Entscheidung nach Antrag der Jungen Union

Per Live-Stream in den Marktgemeinderat?

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Prien am Chiemsee - In großen Städten wie München oder Ingolstadt gehört es bereits zum guten Ton, jetzt denkt auch die Marktgemeinde am Chiemsee darüber nach; die Übertragung von Sitzungen ins Internet: 

"Unsere Marktgemeinde bietet den Bürgern vielfältige Beteiligungsmöglichkeiten, sich ein Bild über die Arbeit unserer Gemeinde zu machen. Jedoch sind nicht alle Bürgerinnen und Bürger aus beruflichen, terminlichen und gesundheitlichen Gründen in der Lage, dem öffentlichen Teil der Marktgemeinderatssitzungen zu folgen."

Aus diesem Grund wandte sich die Junge Union Prien-Rimsting am Mittwoch mit einer Idee an das Priener Gremium um Bürgermeister Jürgen Seifert. Die Übertragung von Sitzungen per Live-Stream ins Internet.

Marktgemeinderat online - Übertragung von Audio oder Video

Nach dem Beispiel der Stadt Pfaffenhofen, die bereits als eine der ersten Kommunen in Bayern einen Video-Livestream der Sitzungen ins Internet stellt, sollten die Sitzungen des Gremiums ausgestrahlt und zur späteren Ansicht auch aufgezeichnet werden, so der Antrag der Jungen Union. 

Um schließlich "die bestmögliche Transparenz gewährleisten zu können" und sich ein eigenes Bild von der Arbeit des Gremiums zu machen, könnte aber auch ein reiner Audio-Stream, nach dem Vorbild der Stadt Ingolstadt, eingerichtet werden. Besonders in Hinblick auf die Kosten könne so möglicherweise gespart werden, erklärte die Junge Union in ihrem Antrag. "Mit diesem Medium wird die Informationsmöglichkeit ausgeweitet und der demokratische Grundgedanke verstärkt", so die Argumentation abschließend.

Alexander Klammer, EDV-Chef im Priener Rathaus, beschäftigte sich vor der Sitzung am Mittwoch ausgiebig mit dem Thema und legte die Machbarkeit einer Live-Übertragung der Sitzungen ins Internet dem Gremium ausführlich dar, erklärte Bürgermeister Jürgen Seifert im Gespräch mit rosenheim24.de.

Liveübertragung eine Frage der Kosten

Generell bieten derzeit nur große Städte wie zum Beispiel München, Erfurt oder Chemnitz einen Stream an, so der Bürgermeister weiter. "Wir müssen uns allerdings eingestehen, dass der Aufwand und das Ergebnis hier für uns derzeit leider in keinem Verhältnis zueinander stehen", ergänzte Jürgen Seifert in Hinblick auf die entstehenden Kosten.

So schlage nach den Recherchen der EDV-Abteilung der jährliche Unterhalt der Ton-Übertragung in Ingolstadt mit rund 10.000 Euro zu Buche. Die Angebote von externen Dienstleistern für einen Video-Feed hätten sich dabei auf rund 100.000 Euro pro Jahr belaufen.

Für eine Lösung in Prien rechne die Verwaltung daher "mindestens mit einer fünfstelligen, wenn nicht sogar einer sechsstelligen Summe".

Gemeinderat entscheidet einstimmig

Zusätzlich zweifelte das Gremium in Prien auch die Attraktivität eines entsprechenden Angebots an. Auf Nachfrage in Pfaffenhofen erklärten die Verantwortlichen, dass lediglich bei interessanten Themen rund 700 Zugriffe zu verzeichnen seinen. "Junge Menschen gehen nicht zur Bank, die machen Online-Banking. Wenn auch in Hinblick auf unsere Sitzungen das Interesse zunimmt, könnte man noch einmal darüber nachdenken", so der Bürgermeister in Hinblick auf den Stream aus dem Sitzungssaal.

Zudem habe man sich explizit für Sitzungen am Abend entschieden. "Andere Städte und Gemeinden tagen am Nachmittag, wir fangen erst später an. Damit haben zum Beispiel auch Berufstätige die Möglichkeit, Sitzungen persönlich zu verfolgen", so Jürgen Seifert abschließend. Am Ende der wohl ausschlaggebendste Grund für den Gemeinderat, den Antrag der Jungen Union einstimmig abzulehnen.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Symbolbild pa/Fotomontage

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