrer Strandanlage heuer auch noch die sogenannte Rialto-Brücke über die Zufahrt zum Greamandl-Weiher austauschen. Der Name rührt von der stark gekrümmten Form her, die an die berühmte Brücke über den Canale Grande in Venedig erinnert - zum Leidwesen vieler Radler, denn die Steigung an beiden Seiten beträgt bis zu elf Prozent und zwingt viele, aus dem Sattel zu steigen und zu schieben - auch wenn ihnen oben auf der 1,60 Meter schmalen Brücke keine Fußgänger in die Quere kommen.

Die Ausschreibung für die Maßnahme sei abgeschlossen, bestätigte Hans-Peter Jakobi vom Bauamt der Gemeinde auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung. Die endgültige Genehmigung durch den Gemeinderat steht aber noch aus und deshalb ist auch der Baubeginn noch unklar.

Vorgesehen ist hier ebenfalls eine Verbreiterung auf drei Meter und eine Entschärfung der Steigung auf höchstens sechs Prozent durch die Verlängerung der Zufahrtsrampen. Wie beim Bau der ursprünglichen Rialtobrücke hat der Nachbar auch diesmal seine finanzielle Beteiligung zugesagt. Prien wird sich mit 50000 Euro beteiligen.

db/Chiemgau Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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