Wenn Schule krank macht

Psychische Erkrankungen bei Jugendlichen

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Prien am Chiemsee - Immer mehr Kinder und Jugendliche sind psychisch belastet – inzwischen bis zu 20 Prozent. Dass zwischen psychischen Erkrankungen in jungen Jahren und der Schule ein enger Zusammenhang besteht, belegen mehrere Studien.

Werden Kinder von Klassenkameraden gemobbt oder fühlen sich vom Unterricht überfordert, sind sie anfälliger für psychische Erkrankungen. Umgekehrt wirken sich Symptome wie Aufmerksamkeits- oder Antriebstörungen und negative Stimmung auf die schulische Entwicklung aus – und erhöhen dann möglicherweise wieder den schulischen Druck. Über diese Themen hat am Donnerstag im Münchner Presseclub ein Pressegespräch stattgefunden. Die Schule ist neben dem Elternhaus das wichtigste soziale Umfeld von Kindern und Jugendlichen.

Um präventiv das Risiko einer psychischen Erkrankung von Schülerinnen und Schülern zu senken, forderte Prof. Gerd Schulte-Körne, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Ludwig-Maximilians-Universität München, eine engere Zusammenarbeit von Medizin und Pädagogik. "Ärzte sollten in Zusammenarbeit mit Schulsozialarbeitern und -psychologen die Lehrkräfte im Erkennen und im Umgang mit psychischen Störungen bei Schülern unterstützen, um Belastungsfaktoren frühzeitig festzustellen und notwendige Maßnahmen sowie Hilfen einzuleiten."

Doch nicht nur das Erleben der täglichen Schulbesuche kann zu einer Überforderung führen, welche die Entwicklung von psychischen Erkrankungen wie zum Beispiel Essstörungen- oder Zwangsstörungen begünstigt. Dr. Silke Naab, Chefärztin und Leiterin der Jugendabteilung der Schön Klinik Roseneck in Prien am Chiemsee, erlebt bei ihren Patientinnen und Patienten immer wieder extreme perfektionistische Haltungen und Ansprüche an sich selbst. "Besonders junge Menschen mit einem niedrigen Selbstwertgefühl und großer Unsicherheit orientieren sich oft an Gleichaltrigen oder äußeren Normen. Das baut Druck auf – und kann so zu einer vermeintlichen Lösung wie einer Essstörung führen."

Die 16- jährige Helene, derzeit zur Behandlung ihrer Magersucht in der Schön Klinik Roseneck, berichtete beim Pressegespräch davon, wie sich ihr eigener Hang zum Perfektionismus entwickelt hat – und sie schließlich in die Magersucht trieb. "Psychische Erkrankungen von Jugendlichen nehmen zu, die Kliniken sind überfüllt, im ländlichen Raum herrscht eine gravierende Unterversorgung", fasste Prof. Ulrich Voderholzer die Versorgungssituation zusammen. Der Chefarzt und Ärztliche Direktor der Schön Klinik Roseneck betont daher die Wichtigkeit von Fortund Weiterbildungen, weswegen die Schön Klinik Roseneck am Freitag und Samstag bereits ihr drittes Symposium "Psychische Erkrankungen bei Jugendlichen – State of the Art" veranstaltet.

Pressemitteilung Schön Klinik Roseneck

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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