Appell der Jäger: "Streunende Hunde sind eine Gefahr für Wild"

Streunender Labrador beißt Feldhasen tot - Polizei sucht Zeugen 

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Prien/Atzing - Aus aktuellem Anlass rufen die Jäger Hundebesitzer dazu auf, mehr auf ihre freilaufende Hunde zu achten. Am 27. Oktober wilderte ein schwarzer Labradorhund einen Feldhasen im Waldgebiet Kirchholz: 

Jagdpächter Peter Stoib war am Morgen des 27. Oktobers gerade in seiner Liegenschaft Kirchenholz zwischen Prien-Stetten und Farnach unterwegs, als er Zeuge eines unangenehmen Vorfalls wurde:

Lautes Hundegebell schallte durchs Unterholz und ein wohl vom Besitzer kommender Befehl: "Hör auf, hör auf!" Der Jäger entdeckte aus größerer Entfernung einen Mann, der mit dunkler Freizeitkleidung und Kappe bekleidet war sowie einen großen schwarzen Labrador

"Ich versuchte noch, den Mann zur Rede zu stellen, doch der flüchtete durch den Wald in Richtung Elperting", schildert Stoib. "Mit der schweren Jagdausrüstung war eine Verfolgung unmöglich und auch das Handy hatte ich für ein Beweisfoto nicht zur Hand". 

Toter Hase hatte Bissverletzungen

Mit Hilfe eines Kollegen und dessen Jagdhund konnte die Spur zum Tatort zurückverfolgt werden. "Wir entdeckten einen gewilderten Hasen im Dickicht", so Stoib. "Ob er von dem Hund getötet wurde oder bereits vorher tot war, wissen wir nicht." Der Feldhase habe jedoch enorme Bissspuren davon getragen. 

Nach einem Gespräch mit dem Jagdvorstand wurde der Vorfall bei der Polizei Prien zur Anzeige gegen Unbekannt gebracht. Die habe bereits einen Verdächtigen im Visier. Es handele sich wohl um einen Ortskundigen, der in der Gegend um Prien wohne. Die Polizei startet nun einen öffentlichen Zeugenaufruf. Wer Verdächtiges im Zusammenhang mit der Wilderei beobachtet hat, möge sich bei der Priener Polizei unter Telefon 08051/90570 melden. 

"Die Problematik der Wilderei durch frei laufende Hunde ist ein Problem", erklärt die Polizei gegenüber chiemgau24.de. "Es werden uns immer wieder Fälle gemeldet."

Appell der Jäger: Hunde im Wald an die Leine

Es ist immer wiederkehrendes Thema unter den Jägern: Die Sorge um das Wild, wenn es um sorglose Hundehalter geht. Peter Stoib möchte alle Hundebesitzer bitten, ihre Hunde im Wald nicht frei laufen zu lassen: "Streunende Hunde verursachen Stress beim Wild und sind eine Ruhestörung. Die Tiere trauen sich nicht mehr raus auf die Felder und richtet im Wald immensen Schaden an, indem sie die Triebe verbeißen. Das ist nicht im Sinne von Umwelt und Naturschutz. Zunehmender Wildschaden kann sich zu einem wahren Problem für uns Jäger entwickeln." 

Im Wald aufgestellte Plakate mit der Bitte, Hunde mögen angeleint werden, wurden ignoriert und zeigten keine Wirkung bei den Hundebesitzern. "Teilweise wurden sie rücksichtslos zerstört und in Fetzen gerissen", erklärt der Jäger. 

Stoib habe nichts dagegen, wenn die Leute mit ihren Hunden spazieren gehen. "Ich wünsche mir aber ein Entgegenkommen der Hundebesitzer und die Vernunft, ihre Tiere im Wald nicht streunen zu lassen", so Stoib. "Auch wenn sie sich unbeobachtet fühlen, wir Jäger entdecken immer wieder streunende Hunde mit ihren Besitzern im Wald." Schnell könne dann der Jäger mit seiner Jagdausrüstung als Bedrohung gesehen werden. "Es ist äußerst schwierig, mit der Situation umzugehen."

mb

Quelle: rosenheim24.de

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