Segeln mit Handicap

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Der Schwimmsteg für die Boote des integrativen Leistungszentrums liegt derzeit noch neben dem provisorischen Hafenmeisterbüro in der Stippelwerft vor Anker.

Prien - Der neue Anlegesteg an den Schären soll nicht nur länger werden als der Alte, sondern auch als behindertengerechte Plattform konzipiert werden. 

Lesen Sie hier den Originalartikel aus der Chiemgau-Zeitung:

Neuer Steg wird länger

Im Frühjahr will die Gemeinde mit ihrer Tourismusgesellschsaft an den Schären einen neuen Anlegesteg für Segler bauen. Er wird zugleich als behindertengerechte Plattform konzipiert und zweieinhalb Meter länger als die bisherige Schwimmsteg-Anlage, die seit Herbst vergangenen Jahres in der Stippelwerft liegt.

Neun Jahre lang hatten Segler ohne Liegeplatz keine Möglichkeit, an der Priener Strandpromenade anzulegen, um in Stock an Land zu gehen. 1998 war der frühere Besuchersteg im Zuge des Prienavera-Baus abgerissen worden. Weil er nie genehmigt worden war, gestaltete es sich seinerzeit schwierig, eine Genehmigung für einen Neubau zu bekommen, als der Ruf danach immer lauter wurde.

2007 konnte der damalige Bürgermeister Christian Fichtl beim Traunsteiner Landrat Hermann Steinmaßl schließlich eine Genehmigung erwirken. Im Winter darauf wurde der gut 16 Meter lange und 2,40 Meter breite Besuchersteg in Betrieb genommen. Die schwimmende Anlage wurde fast an der Spitze der Schären nach Norden ausgerichtet, also in Richtung des Erlebnisbades.

Im Laufe der Zeit stellte sich heraus, dass es vor allem bei Niedrigwasser für Boote schwierig war, dort anzulegen, weil sie auf Grund zu laufen drohten. Zudem entstand auf dem Gelände der Stippelwerft beim Segelclub Prien Chiemsee (SCPC) ein so genanntes integratives Leistungszentrum - eine Einrichtung, in der behinderte Jugendliche mit Booten der 2.4er-Serie den Segelsport ausüben können.

Für sie war es aber mit großen Schwierigkeiten verbunden, von den vorhandenen festen Stegen in der Werft in ihre Boote einzusteigen. Bereits im April vergangenen Jahres genehmigte der Bauausschuss in nichtöffentlicher Sitzung einstimmig, dass der Schwimmsteg von der Strandpromenade in den Sportboothafen verlegt wird. Das geschah im Herbst 2009, als der Chiemsee so niedrig war, dass die 26 Tonnen schwere Anlage schon auf dem Grund aufsaß und Gefahr bestand, dass sie beschädigt wird.

Um an den Schären Ersatz für segelnde Gäste zu schaffen, kam dem Markt Prien das "Leader"-Förderprogramm der EU gerade recht. Deshalb wird die neue Anlage als behindertengerechte Plattform konzipiert. Sie wird schmaler (1,60 Meter), aber vor allem auch 2,5 Meter länger als der Schwimmsteg, so dass für anlegende Boote künftig mehr Wasser unterm Kiel bleibt.

Der Neubau wird 16735 Euro netto kosten, entsprechende Angebote liegen der Priener Tourismus GmbH (PTG) bereits vor. Weil die Hälfte des Betrags über "Leader"-Zuschüsse abgedeckt werden kann, muss die Gemeinde nur rund 8000 Euro selbst aufbringen.

In der Diskussion favorisierte die CSU nach den Worten ihres Fraktionsvorsitzenden Andreas Neuer zunächst, den neuen Steg direkt an der Spitze der Schären quasi als Verlängerung der Promenade in Richtung Osten, also zum Schloss auf der Herreninsel, zu situieren.

Die große Mehrheit beschloss am Ende quer durch alle Fraktionen, die Plattform aus mehreren Gründen genau an der Stelle zu platzieren, wo auch schon der Schwimmsteg lag. Zum einen sei dort das Wasser tiefer und Boote könnten besser anlegen, zum anderen sei eine Genehmigung für einen anderen Standort erfahrungsgemäß nur sehr schwer zu bekommen und das entsprechende Verfahren äußerst zeitraubend, hieß es. Schließlich sei die Ausrichtung in Nord-Süd-Richtung auch deshalb sinnvoll, um ankernde Boote bei den am Chiemsee vorherrschenden Ost- und Westwinden zu schonen.

Ein letztes Argument war der Umstand, dass Zuschüsse für die behindertengerechte Plattform fließen und nicht für einen Anlegesteg. Und an der Stelle, wo der Schwimmsteg lag, gibt es bereits einen gepflasterten Zugang, der für die neue Anlage genutzt werden soll.

db (Chiemgau-Zeitung)

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